Michael Brand gilt als Freund und Förderer des Rhönschafs. Der CDU-Bundestagsabgeordnete setzt sich in besonderem Maße für seine Heimat ein – und zwar nicht nur für die Vierbeiner im Wahlkreis 174.
+
Michael Brand gilt als Freund und Förderer des Rhönschafs. Der CDU-Bundestagsabgeordnete setzt sich in besonderem Maße für seine Heimat ein – und zwar nicht nur für die Vierbeiner im Wahlkreis 174.

CDU-Abgeordneter

„Wir kämpfen bis zum Schlusspfiff“ - Michael Brand will zum fünften Mal in den Bundestag

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
    schließen

So lange wie Angela Merkel Kanzlerin ist, so lange sitzt auch Michael Brand für den Wahlkreis 174 im Bundestag. Seit 2005. Der Unterschied: Während seine Chefin geht, will der CDU-Abgeordnete in seine fünfte Amtszeit starten. Im Gespräch erzählt der 47-Jährige, welche Ziele er hat.

Fulda - Sein fünfter Wahlkampf ist gleichzeitig sein schwerster: Michael Brand weiß, dass es für die CDU bei der Bundestagswahl knapp wird, aber auch, wie viele Menschen noch unentschieden sind, bei welcher Partei sie das Kreuz setzen: „Das Rennen ist offen, in mehrere Richtungen. Wir können noch immer mit dem stärksten Ergebnis durch die Ziellinie laufen.“

Bei der Wahl gehe es nicht in erster Linie um eine Partei oder eine Person, findet der Engelhelmser: „Es geht um die Richtung in unserem Land.“ Die Alternative zu einer Regierung mit der CDU, glaubt er, wäre ein „Linksrutsch zu Rot-Grün-Rot.“

Brand bezeichnet Armin Laschet als „saustarken Ministerpräsidenten – auch wenn es im Wahlkampf Fehler gab“ und als einen der erfolgreichsten Politiker des Landes. Auf die Frage, ob er auch der richtige Kanzlerkandidat ist, stockt Brand nur kurz: „Ich schaue nach vorne. Der, der nach hinten schaut, kann nicht gewinnen.“

Fulda: Michael Brand kandidiert wieder für den Bundestag

Will heißen: Gewünscht hätte er sich seinerzeit vielleicht jemand anderen, doch darum geht es nicht mehr. „Und dass wir als Union noch viele weitere starke Personen in unseren Reihen haben, spricht nur für uns.“ Laschet werde zudem nicht immer fair behandelt, findet Brand: „Aber viele haben Merkel 2005 auch nichts zugetraut. Heute ist sie die angesehenste Regierungschefin der Welt.“

Brands eigenes Ziel ist es, ein starkes Direktmandat für die „CDU-Hochburg“ Fulda zu verteidigen. Und da ist er zuversichtlich: „Ich konnte in den letzten 16 Jahren für die Region viel erreichen.“ Er erinnert an den Ausbau der ICE-Strecke Fulda-Frankfurt. Das Projekt habe schon auf dem Abstellgleis gestanden: „Wir haben es geschafft, dieses mit Ausdauer und Hartnäckigkeit wieder auf die Schiene zurückzuholen.“ Das Vorhaben sei eine „der wichtigsten Weichenstellungen für Fulda und Osthessen auf Jahrzehnte“.

Ein anderer Erfolg: die Stärkung des Bundespolizei-Standorts in Hünfeld und die Rückkehr der Einsatzhundertschaft. Brand erinnert an einen „Riesenstreit, richtigen Knatsch“ mit dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU): „Aber nicht er hat am Ende die Nase vorn gehabt, sondern der Abgeordnete aus Fulda.“

Ein anderer Innenminister, Thomas de Maizière, nannte Brand in dem Zusammenhang einen hartnäckigen „Basaltkopf“ – eine Auszeichnung, wie Brand findet. Dritter großer Erfolg für den Abgeordneten aus seiner Sicht ist der Breitbandausbau in der Region. Das sei zwar kommunale Aufgabe, hätte aber nicht so gut funktioniert, wenn nicht auch reichlich Bundesfördermittel geflossen wären. Neben diesen Mammutaufgaben gab es in den vergangenen Jahren viele kleinere Dinge, für die sich Brand eingesetzt hat: „für Bürger, Bürgerinitiativen, Unternehmen“.

