Bundestagswahl: 61 Zentimeter lang ist der Stimmzettel im Wahlkreis Fulda-Lauterbach, der unter anderem schon im Wahllokal im Fuldaer Stadtschloss ausgefüllt werden kann.
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61 Zentimeter lang ist der Stimmzettel im Wahlkreis Fulda-Lauterbach, der unter anderem schon im Wahllokal im Fuldaer Stadtschloss ausgefüllt werden kann.

Wahlkreis Fulda

Bundestagswahl: Briefwahl ist angelaufen - Kandidaten früh im Wahlkampfmodus

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Zehn Kandidaten vor Ort für die Erststimme, 23 Listen, die um die Zweitstimme konkurrieren – im Wahlkreis Fulda-Lauterbach haben Bürger bei der Bundestagswahl 2021 so viel Auswahl wie nie zuvor. Seit dieser Woche ist die Stimmabgabe per Brief möglich.

Kreis Fulda - Nicht nur am Wahltag der Bundestagswahl am 26. September können die Bürger ihre Stimme abgeben, sondern auch per Briefwahl in den sechs Wochen zuvor – das heißt: seit dieser Woche. Jeder Wahlberechtigte darf seine Stimme per Briefwahl abgeben. Auch wenn die Gemeinden im Kreis Fulda die Wahlbenachrichtigung noch nicht verschickt haben: Mit dem Personalausweis kann man jetzt im Rathaus seiner Gemeinde wählen oder die Unterlagen abholen.

Bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 hatte bereits jeder Vierte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben, als am Wahltag die Wahllokale öffneten: 28,6 Prozent votierten per Briefwahl – so viele wie nie zuvor. 1994 war es nicht einmal die Hälfte gewesen – 13,4 Prozent –, und 1957 sogar nur 4,9 Prozent.

Bundestagswahl: So viel Auswahl im Kreis Fulda wie nie zuvor

Alle Parteien erwarten, dass der Trend zur frühen Stimmabgabe anhält. Denn während der Corona-Pandemie haben viele Bürger die Vorteile der Stimmabgabe im eigenen Wohnzimmer schätzen gelernt. Bei der Bundestagswahl 2017 profitierten vor allem CDU/CSU und Grüne von dem Trend. Frauen entschieden sich häufiger für den Postweg als Männer.

Wegen des Trends zur Briefwahl haben im Wahlkreis Fulda-Lauterbach viele Parteien bereits mit der Plakatwerbung begonnen. In Fulda wird der Bürger von gefühlt fast jedem Straßenlaternenmast von Michael Brand oder Birgit Kömpel angelächelt – per Plakat.

Die Kandidaten der beiden Volksparteien sind sich einig: Mehr Wähler als früher werden per Briefumschlag abstimmen. „Die vergangenen Wahlen haben gezeigt: Immer mehr Bürger nutzen die Briefwahl. Zugleich steigt die Zahl der Spätentscheider, kurz vor dem Wahltag. Da liegt es nahe, früh zu starten und auch Ausdauer zu haben“, sagt Michael Brand (CDU).

Ab sofort ist Briefwahl zur Bundestagswahl möglich

„Auch wir gehen davon aus, dass mehr Wählerinnen und Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Das zeigen auch die Zahlen aus der Kommunalwahl“, sagt Birgit Kömpel (SPD).

Dass allein wegen Corona mehr Wähler die Briefwahl nutzen werden, das erwarten auch Gianina Zimmermann (Grüne) und Jürgen Lenders (FDP). Martin Hohmann (AfD) hingegen vermutet, dass es Unentschiedene angesichts der drei neuen Kanzlerkandidaten schwer haben. „Gut vorstellbar, dass diese noch Beobachtungsbedarf haben und die persönliche Stimmabgabe vorziehen“, sagt Hohmann. (Lesen Sie hier: Hessens FDP-Chefin Bettina Stark-Watzinger fordert vor der Bundestagswahl: „Corona-Tests müssen kostenlos bleiben“)

Auch mit Blick auf die Briefwähler sind alle fünf Kandidaten schon im Wahlkampfmodus. Kömpel und Lenders berichten, dass ihr Wahlkampf schon auf Hochtouren läuft – vor Ort und im Internet. Hohmann berichtet, er habe von Ende Mai bis jetzt in jeder der 33 Kommunen im Wahlkreis bereits eine Bürgersprechstunde angeboten. „Wir versuchen, möglichst viele Menschen zu erreichen - mehr digital und im Freien“, erklärt Zimmermann.

Video: Alles Wichtige zur Bundestagswahl 2021

„Ich bin bewusst früh gestartet, mit guter Resonanz bei Veranstaltungen mit Ralph Brinkhaus oder Wolfgang Bosbach, dazu kommen zahlreiche andere Gelegenheiten bei kleineren Zusammenkünften, Terminen und auch Hausbesuchen“, sagt Brand. Er und Kömpel haben in den vergangenen Tagen bereits ihre persönlichen Kandidaten-Plakate aufhängen lassen. Bei Brand sollen es 2000 Plakate sein, bei Kömpel 1300, bei Hohmann „mehr Plakate als die 500 Stück von 2017“, bei Lenders 400 und bei Zimmermann 200 Plakate, die recyclebar sein sollen.

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