Einsatzkräfte der Bundespolizei stehen auf einem Bahnsteig vor einem von insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.
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Einsatzkräfte der Bundespolizei stehen auf einem Bahnsteig vor einem von insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.

Zunächst ohne Zwischenfälle

Castor-Transport in Biblis angekommen: Atommüll-Zug rollte auch durch Fulda und Hünfeld

Auf dem Weg nach Biblis ist der Castor-Transport am Mittwoch auch durch Osthessen gerollt. In den frühen Morgenstunden hat der Atommüll-Zug nach einem Zwischenstopp in Hünfeld den Fuldaer Bahnhof passiert.

+++ 11.55 Uhr: Ohne größere Zwischenfälle sind sechs Castor-Behälter mit deutschem Atommüll aus der britischen Atomanlage Sellafield auf das Kraftwerksgelände im südhessischen Biblis gebracht worden. Der rund 600 Meter lange Zug, der am Dienstagabend im niedersächsischen Hafen Nordenham gestartet war, erreichte am Mittwochvormittag seinen Zielort. Nun sollen die Behälter dort abgeladen und in das Zwischenlager auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks im Kreis Bergstraße gebracht werden.

Erstmeldung vom 4. November, 7.58 Uhr:

Biblis/Fulda - Erstmals seit Jahren gibt es wieder einen größeren Rücktransport von Atommüll in Castoren nach Deutschland. Der Castor-Zug aus der britischen Atomanlage Sellafield wird an diesem Mittwoch in Biblis erwartet. Dort soll der Atommüll in einem stillgelegten Kernkraftwerk gelagert werden.

Um kurz nach 5 Uhr hat der Castor-Transport den Fuldaer Bahnhof passiert.

Am Dienstagabend hatte der 600 Meter lange Zug mit sechs Castoren gegen 19.40 Uhr den niedersächsischen Hafen Nordenham verlassen. In der Nacht passierte er gegen 00.50 Uhr dann die Ländergrenze zu Hessen. Nach einem Zwischenstopp in Hünfeld ist der Castor-Transport um kurz nach 5 Uhr durch den Bahnhof in Fulda gerollt.

Castor-Transport: Atommüll-Zug wird am Mittwoch in Biblis erwartet

Zahlreiche Polizisten haben sich in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Bahnhofs postiert.

Atomkraftgegner hatten Proteste entlang der möglichen Fahrtstrecken nach Süden angekündigt. Die Bundespolizei sicherte deshalb nach eigenen Angaben mehrere Bahnstrecken in Niedersachsen und Hessen, aber auch in Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die Route führte dann aber doch ohne einen Umweg über Nordrhein-Westfalen in den Süden.

Die Protestaktionen verliefen laut Polizei friedlich. „Es gab keine Störungen während der Schiffsankunft, der Verladephase und während des Transportes“, teilte die Polizei in Oldenburg mit. Lediglich drei Verstöße gegen die Corona-Regeln wurden festgestellt, weil kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Außerdem hatten Unbekannte im Bereich Nordenham unerlaubt eine Drohne steigen lassen.

Die Castor-Transporte waren in Vergangenheit oft von großen Protesten mit Blockaden der Gleise begleitet gewesen. An dem Transport des gefährlichen Materials gibt es viel Kritik. Umweltschützer sehen Mängel am Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite bei den Castor-Behältern. Die für die Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) weist diese Bedenken zurück.

Bündnis „Castor stoppen“ kündigt Demonstration in Biblis an

Das Bündnis Castor stoppen“ kündete Kundgebungen in Biblis unter Einhaltung der Corona-Regeln an. Unabhängig vom Fahrplan des Zuges sollte es am Nachmittag eine Demonstration geben.

Für Deutschland ist es der erste große Rücktransport von Atommüll in Castoren seit neun Jahren. Nach Angaben der Bundesregierung muss Deutschland aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen - aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague.

Kritik an dem Transport hatte es auch angesichts der Corona-Pandemie und einer möglichen Gefährdung der eingesetzten Polizeibeamten gegeben. Die Polizei verwies auf ein umfassendes Hygienekonzept, die Gesundheit aller Beteiligten genieße höchste Priorität. (lio, dpa)

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