Ilona Götz (von links), Sina Ilchmann und Bernhard Lindner halten ein Plakat mit der Aufschrift „75 Jahre Arbeiterwohlfahrt in Fulda“ hoch
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Ilona Götz (von links), Sina Ilchmann und Bernhard Lindner sind stolz auf 75 Jahre Arbeiterwohlfahrt Fulda.

Start mit Suppenküchen

Vor 75 Jahren wurde die Arbeiterwohlfahrt in Fulda gegründet

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
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Seit 75 Jahren gibt es die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Fulda. Ein Rückblick auf die Jahrzehnte zeigt, dass bei der Arbeit der vielen Helferinnen und Helfer schon immer die Gemeinschaft im Vordergrund stand.

Fulda - 1946 fing es an: In dem vom Krieg gebeutelten Deutschland war die Not der Menschen groß. Nahrungsmittel waren rationiert, es fehlte den Menschen an vielem, auch im damals stark zerstörten Fulda. Um den Menschen zu helfen, gründete unter anderen Erna Hosemann die Arbeiterwohlfahrt in Fulda.

„Die AWO hat zur damaligen Zeit Nähstuben und Suppenküchen eingerichtet, um die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen zu bedienen“, blickt Ilona Götz, Leiterin des Büros Aktiv der AWO, zurück. Spendensammlungen prägten die Anfangsjahre. In den folgenden Jahrzehnten wuchs der Verband rasant, Lebens- und Sozialberatung gehörte bald genauso zum Aufgabenspektrum der AWO wie Hausaufgabenberatung.

Fulda: 75 Jahre AWO - Gemeinschaft zwischen Suppenküche und Nähstube

1965 eröffnete das AWO-Altenheim in Ziehers-Nord, das nach der Gründerin benannt wurde. 1975 übernahm die Vereinigung die Betreuung der sogenannten Gastarbeiterfamilien aus der Türkei (lesen Sie auch hier: AWO feiert 100 Jahre). In den vergangenen 20 Jahren kamen weitere Leistungen hinzu. Heute umfasst das Aufgabenspektrum der AWO eine bunte Mischung aus Bereichen wie Beratung, Ambulante Jugendhilfe, Arbeitsmarkt, Integration und Bildung, Asyl und offene Jugendarbeit.

An 14 Standorten in Fulda und sechs weiteren im Landkreis ist die AWO vertreten, darunter auch mit der Kita Wirbelwind in Fulda. Um alles zu bewältigen, engagieren sich etwa 250 Ehren- und 116 Hauptamtliche bei dem Wohlfahrtsverband. Jährlich werden rund 1500 Menschen betreut, darunter etwa 350 Flüchtlinge.

Gemeinschaft bei der AWO: Hier bei einer Fastnachtsfeier zu einer Zeit, als die Fotos noch keine Farbe hatten.

Engagement und Hilfe von Ehren- und Hauptamtlichen in Fulda

So berichtet etwa Sina Ilchmann, Leiterin des Stadtteiltreffs Südend, von ihrer Arbeit: „Wir helfen den Menschen hier nicht nur, sie können sich auch einbringen und engagieren. Es gibt zum Beispiel eine Gartengruppe, wir bauen Möbel, haben einen Osterputz durchgeführt und einen Spielplatz renoviert.“

Ilchmann spricht von positiven Erfahrungen, so etwa mit Flüchtlingen: „Die, die 2015 und 2016 kamen, werden in ihren Deutschkenntnissen immer fitter und möchten jetzt auch andere unterstützen. Die Hilfsbereitschaft pflanzt sich also fort.“ Schwierig sei hingegen das Finden einer Unterkunft für anerkannte Flüchtlinge, nachdem Heime aufgelöst werden, sagt Ilona Götz.

Die AWO Fulda in Zahlen

500 Mitglieder zählt die AWO Fulda in etwa. Allein in Fulda werden 14 Standorte unterhalten. Sechs weitere sind es im Landkreis. Ungefähr 250 Ehrenamtliche engagieren sich bei der AWO.Zum Jubiläum ist unter anderem am 3. Juli ein Aktionstag auf dem Uniplatz geplant. Außerdem wurde eine Geocaching-Tour durch Fulda vorbereitet, an deren Stationen Teilnehmende etwas über die AWO erfahren können. Weitere Informationen zur Tour und zum Jubiläum gibt es hier: www.awo-fulda.de

Auch während Corona habe man „das, was möglich war, organisiert“, berichtet der Kreisvorsitzende Bernhard Lindner. Vieles sei digital gelaufen, wie Götz ergänzt. „Es war schwierig, den Kontakt zu den Menschen zu halten, aber wichtig, weil es viele gab, denen die Decke auf den Kopf gefallen ist.“

Dankbar sind alle drei der Stadt und dem Landkreis für ihre fortwährende Unterstützung. Auch zukünftig werden die Folgen von Corona die AWO beschäftigen. „Im Home-Schooling sind viele Lernlücken entstanden, die es aufzuholen gilt“, sagt Lindner.

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