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Bundespräsident lädt Josef Röll aus Langenbieber zu Neujahrsempfang nach Berlin ein

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rhön - Es gehört zu den Höhepunkten im Leben der Hauptstadt: der Neujahrsempfang des Bundespräsidenten. Am nächsten Donnerstag wird Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue die Kanzlerin, Minister, Bischöfe und andere Vertreter des öffentlichen Lebens begrüßen. Dabei ist auch ein Osthesse: Josef Röll (72) aus Langenbieber.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Als der Brief aus dem Bundespräsidialamt Ende November bei mir ankam, habe ich mir zweimal die Augen gerieben und gedacht: Das gibt’s doch gar nicht: Der Bundespräsident lädt ausgerechnet mich zu seinem Neujahrsempfang ein“, sagt Josef Röll.

Über die Einladung durch das deutsche Staatsoberhaupt freut und wundert sich der Bauleiter im Ruhestand bis heute. Wobei das Wort Ruhe nicht zu Röll passt, denn der Langenbieberer engagiert sich seit seiner Jugend in Vereinen und Verbänden für andere Menschen und tut dies bis heute.

Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit

Diese ehrenamtliche Arbeit ist es, die der Bundespräsident anerkennen will: Zum Neujahrsempfang bittet er nicht nur Vertreter aus Politik, Staat und Verbänden, sondern auch 70 Bürger aus allen Bundesländern, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Unter den 70 verdienten Bürgern sind vier Hessen – darunter Josef Röll.

Lampenfieber? Nein, nein!

Hat er Lampenfieber? „Nein, nein“, antwortet Röll, „ich habe schon so viel erlebt und habe so viel hinbekommen – da muss ich mich nicht verstecken.“ Außerdem habe er gar nicht das Gefühl, dass er als Person im Rampenlicht stehe: „Ich bin zweitrangig. Ich fühle mich, wenn ich dem Bundespräsidenten gegenüberstehe, eher als Vertreter der Gemeinde Hofbieber und des Landkreises Fulda.“

Am Morgen des Empfangs nimmt der Protokollchef des Bundespräsidenten Josef Röll und die übrigen Bürger in einem Nebenraum in Empfang. Auf ein Zeichen wird Röll dann auf Frank-Walter Steinmeier und dessen Ehefrau Elke Büdenbender zugehen. Während dieser wenigen Schritte wird laut verlesen, welche Aktivitäten der Bundespräsident mit der Einladung würdigen will. Bei Röll ist es die langjährige Arbeit als Kommunalpolitiker – Röll war 30 Jahre CDU-Vorsitzender in Langenbieber, 25 Jahre Gemeindevertreter und zugleich stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender in Hofbieber sowie 18 Jahre Kreistagsabgeordneter im Kreis Fulda – sowie ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Kassel (14 Jahre) und Schöffe am Landgericht Fulda (4 Jahre).

Musiker und Jäger

Wäre mehr Zeit, könnte der Protokollchef auch noch berichten, dass Röll Gründer des Akkordeonorchesters Bieberstein, des Chores Inspiration, des Schützenvereins Langenbieber und des Gemischten Chores Langenbieber war und sich als leidenschaftlicher Jäger bis heute für den Naturschutz engagiert – unter anderem als Beauftragter der Staatlichen Vogelschutzwarte und bei Waldbegehungen mit Kindergarten- und Schulkindern.

„Sie haben Gelegenheit, einige wenige Worte mit dem Bundespräsidenten und Frau Büdenbender zu wechseln“, heißt es in den Hinweisen, die das Bundespräsidialamt Röll zugesandt hat. Bei dem Händedruck werden die Linsen zahlreicher Fotografen und Kameraleute auf den Langenbieberer – Vater von zwei Töchtern und Opa von vier Enkeln – gerichtet sein. „Das werde ich überstehen“, lacht Röll. Nach dem Empfang isst der Bundespräsident mit den Bürgern im Schloss zu Mittag.

Ehefrau Gerlinde ist mit dabei

Das Bundespräsidialamt hat Josef Röll mit Ehefrau Gerlinde (70) nach Berlin eingeladen. Am Empfang teilnehmen darf aus Platzgründen aber nur Josef Röll. Den Begleitern wird eine Führung durch den Bundestag geboten.

Damit der Empfang ohne Pannen abläuft, werden die Bürger am Vorabend – also am nächsten Mittwochabend – zu einer 90-minütigen Generalprobe ins Schloss Bellevue gebeten. Vielleicht steigt ja dann die Spannung bei Röll. „Na ja“, gibt er zu, „einen guten Eindruck will ich schon machen. Man wird ja nicht alle Tage vom Bundespräsidenten eingeladen.“

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