Wahlbeteiligung bei 76 Prozent

Bundestagswahl 2021 in Hessen: Union verliert deutlich - CDU: „Verluste treffen uns“

Hoffen und Bangen in Hessen nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl: Während SPD-Spitzenkandidat Michael Roth von einem „super Ergebnis“ spricht, löst das vorläufige Ergebnis der CDU keine Begeisterung in Hessen aus.

Update vom 27. September, 6.52 Uhr: Die SPD hat bei der Bundestagswahl in Hessen die CDU überholt und ist mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die Sozialdemokraten erreichen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis des Landeswahlleiters von Montag 27,6 Prozent. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis von vor vier Jahren. Die CDU verlor deutlich und kommt auf 22,8 Prozent (minus 8,1 Punkte).

Die Grünen sind drittstärkste Kraft mit 15,8 Prozent (plus 6,1). Die FDP landet bei 12,8 Prozent (plus 1,3), die AfD kommt auf 8,8 Prozent (minus 3,1) und die Linke auf 4,3 Prozent (minus 3,8). Die Wahlbeteiligung liegt bei 76,2 Prozent und damit etwas niedriger als vor vier Jahren (77,0 Prozent).

Erstmeldung vom 26. September, 22.28 Uhr:

Wiesbaden - Nach den Hochrechnungen für den Ausgang der Bundestagswahl gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union. Am späteren Abend lagen die Sozialdemokraten knapp vorne. Es folgten die Grünen vor der FDP und der AfD. Die Linke lag bei 5,0 Prozent. Alle Geschehnisse können Sie in unserem Live-Ticker zur Bundestagswahl nachlesen.

Der bisherige Kanzleramtschef und CDU-Spitzenkandidat aus Hessen Helge Braun sagte am Wahlabend, es sei trotz der Verluste eine Bundesregierung unter CDU-Führung etwa mit den Grünen und der FDP möglich. „Das ist gut, aber die Verluste, die die Union eingefahren hat, die sind natürlich herb, die treffen uns.“

Nach den ersten Hochrechnungen werde die künftige Bundesregierung wohl aus drei Partnern bestehen, vermutet CDU-Bundesvize Volker Bouffier: „Das wird anspruchsvoll. Aber ich glaube, dass das gelingen kann.“

Bundestagswahl in Hessen: Schwaches CDU-Ergebnis bereitet Sorgen

Der Ministerpräsident Hessens sagte weiterhin: „Ich finde es albern, dass nun darüber diskutiert wird, ob nur der Erstplatzierte die moralische Legitimation hat, den Kanzler zu stellen.“ Es komme nur darauf an, wer die meisten hinter sich bringe. (Lesen Sie auch: Bouffier-Sohn will OB in Wiesbaden werden)

Mit Blick auf eine rechnerisch möglich Koalition aus CDU, Grünen und FDP sagte Bouffier: „Das ist das, was wir für richtig halten.“ Entscheidend sei, dass wohl ein rot-rot-grünes Bündnis verhindert werden konnte. „Wir wollten nicht, dass das Land politisch links geführt wird.“

Die SPD-Landesvorsitzende Nancy Faeser betonte dagegen, das Ergebnis beweise, dass die Menschen in Deutschland eine SPD-geführte Bundesregierung mit einem Bundeskanzler Olaf Scholz haben wollten.

Ausgang der Bundestagswahl 2021: Gemischte Gefühle bei hessischen Grünen

Bei den Grünen herrschten gemischte Gefühle. Die hessischen Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer sagten in einer ersten Reaktion: „Das Ergebnis ist ohne Zweifel nicht so gut, wie erhofft. Es ist allerdings das beste Ergebnis, dass wir jemals bei einer Bundestagswahl hatten.“ Das Ergebnis gebe den Grünen eine starke Ausgangssituation in den kommenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen. (Lesen Sie auch: So verlief die Bundestagswahl in Fulda)

Der hessische FDP-Landtagsfraktionschef René Rock zeigte sich sehr erfreut über das Abschneiden der Liberalen. „Wir hatten ja schon letztes Mal ein hervorragendes Ergebnis. Das haben wir jetzt noch mal leicht getoppt. Das ist natürlich schön für uns.“ Es sei auch eine super Ausgangsposition. „Wir sind gut vorbereitet auf Koalitionsverhandlungen.“

Bundestagswahl 2021: Wahlbeteiligung in Hessen bei etwa 77 Prozent

Ein Prognose zum Ausgang der Bundestagswahl für Hessen soll es nach Angaben des Landeswahlleiters in Wiesbaden am Sonntagabend nicht geben. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird bis Mitternacht erwartet, wenn es zu keinen unerwarteten Komplikationen bei der Auszählung der Stimmen kommt.

Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl vor vier Jahren lag in Hessen bei 77 Prozent. Der Anteil der Briefwähler betrug damals 26,8 Prozent. Bei der aktuellen Bundestagswahl wird ein Rekordanteil der Briefwähler gerechnet. Die Wahlbeteiligung lag daher am Nachmittag in Hessen mit 41,3 Prozent wegen dieses Trends auch leicht unter dem Wert aus dem Jahr 2017.

In Hessen waren insgesamt 23 Landeslisten von Parteien zur Bundestagswahl zugelassen. Es traten 447 Kandidatinnen und Kandidaten an. 4,3 Millionen Hessinnen und Hessen konnten ihre Stimme abgeben.

Zuletzt saßen 50 Abgeordnete aus Hessen im Parlament: 17 Abgeordnete der CDU, 12 der SPD, 6 der AfD, 6 der FDP, 5 der Grünen und 4 Abgeordnete der Partei Die Linke. Insgesamt zählte das Parlament 709 Abgeordnete. (akh mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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