Hinzu kommt die parlamentarische Arbeit: Brand ist in Berlin unter anderem im Innenausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte tätig und gehört dem Fraktionsvorstand an. Etwas mehr als die Hälfte der Zeit ist Brand im Wahlkreis unterwegs, den Rest verbringt er in Berlin. Sein Anliegen: kommunale Themen mit Bundesthemen zusammenzubringen. (Lesen Sie hier: Welche Partei soll ich wählen? Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 ist online)

Brand: „Ich habe Feuer, für die Region noch was zu reißen“

Ob er mal überlegt hat, nicht mehr zu kandidieren? Brand schüttelt den Kopf: „Ich sprühe noch.“ Gleichwohl sei seine Arbeit manchmal anstrengend. Seit 2015 habe die Aggression zugenommen, in der Corona-Pandemie würden Politiker Ablehnung und Hass erfahren. Rechtsextremisten und Querdenker seien eine Bedrohung für den Staat. Aber: „Leider kriegen die Lauten meistens die meiste Aufmerksamkeit. Sie sind aber nicht die Mehrheit.“ Erst vor Kurzem hat Brand den von ihm ins Leben gerufenen Walter-Lübcke-Preis verliehen, um besonderes gesellschaftliches Engagement zu würdigen.

Zur Person

Michael Brand wurde 1973 in Fulda geboren. 1994 machte er Abitur an der Winfriedschule. Ab 1995 studierte er Politische Wissenschaften, Geschichte und Rechtswissenschaften in Bonn. Von 1997 bis 1998 war er für ein Auslandsstudium in Sarajevo. Von 1996 bis 2000 war Brand journalistisch tätig. 2000 wurde er

Pressesprecher der JU Deutschlands und danach Pressesprecher der CDU-Hessen und der CDU-Landtagsfraktion. 2005 zog er zum ersten Mal in den Bundestag ein. Seit 2006 ist er Mitglied im Kreistag.

Er gehört vielen Vereinen und Initiativen an, darunter etwa dem Malteser Hilfsdienst, dem Stiftungsrat der Point Alpha Stiftung und dem Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung.

Michael Brand ist evangelisch, verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Engelhelms.

Brand sagt: „Toleranz und Offenheit und Freiheit sind unsere Grundprinzipien.“ Es sei aber eine Zeit, in der die Menschen Farbe bekennen müssten, in der die schweigende Mehrheit aufstehen müsse, um für die Demokratie einzustehen. Hinzu komme die Bedrohung von außen, durch China, Russland und die Türkei etwa. „Vor zwei Tagen wurde mein Rechner lahmgelegt. Ständig wird versucht, die Kommunikation zu stören. Da wird mit harten Bandagen gekämpft. Wir befinden uns wieder im großen Kampf für die Freiheit.“

Trotz nicht einfacher Aufgaben hat Brand Spaß an seinem Beruf. Das merkt man auch zurzeit, da er viel unterwegs ist: Gestern auf der Struth, heute am Uniplatz, morgen mit Jens Spahn im Klinikum und zwischendurch so viel Haustürwahlkampf wie möglich: „Abends bin ich knitterkaputt.“ Aber zufrieden offenbar. Denn: „Ich habe Feuer, für die Region noch was zu reißen.“ Und dafür hat er noch viele Ziele: Neben dem weiteren Einsatz für den Ausbau Fulda-Frankfurt ist das zum Beispiel die Umwelt.

Video: Alles Wichtige zur Bundestagswahl 2021

Sein Slogan: „Klimaschutz mit Tempo, aber intelligent statt ideologisch.“ Dass Einsparen allein ausreicht, glaubt er nicht. Stattdessen fordert Brand neue Technologien und verweist auch auf die enorme Innovationskraft vieler mittelständischer Unternehmen in der Region. Brand sagt: „Wir haben eine neue Zeit, wir werden auch als CDU nicht so weitermachen können wie bisher. Wir werden mehr Ehrgeiz bringen müssen.“ Er findet aber auch: „100 Prozent Elektromobilität halte ich für falsch. Wir brauchen weitere Optionen, einen breiten Mix.“ (Lesen Sie hier: Bundestagswahl: Diese Kandidaten treten im Wahlkreis 174 (Fulda) an)

Brand hat also noch viel vor. Auch wenn die Umfragewerte derzeit nicht allzu rosig aussehen, sagt der Engelhelmser kämpferisch und gleichzeitig mit guter Laune: „Wir befinden uns in schwierigem Fahrwasser. Aber das spornt nur mehr an für den Endspurt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema