Der unterlegene Friedrich Merz gratuliert Armin Laschet zur Wahl als Parteivorsitzender beim digitalen Bundesparteitag der CDU.
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Der unterlegene Friedrich Merz gratuliert Armin Laschet zur Wahl als Parteivorsitzender beim digitalen Bundesparteitag der CDU.

Neuer CDU-Parteichef

Merz verliert wieder: Laschet soll AKK an CDU-Spitze ablösen – Delegierter Adams sorgt für Lacher

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet wird neuer CDU-Chef! Der 59-Jährige setzte sich auf dem digitalen CDU-Parteitag in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz durch. Der Ex-Unionsfraktionschef war wohl der von der CDU Fulda bevorzugte Kandidat.

Update vom 16. Januar, 11.45 Uhr: Die am Samstag auf dem digitalen CDU-Parteitag getroffene Entscheidung muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden. Laschet bekam 521 Stimmen, Merz 466 Stimmen. Es wurden 991 Stimmen abgegeben, vier Delegierte enthielten sich. Im ersten Wahlgang war Merz auf 385 Stimmen gekommen, Laschet auf 380 Stimmen. 224 Stimmen entfielen auf Norbert Röttgen, der damit auf dem dritten Platz landete und somit aus dem Rennen war.

Laschet soll Kramp-Karrenbauer an CDU-Spitze ablösen   

Laschet sagte nach der Wahl, er sei sich der Verantwortung bewusst und werde alles dafür tun, damit die CDU erfolgreich durch das Jahr gehe und den nächsten Kanzler stelle. Er dankte der scheidenden Parteichefin Annegret Kamp-Karrenbauer sowie Röttgen und Merz für einen fairen Wahlkampf.

Der 59-Jährige ist seit 2017 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. In seiner Bewerbungsrede auf dem CDU-Parteitag hatte er seine Erfahrung als Regierungschef betont. „Man muss das Handwerkszeug einer Politik der Mitte beherrschen.“ Laschet verwies auf die Verhandlungen zum Kohleausstieg oder den Kampf gegen Kriminalität in NRW. Er hat als einziger der drei Bewerber um den Parteivorsitz ein Regierungsamt.

CDU-Kanzlerkandidat: YouTube-User schlagen Hans-Werner Adams vor

Auch im Machtkampf um den CDU-Vorsitz hatte Laschet versucht, vor allem mit seiner Erfahrung als NRW-Ministerpräsident zu punkten - und mit einem Kurs von „Maß und Mitte“. Eine scharfe Abgrenzung von der in der Bevölkerung wieder äußerst beliebten Kanzlerin Angela Merkel versuchte der Bergmannssohn aus Aachen zuletzt zu vermeiden.

Quasi zum „Social Media“-Star beim Parteitag der CDU avancierte der Delegierte Hans-Werner Adams. „Herr Adams, Herr Adams?“ Der Delegierte aus Sinzig (Rheinland-Pfalz) versuchte bei der Fragerunde, sich zu Wort zu melden und wurde auch zweimal für einige Sekunden groß eingeblendet. Wohl aufgrund technischer Probleme legte er aber nicht los. Im Livechat des TV-Senders Phoenix auf YouTube schlugen daraufhin etliche User Adams als nächsten Kanzlerkandidaten vor.

Wer soll es werden? Laschet, Röttgen oder Merz? Das sagen die sechs Delegierten aus Osthessen

Erstmeldung vom 16. Januar, 6.52 Uhr: Nach fast einjähriger Verzögerung wegen der Corona-Pandemie entscheidet die CDU an diesem Wochenende, wer neuer Parteichef wird. Friedrich Merz, Armin Laschet oder Norbert Röttgen? Fällt auch eine Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur?

Armin Laschet, Norbert Röttgen oder Friedrich Merz (von links)? Wer wird neuer CDU-Parteichef?

Offiziell hat der Online-Parteitag mit 1001 Delegierten am Freitagabend um 18 Uhr begonnen. Dann waren aus dem Parteitagsstudio auf dem Berliner Messegelände Reden der scheidenden Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und ihres Generalsekretärs Paul Ziemiak sowie Grußworte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Markus Söder und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geplant.

CDU-Parteichef: Friedrich Merz? Armin Laschet? Norbert Röttgen? So wählen die Osthessen

Im werden wegen der Corona-Pandemie nur der engste Führungszirkel um Kramp-Karrenbauer und Ziemiak, die drei Kandidaten sowie Techniker anwesend sein. Nationale und internationale Gäste sowie Journalisten sind wegen der Corona- Pandemie nicht zugelassen. Der CDU-Parteitag soll jedoch komplett im Internet (www.cdu.de/livestream) und im Free-TV (Phönix) übertragen werden.

Die Parteichef-Wahl ist für Samstagvormittag vorgesehen. Die CDU will als erste Partei in Deutschland ihren Vorsitzenden online wählen. Neben Außenpolitiker Norbert Röttgen (55) treten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59) und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (65) zur Wahl an. Es wird damit gerechnet, dass keiner der Kandidaten schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erhält und dass direkt im Anschluss ein zweiter Wahlgang nötig wird.

Von den 1001 Delegierten kommen 88 aus Hessen. Aus den Kreisen Fulda, Vogelsberg und Main-Kinzig sind die folgenden sechs Delegierten gemeldet: Michael Brand, Markus Meysner, Bernd Woide, Dr. Jens Mischak, Dr. Peter Tauber, Dr. Katja Leikert. Vier haben diese sechs lokalen Politiker zu ihrer jeweiligen Position gefragt.

