Daniel Muth aus Fulda, Chefermittler in dem Mordfall Lübcke, bezeichnete Markus H. als Ideengeber. H. sei ein Freund des Lübcke-Mörders Stephan Ernst gewesen.
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Daniel Muth aus Fulda, Chefermittler in dem Mordfall Lübcke, bezeichnete Markus H. als Ideengeber. H. sei ein Freund des Lübcke-Mörders Stephan Ernst gewesen. (Archivfoto)

Untersuchungsausschuss

Chefermittler Daniel Muth aus Fulda äußert sich zu Mordfall Lübcke: Markus H. war „Pflänzchensetzer“

Vor dem Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag ging es unter anderem um die Rolle von Markus H., einem Freund des Lübcke-Mörders Stephan Ernst. Daniel Muth, Ex-Kripo-Chef in Fulda und Chefermittler in dem Fall, bezeichnete ihn als Ideengeber.

Wiesbaden - Markus H. ist vom Chefermittler im Mordfall Lübcke als Ideengeber aus dem Hintergrund eingestuft worden. H. sei kein Führer der rechten Szene in Nordhessen gewesen, sagte Daniel Muth am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag in Wiesbaden. H. sei aber „Pflänzchensetzer“ bei Stephan Ernst gewesen. Der Leitende Kriminaldirektor Muth war Leiter der „Soko Liemecke“, die im Mordfall Walter Lübcke ermittelte.

Ernst und H. seien Freunde gewesen, beide „stramm rechts“, wie Muth erläuterte. H. sei polizeilich gesehen „nicht wirklich gefährlich“ gewesen. Ernst und H. seien jedoch der Auffassung gewesen, dass man „gegen die Überislamisierung in Deutschland und Europa etwas tun müsse“. Ernst hatte den Mord an Walter Lübcke wiederholt gestanden - jedoch in unterschiedlichen Versionen. Dabei belastete er Markus H., der mit am Tatort gewesen sei. H. selbst hatte sich nicht geäußert.

Chefermittler Muth aus Fulda im Mordfall Lübcke: Markus H. war Ideengeber

Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte Stephan Ernst Ende Januar 2021 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Deutsche den Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke aus rechtsextremen Motiven erschossen hat. Markus H. war wegen Beihilfe zum Mord an dem CDU-Politiker angeklagt, wurde in diesem Anklagepunkt jedoch freigesprochen. Er wurde wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Leitende Kriminaldirektor Muth schilderte, dass H. ein Video ins Internet gestellt habe, in dem Worte Lübckes auf einer Bürgerversammlung zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft stark verkürzt zitiert wurden. „Das Video war ein viraler Hit“, sagte Muth. Ernst und H. hätten sich danach als etwas Besonderes gefühlt, als „diejenigen, die etwas machen müssen“. (Lesen Sie hier: Michael Brand sieht nach Mord an Walter Lübcke auch Schuld bei AfD - „Hass wie ein Krebsgeschwür“)

Der Untersuchungsausschuss soll die Rolle der hessischen Sicherheitsbehörden im Mordfall Lübcke aufarbeiten. Der Kasseler Regierungspräsident war 2019 getötet worden. (dpa)

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