Vier Teilnehmer aus der Region geben ihr Statement zum CDU-Landesparteitag ab.
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Vier Teilnehmer aus der Region geben ihr Statement zum CDU-Landesparteitag ab.

Bouffier wiedergewählt

Vier Teilnehmer aus der Region geben ihr Statement zum Parteitag ab - „Nicht wenige Delegierte mussten um Fassung ringen“

Volker Bouffier ist mit 92,6 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden der CDU wiedergewählt worden. Vier Teilnehmer, die aus der Region kommen, haben gegenüber unserer Zeitung ein Statement zum Parteitag abgegeben.

Willingen - Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit großer Mehrheit als Vorsitzender der CDU in seinem Land bestätigt worden. Auf dem Landesparteitag im nordhessischen Willingen erhielt er am Samstag 92,6 Prozent der Stimmen.

Damit blieb der 68-Jährige allerdings deutlich hinter seinem Ergebnis im Jahr 2018 mit 98,5 Prozent zurück. Das aktuelle Ergebnis ist der niedrigste Zustimmungswert bei der Wahl zum Parteichef, den Bouffier bisher erzielt hat. Der CDU-Politiker zeigte sich dennoch zufrieden: „Nach so vielen Jahren im Amt und in einer sehr schwierigen Zeit ist das ein sehr guter Vertrauensbeweis.“

Gegenüber unserer Zeitung haben vier Teilnehmer aus der Region ihr Statement zum Parteitag abgegeben.

Michael Ruhl: Emotionaler Höhepunkt war das Gedenken an Walter Lübcke und Thomas Schäfer

Landtagsabgeordneter Michael Ruhl aus Lauterbach: „Normalerweise zeichnet sich ein Landesparteitag auch dadurch aus, dass man am Rande des Parteitages viel mit den Parteifreunden aus den anderen Teilen Hessens ins Gespräch kommt. Das war dieses Mal anders, da jeder Delegierte auf dem ihm persönlich zugewiesenen Platz bleiben musste, um das Ansteckungsrisiko wegen der Corona-Pandemie zu minimieren. Dazu gehört auch, dass der Parteitag parallel in zwei Hallen stattfinden musste.

Emotionaler Höhepunkt war sicherlich das Gedenken an Walter Lübcke und Thomas Schäfer, deren Familien ebenfalls anwesend waren. Als Mitglied im Haushaltsausschuss habe ich eng mit Thomas Schäfer zusammengearbeitet. Neben dem Politischen war er auch persönlich ein guter Freund.

Volker Bouffier hat mit gut 92 Prozent ein gutes Ergebnis bekommen, was zeigt, dass die Partei weiterhin hinter ihm steht. Es freut mich aber auch, dass mit dem Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule und dem Fuldaer Landtagskollegen Markus Meysner Osthessen gut im Landesvorstand der CDU vertreten ist.“

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Michael Brand: Gut war, dass Volker Bouffier klar Stellung zum Dannenröder Forst bezogen hat

Bundestagsabgeordneter Michael Brand aus Fulda: „Der Parteitag war politisch eindeutig und entschlossen, und er war auch menschlich sehr bewegend, denn zu Beginn wurden zwei Persönlichkeiten und ihr Leben gewürdigt. Der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke und der unerwartete Tod von Finanzminister Thomas Schäfer machen weiter fassungslos. Nicht wenige Delegierte waren so bewegt, dass sie um Fassung ringen mussten. Dass beide Familien zum Parteitag gekommen sind, hat mich wie viele berührt.

Politisch war die Bestätigung des Kurses von Ministerpräsident Bouffier die wichtigste Entscheidung, sowohl persönlich als auch inhaltlich. Bei der Debatte wurde klar, wie wichtig und erfolgreich die enge Abstimmung zwischen Bund und Land bleibt, gerade bei der Pandemie. Dabei haben zwei Hessen an der Spitze, nämlich Kanzleramts-Chef Helge Braun und unser Ministerpräsident, klug gehandelt und sicher durch die Krise gesteuert.

Gut war, dass Volker Bouffier klar Stellung bezogen hat zum Dannenröder Forst und der A49: Der Rechtsstaat ist zu respektieren, die von ihm getroffenen Entscheidungen, die inzwischen von Gerichten bestätigt wurden, auch. Es soll keine Gewalt geben, weder Behinderung der staatlichen Stellen noch Gewalt gegen diejenigen, die das rechtsstaatliche Verfahren umsetzen. Insgesamt wird von dieser Versammlung das gewünschte Signal für die Mobilisierung zur Kommunalwahl im nächsten Jahr ausgehen.“

Video: Hessen trauert um erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke

Heiko Wingenfeld: Die Organisation des Parteitags war perfekt

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld in Fulda: „Volker Bouffier hat mit einer sehr starken Rede unter Beweis gestellt, dass er mit seiner Kompetenz, Erfahrung und seinem Weitblick genau der Richtige ist, um unser Land und die hessische CDU in dieser schwierigen Zeit zu führen. Besonders gut gefallen hat mir auch die Rede der neuen Fraktionsvorsitzenden Ines Claus. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die CDU immer wieder erneuert und unterschiedliche Generationen an einem Strang ziehen.

Als Bezirksvorsitzender Osthessen freue ich mich sehr, dass mit Markus Meysner und Stephan Paule (Alsfeld) zwei Vertreter aus der Region als Beisitzer in den Landesvorstand gewählt wurden. Die Organisation des Parteitags war perfekt. Damit zeigt die CDU, dass auch in der Pandemie Demokratie gelebt werden kann.“

Michael Reul: Volker Bouffier ist der Garant für eine besonnene und klare Politik

Landtagsabgeordneter Michael Reul aus dem Main-Kinzig-Kreis: „Ich habe mich über das hervorragende Ergebnis von 92,6 Prozent der Stimmen für Volker Bouffier bei der Wahl zum Landesvorsitzenden der CDU Hessen gefreut. Er ist der Garant für eine besonnene und klare Politik in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie.

Der Landesparteitag der CDU Hessen in Willingen war ein außergewöhnlicher Parteitag. Die Delegierten saßen auf zwei Hallen verteilt und mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern auf einzelnen Stühlen. Bei der Stimmabgabe am Sitzplatz musste immer der Mund- und Nasenschutz angelegt werden. Der sonst auf Parteitagen übliche Austausch durch Gespräche der Delegierten untereinander war nur sehr eingeschränkt möglich und deshalb sehr ungewohnt.

Aber wichtig ist, dass gerade in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie, trotzdem Strukturen möglich sind, Parteiwahlen und Parteitage durchzuführen. Diese sind die Grundlage für die politische Arbeit und die Legitimation der Gremien und tragen zur funktionierenden Demokratie bei.“

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