Friedrich Merz neuer Parteichef? CDU Fulda legt sich nicht auf festes Votum fest

Markus Meysner (Landtagsabgeordneter und Kreisverbandsvorsitzender Fulda): „Wir froh, dass endlich ein Parteitag, wenn auch nur digital, stattfindet. Zudem sind wir froh, eine Möglichkeit gefunden zu haben, einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Ich hoffe, dass die Informationen, insbesondere der Kandidaten, ein klareres Endergebnis bringen, als es sich in den Umfragen darstellt. Das Wichtigste ist letztendlich, das wir geeint und an ,einem Strang ziehend‘ den Parteitag beenden und alle den neuen Bundesvorsitzenden unterstützen.

Der Fuldaer CDU-Kreisvorstand hat sich bei der letzten Vorsitzendenwahl für Friedrich Merz ausgesprochen. Bei der jetzigen Wahl gibt es kein festes Votum. Persönlich gibt es eine Präferenz für Merz, aber noch keine Festlegung. Merz ist zum einen ein Wirtschaftspolitiker, und ich glaube, wir müssen in der jetzigen Situation einen Fokus auf die Wirtschaft legen, aber er gibt auch zu vielen anderen Zukunftsthemen interessante Lösungsansätze. Zum anderen steht er für eine Aufbruchstimmung, die viele Wähler erwarten.“

Michael Brand (Bundestagsabgeordneter aus Fulda): „Ein erfahrener Wirtschaftsfachmann, ein erfolgreicher Ministerpräsident und ein profilierten Außenpolitiker, denen ich allen dreien die Führung der Volkspartei CDU zutraue, ist ein Luxusproblem, das andere Parteien gerne hätten. Die Wahl wird knapp, danach braucht es keine Sieger oder Verlierer, sondern eine Partei, die geschlossen und mit Kampfkraft hinter dem neugewählten Vorsitzenden steht. Deshalb bleibt meine Entscheidung bei der geheimen Wahl auch bei mir und so halten es nicht wenige Delegierte.“

Dr. Katja Leikert (Bundestagsabgeordnete aus dem Main-Kinzig-Kreis): „Die CDU hat die Wahl zwischen drei sehr guten Kandidaten, der Ausgang ist aus meiner Sicht offen. Ich werde meine finale Entscheidung kurzfristig treffen. Wir brauchen einen echten Modernisierer an der Spitze, jemanden, der die Partei erneuert und den festen Willen hat, Politik agiler zu gestalten.

Der wirtschaftliche Wiederaufbau nach Corona, Deutschlands Rolle in Europa und der Welt, Klimaschutz, Bildung, Migration und Digitalisierung – auf all das brauchen wir kluge Antworten. Wichtig ist, dass sich auch diejenigen, deren Kandidaten nicht gewählt werden, hinter dem neuen Parteichef versammeln.“

Dr. Peter Tauber (Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär im Verteidigungsministerium aus Gelnhausen): „Die CDU straft mal wieder alle Lügen, die sagen, wir hätten nicht verstanden, was die Zukunft verlangt. Wir sind die erste Partei, die Wahlen auf einem digitalen Parteitag durchführt. Wir reagieren als Partei aber auch in Verantwortung auf die aktuelle Lage.

Mit Röttgen, Laschet und Merz haben wir drei Kandidaten für den Parteivorsitz, die alle besser geeignet fürs Kanzleramt sind als Robert Habeck oder der Kandidat der SPD. Insofern haben die Delegierten die Qual der Wahl. Ich werde wohl für Armin Laschet stimmen. Er hat erfolgreich eine Wahl für die CDU in NRW gewonnen.“

Bernd Woide (Landrat des Landkreises Fulda): „Alle drei sind veritable und gute Kandidaten, die die CDU führen können. Ich persönlich war bereits bei der Vorsitzendenwahl im Jahr 2018 für Friedrich Merz und werde ihn auch diesmal wählen. Er bringt neue Perspektiven mit, die gut für die Partei sind.“ 

Neuer CDU-Parteichef? Tendenz bei Delegierten aus Osthessen geht zur Friedrich Merz

Dr. Jens Mischak (Kreisvorsitzender der CDU im Vogelsberg): „An meiner persönlichen Präferenz hat sich nichts geändert. Bereits vor zwei Jahren habe ich für Friedrich Merz votiert. Ich halte ihn für den überzeugendsten und authentischsten Kandidaten. Seine These, dass wir die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit mit und nicht gegen die soziale Marktwirtschaft lösen müssen, wird die zentrale Aufgabe der CDU in den nächsten Jahren sein. Röttgen hat für mich an Profil über die Außenpolitik hinaus gewonnen und stünde ebenso für eine Erneuerung der Partei.“

Fazit: Drei der sechs Delegierten aus den Landkreisen Fulda, Vogelsberg und Main-Kinzig tendieren zu Friedrich Merz. Bernd Woide und Dr. Jens Mischak haben sich mehr oder weniger schon fix auf Friedrich Merz festgelegt. Zwei der sechs Delegierten der Region – Dr. Katja Leikert und Michael Brand – sagen nicht, für welchen neuen CDU-Parteichef sie votieren. Armin Laschet hat mit Peter Tauber einen Unterstützer. Und für Norbert Röttgen bekennt sich vorab niemand.

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