Coronavirus - Innengastronomie geöffnet
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In Fulda gelten bald schärfere Corona-Regeln. Unter anderem gibt es wieder eine Testpflicht für die Innengastronomie. (Symbolbild)

Wegen steigender Inzidenz

Corona in Fulda: 3G-Regel ab Montag - Das sagen Gastronomen, Veranstalter und Friseure

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Die Inzidenz steigt – die Regeln werden verschärft. Ab Montag gilt im Landkreis Fulda in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die 3G-Regelung. Was bedeutet das für Friseure, Gastronomen, Clubbesitzer und Veranstalter? 

Fulda - „Wir müssen damit leben“, sagt Steffen Ackermann, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands im Kreis Fulda mit Blick auf die neuen Beschlüsse, die ab Montag gelten, und fügt an: „Wir hätten jedoch mehr erwartet.“ Insbesondere hätte er sich gewünscht, dass neben der Inzidenz auch andere Parameter in die Analyse der Corona-Situation einfließen.

„Wir müssen die Inzidenz weit unten halten, und wenn wir mit den neuen Beschlüssen dazu beitragen können, dann soll das so sein.“ In diesem Jahr komme das schlechte Wetter erschwerend zur Situation hinzu. Denn dieses sorge dafür, dass insbesondere die weniger gefährdete Außengastronomie weniger genutzt werde. Der Vorsitzende rechnet mit Umsatzrückgängen.

Corona in Fulda: 3G-Regel kommt - Das sagen Gastronomen und Veranstalter

Wie sich die neuen Regeln auswirken werden, ist „schwer abzusehen“, findet Frank Seger, Inhaber des mexikanischen Restaurants Chumbos im Bermudadreieck in Fulda. „Vielleicht sind genügend Personen geimpft, die dann weiterhin essen gehen“, hofft er. Doch wie es sich mit den Gästezahlen tatsächlich verhalten werde, wisse er nicht. Er vermutet, dass mehr einzelne Personen oder Pärchen sein Restaurant besuchen werden.

„Es ist sicherlich ein Rückschritt“, fasst er zusammen. Schließlich werde den Menschen ein „kleines Stückchen Freiheit“ wieder genommen. Bis zuletzt sei ein „fast normales Leben“ möglich gewesen. Mit der Testpflicht habe er dennoch bislang bei seinen Gästen gute Erfahrungen gemacht. Dass das Einfordern von Negativ-Nachweisen nun wieder auf ihn zukomme, könne er verstehen. „Irgendeinen Maßstab brauchen wir eben.“

Auf die geplante Veranstaltung „Wein im Schlosshof“ – das Weinfest in Fulda – haben die neuen Regelungen keinerlei Auswirkungen, sagt Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda. Schließlich handele es sich um eine Open-Air-Veranstaltung. „Bei den Planungen sind wir in Bezug auf die Teilnehmerzahlen und Hygienemaßnahmen von Beginn an besonnen und vorausschauend gewesen“, sagt sie.

So habe man sich bewusst für weiträumige Open-Air-Formate mit begrenzten Teilnehmerzahlen entschieden. Das Veranstaltungsmanagement sei zudem flexibel angelegt, sodass auf Veränderungen schnell und unkompliziert reagiert werden könne und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst werden könnten. Die Planung sehe eine „maximale und sichere Durchführbarkeit auch unter möglichen steigenden Infektionszahlen und neuen Auflagen vor“.

Video: Das sind die neuen Corona-Regeln in Deutschland

Auch im Hinblick auf das Fürstliche Gartenfest in Eichenzell verändert sich „glücklicherweise nichts“, wie Anja Heil, Organisationsleiterin, sagt. Das Fest werde als „Spezialmarkt“ eingestuft, weshalb man von den Regeln des Eskalationskonzeptes weitestgehend unberührt bleibe. In Gedrängesituation müssten dennoch Masken getragen werden. „Damit können wir sehr gut leben“, sagt Heil. Ratsam sei es dennoch, die Tickets im Vorverkauf zu erwerben, um größere Schlangen zu und Gedränge zu vermeiden.

„Es ist wieder ein Rückschritt“, sagt Carolin Gaul, Inhaberin des Friseursalons Carolins Haarstudio in Giesel. Positiv sei, dass indes eine Vielzahl an Menschen geimpft sei. Dennoch habe sie Angst, dass die Menschen sich künftig ob der Beschränkungen wieder gegen einen Friseurbesuch entscheiden. Es komme zudem mehr Arbeit auf sie zu, schließlich bestehe nun wieder Aufklärungsbedarf bei den Kunden.

Friseurin aus Fulda befürchtet weitere Umsatzeinbußen

Wie die Reaktionen auf die neuen Regeln sein werden, vermag die 42-Jährige noch nicht zu beurteilen. Weil sie zuletzt drei Wochen im Urlaub gewesen sei, sei ihr Terminplaner für die kommende Woche zwar voll. „Wie viele Absagen da jetzt jedoch kommen, weiß ich natürlich nicht.“

In die Zukunft blickt die Inhaberin ängstlich, denn: „Viele haben es sich einfach abgewöhnt, zum Friseur zu gehen.“ Einige hätten außerdem zu Hause gelernt, sich die Haare zu schneiden. „Am Ende des Jahres bedeutet das für mich Umsatzeinbußen.“

Weitere Statements

Was Clubbesitzer und Hallenbad- beziehungsweise Thermenbetreiber von den neuen Corona-Regeln halten, erfahren Sie in der Printausgabe der Fuldaer Zeitung vom Freitag, 20. August, und im digitalen E-Paper.

„Durch die Erfahrung mit der Testpflicht haben wir eine gewisse Routine“, sagt Timo Zimmermann vom Frieseursalon Unity Hair in Fulda. Positiv bewerte er, dass nun über das Wochenende Zeit sei, um Vorbereitungen zu treffen und Kunden zu informieren. Über die Sinnhaftigkeit der Regeln lasse sich jedoch streiten, findet er. „Es ist eben ein Instrument, um die Menschen wieder zu sensibilisieren“, sagt er. „Wir sind aber gut vorbereitet.“ Doch es gibt auch Kritik zu den neuen Corona-Regeln im Landkreis Fulda.

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