Fotos: Michel Ickler

Busgesellschaften richten Schutzzonen für Fahrer ein

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Zum Schutz der Fahrer wie auch der Fahrgäste haben die RhönEnergie und die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG) eine sogenannte fahrgastfreie Schutzzone in den Bussen eingerichtet. Der Ein- und Ausstieg erfolgt ab sofort über die hintere Tür.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel ickler

Im Linienbus an der vorderen Tür einsteigen, ein Ticket beim Busfahrer ziehen und Platz nehmen – das war einmal. Am Freitag haben RhönEnergie und die LNG im Zuge der Corona-Krise entschieden, dass der Ein- und Ausstieg nur noch über die hinteren Türen möglich ist.

Damit sollen der Fahrscheinverkauf im Bus und der Kontakt mit Bargeld minimiert werden. Mit Flatterband wird die Busfahrerkabine von den Fahrgastplätzen abgetrennt.

Kein Fahrschein-Verkauf mehr vom Busfahrer

„Die Maßnahme haben wir zum Schutz der Fahrer wie auch der Fahrgäste eingeführt“, erklärt die Pressestelle der RhönEnergie Fulda. Wie lange diese Regelung gilt, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Durch die Abschottung der Fahrerkabine werden keine Fahrscheine mehr vom Busfahrer ausgestellt. Diese müssen vor der Fahrt an RMV-Fahrkartenautomaten gezogen werden. Doch nicht an jeder Bushaltestelle steht ein solcher Automat. Deshalb gibt es die Möglichkeit, die Tickets online oder über das Smartphone zu erhalten.

Hygienehinweise für Fahrgäste

In den Bussen hängen außerdem Hygienehinweise für Fahrgäste aus. Dort wird erklärt, dass zum Beispiel in die Armbeuge gehustet werden soll und keine persönlichen Gegenstände von anderen Fahrgästen angefasst werden sollen.

Da der Unterricht an den Schulen vorübergehend eingestellt ist, nutzen momentan deutlich weniger Fahrgäste die Busse, erklärt die RhönEnergie. Überlegungen, den Nahverkehr einzuschränken, gebe es bei dem Unternehmen derzeit nicht.

Wird Fahrplanangebot bald zurückgefahren?

Anderswo ist dies bereits der Fall: Der Regionalverkehr der Deutschen Bahn wurde zurückgefahren, und in Frankfurt (ebenfalls RMV-Gebiet) gilt beim Nahverkehr der Ferienplan.

Auch Daniel Vollmann, Geschäftsführer der LNG, schließt für Busse der LNG nicht aus, dass das Fahrplanangebot etwas zurückgefahren wird. „Natürlich steht auch eine solche Maßnahme im Raum“, erklärt er. Darüber hätten die LNG und die RhönEnergie jedoch noch nicht diskutiert. Fakt sei, dass auch Personal kurzfristig daheimbleiben müsse, um sich um ihre Kinder zu kümmern, die aufgrund der Schließung von Kitas und Schule betreut werden müssten.

Mit finanziellen Einbußen rechnet Daniel Vollmann: „Das steht aber im Moment nicht im Vordergrund.“ Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten der Verkehrsgesellschaften unter LNG-Fulda.de sowie re-fd.de/nahverkehr und rmv.de

Tickets

Das Fahrpersonal verkauft bis auf Weiteres keine Fahrkarten mehr und setzt den Vordereinstieg aus. Als Kunde besteht allerdings weiterhin die Möglichkeit, ein gültiges Ticket auf folgenden Wegen zu erwerben: a) an den RMV-Fahrkartenautomaten, b) am Kundenzentrum „Stadtschloss“, c) per Handyticket, d) im Onlineshop des RMV oder e) an sonstigen RMV-Vorverkaufsstellen.

Schutzzonen auch im Kinzigtal

Auch der Regionalverkehr Main-Kinzig ergreift Schutzmaßnahmen im ÖPNV: Seit Samstag bleibt auf sämtlichen Linien des Linienbündels 8 und 9 die vordere Einstiegstür aller Busse zum Schutz des Fahrpersonals sowie der Fahrgäste geschlossen.

Ein Absperrband riegelt dabei den Bereich des Fahrraums ab. Zudem wird eine fahrgastfreie Schutzzone hinter dem Fahrerarbeitsplatz eingerichtet und deutlich gekennzeichnet. Der Ein- und Ausstieg erfolgt nur noch über die hintere Tür.

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