Wegen der Corona-Schließungen ist Adler zahlungsunfähig.
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Wegen der Corona-Schließungen ist Adler zahlungsunfähig.

Überschuldung wegen Corona

Modehändler Adler ist insolvent: Auch Filiale in Kaiserwiesen in Fulda betroffen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Erneut muss ein großer Textilanbieter Insolvenz anmelden – erneut ist eine Filiale in Fulda betroffen. Wegen der Corona-Schließungen ist Adler zahlungsunfähig. Das Unternehmen hat eine Filiale in den Kaiserwiesen – die derzeit wegen der Corona-Auflagen geschlossen ist.

Fulda - Als Grund der Insolvenz nennt das Unternehmen Überschuldung. Adler hat beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Es wolle sich über einen Insolvenzplan sanieren. Dabei solle der Geschäftsbetrieb der Adler Modemärkte AG „unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt werden“ – soweit das wegen der Corona-Auflagen derzeit möglich ist.

„Auslöser für den Insolvenzantrag sind die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des neuerlichen Covid-19-Lockdowns“, teilt das börsennotierte Unternehmen mit. „Trotz intensiver Bemühungen war es nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds bzw. durch Investoren zu schließen.“

Corona-Insolvenz bei Adler Modemärkte AG: Müssen 3350 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen?

Adler Modemärkte ist auf Fachmarktzentren spezialisiert – wie in den Kaiserwiesen in Fulda. Die Firma betreibt 171 Filialen, davon 142 in Deutschland, und einen Onlineshop sowie Märkte in Österreich, Luxemburg sowie in der Schweiz. Der Fokus lag auf der Altersgruppe ab 55 Jahren. Prominentes Gesicht von Adler ist die deutsche Fernsehmoderatorin Birgit Schrowange.

Ob die rund 3350 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen müssen, ist offen. Der Geschäftsbetrieb und die Kunden sollten von der Insolvenz vorerst nichts merken. Und die Läden offenbar wieder geöffnet werden, wenn die Corona-Bestimmungen das ermöglichen. „Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen“, sagt Vorstandschef Thomas Freude.

Vielen Unternehmen aus der Modebranche ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Das Coronavirus traf, als es bereits im Frühjahr 2020 für flächendeckende Ladenschließungen in Deutschland sorgte, bei Herstellern und Händlern sozusagen vorgeschädigte Opfer. Im Frühjahr meldeten unter anderem Galeria Karstadt Kaufhof, AppelrathCüpper und Esprit Insolvenz an. Schon Im Frühjahr 2019 hatte das Unternehmen Adler angekündigt, 17 Filialen zu schließen, nachdem es das Jahr 2018 mit einem Fehlbetrag von 2,6 Millionen Euro abgeschlossen hatte.

Merkur.de berichtet von Reaktionen auf die Insolvenz von Adler*: „Oh je schade, hab gerne bei Adler eingekauft. Es gab auch eine große Auswahl für große Größen und zu einem vernünftigen Preis“, schreibe beispielsweise eine Stammkundin unter einem Facebook-Beitrag von BR24. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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