Regenbogen als Symbol der Kinder in der Corona-Krise: Mara Schleicher (rechts) und Sophia Vogler halten einen ihrer Briefe.
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Regenbogen als Symbol der Kinder in der Corona-Krise: Mara Schleicher (rechts) und Sophia Vogler halten einen ihrer Briefe.

Post als Mutmacher

Corona-Aktion: Grundschülerinnen schreiben und gestalten Briefe

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
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Weil ältere Bewohner wegen der Corona-Pandemie soziale Kontakte möglichst vermeiden sollen und um Nachbarn in der Corona-Krise eine Freude zu bereiten, greifen zwei Grundschülerinnen seit rund zwei Wochen zu Buntstiften und Papier. Sie schreiben fleißig Briefe und verteilen sie im Dorf.

  • Zwei Grundschülerinnen wollen den Dorfbewohnern in Uttrichshausen in der Corona-Krise Mut machen.
  • Dazu gestalten die 9- und 10-Jährige Briefe und verteilen sie im Dorf.
  • Die Empfänger freuen sich über die bunten Botschaften.

Uttrichshausen - Abstand halten ist seit Wochen das Gebot der Stunde. Angehörige sollten Großeltern oder Eltern nicht einfach besuchen, Umarmungen oder Zärtlichkeiten sind in Zeiten von Corona ein Gesundheitsrisiko, gerade für Senioren und Vorerkrankte. Zudem haben Schulen, Kitas, Behörden und Firmen vielfach ihren Betrieb heruntergefahren oder sind ganz geschlossen. Kurzarbeit und Zukunftssorgen treiben viele Menschen derzeit um. 

Grundschülerinnen wollen Mut machen

Zwei Mädchen aus Uttrichshausen brachten diese Umstände auf die Idee: Mara Schleicher (9) und Sophia Vogler (10) setzten sich zusammen und begannen liebevoll gestaltete Briefe zu schreiben und zu gestalten. „Das machen wir, wenn wir Lust haben, drinnen oder auch hier im Hof“, sagt Mara. Weil auch für sie die Schule geschlossen ist, haben sie mehr Freizeit.

Jeder Brief mit eigenem Bild

Während die eine den Text schreibt, malt die andere die Motive. Sie zeigen einen bunten Regenbogen, gelbe Smileys mit Mundschutz, bunte Muster, zwei Eulen auf einem Baum, die Abstand zueinander halten, oder Traumfänger. „Jede ist anders“, sagt Sophia. Nur der Text ist gleich: „Die Zeit mit Corona ist schwer. In den Läden muss man einen Mundschutz tragen. Wir hoffen es geht euch gut. Bleibt gesund“, steht in den DIN-A5-großen Briefen geschrieben.

Schon 40 Briefe verteilt

Es sollen farbenfrohe Mutmacher in Zeiten der Isolation, Einsamkeit und Einschränkung sein. Verteilt werden die Botschaften auf Papier im ganzen Ort, an Familien von Schulfreunden, an Lehrer, Nachbarn und auch Ältere in ganz Uttrichshausen. Zwei Verteilrunden mit rund 20 Briefen haben die Mädchen, die gemeinsam die altersübergreifende Klasse 3/4 besuchen, in Uttrichshausen nebenan wohnen und viel Zeit in der Freizeit miteinander verbringen, schon hinter sich. 

Lehrerin erfreut über Engagement

Zu den ersten Empfängern der Briefe der Grundschülerinnen gehören Heinz Opfer und Petra Muth. Der 77-Jährige zeigte sich begeistert und erfreut über die Aktion. „Es war sehr schön“ sagte er. Muth, die als Betreuerin, Lehrerin und Hausmeisterin an der örtlichen Grundschule arbeitet, war gerührt und freut sich über die Briefe und das Engagement sehr, zumal die Mädchen die Aktion von sich aus machen, wie sie betont. 

Mütter sind begeistert

Auch die Mütter der Kinder, Domenika Vogler und Eva Schleicher, freut die Aktion. Inzwischen hätten sich mehrere Empfänger per Messengerdiensten oder soziale Medien bedankt. Sogar eine Tüte mit Süßem hing eines Morgens an der Tür als Dankeschön. „Da kann man schon Gänsehaut bekommen“, sagt Eva Schleicher. 

Die Empfänger gehen den Mädchen nicht aus

Solange die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gelten, wollen die beiden Mädchen weitermachen. „Wir haben eine Liste“, sagt Mara. Immer wieder falle ihnen jemand Neues ein, dem sie noch einen Brief schreiben wollen.

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