VOlker Bouffier und Armin Laschet, beide mit Maske, unterhalten sich.
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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (links) sieht nach dem schwachen Wahlergebnis keinen Regierungsanspruch für die Union und Kanzlerkandidat Armin Laschet. (Archivbild)

Schlechtes CDU-Ergebnis

Bundestagswahl 2021: Junge Union fordert Erneuerung - Bouffier: „Bitterer Tag“

Die Union hat bei der Bundestagswahl einen historisch schwaches Ergebnis erreicht. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sieht für seine Partei keinen Regierungsanspruch. Die Junge Union übt Kritik.

Update vom 29. September, 10.57 Uhr: Der hessische Landesvorsitzende der Jungen Union (JU), Sebastian Sommer, hat wegen des schlechten Abschneidens der CDU bei der Bundestagswahl eine „Erneuerung der Partei auf allen Ebenen“ gefordert. Diese sei „unumgänglich“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“. Die Partei brauche auch in Hinblick auf die hessische Landtagswahl 2023 eine „Vision, die weit ins nächste Jahrzehnt hineinreicht.“

Das betreffe etwa landespolitische Kernthemen wie Bildung, Digitalisierung, innere Sicherheit und Fragen der Nachhaltigkeit, sagte Sommer. Intern diskutiere die hessische CDU darüber, wie und wann der Übergang vom Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Volker Bouffier zu einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin organisiert werden solle. Es müssten „zügig“ Weichen gestellt werden mit Blick auf Programm, Kampagne, Organisation und Kandidaten.

Bundestagswahl in Hessen: Junge Union fordert Erneuerung der CDU

Erstmeldung vom 28. September, 8.11 Uhr: Hofheim am Taunus - Nach dem Absturz der Union bei der Bundestagswahl hat Hessens Regierungschef Volker Bouffier einen Regierungsanspruch verneint. Es sei ein bitterer Tag für die Union gewesen. „Es war eine Niederlage“, sagte der CDU-Bundesvize am Montag in Hofheim am Taunus vor einer Sitzung des Landesausschusses zur Wahl. „Wir haben keinen Anspruch auf Regierungsverantwortung.“ Jetzt seien zuerst andere gefragt.

Mit Blick auf scharfe Kritik am CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet warb Bouffier jedoch dafür, jetzt Disziplin zu wahren. Es wäre nicht klug, jetzt alles zu zerlegen. (Lesen Sie hier: Große Übersicht - So haben die Parteien in den einzelnen Wahlkreisen abgeschnitten)

Die Union hatte bei der Wahl am Sonntag ein Debakel erlitten, sie stürzte bundesweit von 32,9 Prozent auf den historischen Tiefpunkt von 24,1 Prozent ab. Die SPD verbesserte sich von 20,5 Prozent auf 25,7 Prozent und wurde damit stärkste Kraft.

Bundestagswahl in Hessen: Bouffier sieht keinen CDU-Regierungsanspruch

„Das Wahlergebnis für die CDU hat weh getan“, sagte der hessische CDU-Spitzenkandidat und Kanzleramtschef Helge Braun. Das Ergebnis entspreche wirklich nicht dem eigenen Anspruch.

Auch in Hessen erlitt die CDU herbe Verluste. Die SPD überholte die CDU und ist mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die Sozialdemokraten erreichen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis des Landeswahlleiters dort 27,6 Prozent. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis von vor vier Jahren. Die CDU verlor deutlich und kommt auf 22,8 Prozent (minus 8,1 Punkte).

Am besten schnitt die Union noch in Fulda ab - Nirgendwo sonst in Hessen erzielten CDU und AfD solch gute Ergebnisse. (dpa)

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