AbiballDie Schulen in Fulda feiern das Abitur trotz Corona. (Symbolfoto)
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Die Schulen in Fulda feiern das Abitur trotz Corona. (Symbolfoto)

Schulen zufrieden

Abitur in Fulda: Schüler feiern ihren Abschluss trotz Corona-Pandemie

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Für Abiturienten wäre nun die Zeit gekommen, sich von der Schule zu lösen und dies gebührend zu feiern. Doch: Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Corona-Pandemie das Schulgeschehen voll im Griff hat. Die einzelnen Schulen in Fulda gehen unterschiedlich mit der Situation um.

Kreis Fulda - Die Unwägbarkeit, von der Dr. Ulf Brüdigam, Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda, spricht, wenn er von der geplanten Entlassfeier der Abiturientinnen und Abiturienten berichtet, ist dieser Tage tatsächlich nicht das Coronavirus, sondern das Wetter. „Ich hoffe, es wird schön am Freitag“, sagt er, denn: Die Entlassfeier findet in diesem Jahr im Stadion in der Aue unter freiem Himmel statt.

„Es werden alle Tutorengruppen gleichzeitig verabschiedet“, berichtet Brüdigam. Dies funktioniere selbstverständlich nur mit einem entsprechenden Hygienekonzept. Das heißt, alle 109 Schülerinnen und Schüler dürfen jeweils zwei Personen mitbringen. Diese müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein. „Ich finde es großartig, dass wir den Schülern nun das geben können, was sie in der vergangenen Zeit sehr wenig hatten: Beisammensein.“

Fulda: Schüler feiern ihr Abitur in der Corona-Pandemie trotzdem

Trotz sinkender Fallzahlen und einer sich zunehmend entspannenden Lage fiel eine unter Abiturienten sehr beliebte Veranstaltung dennoch der Pandemie zum Opfer: der Abi-Streich. Ebenso fanden sämtliche Stufenpartys nicht statt. Eine Art Abiball wird es dennoch geben, sagt der Schulleiter. Franziska Hohmann, Stufensprecherin der Steinschule, berichtet von einem „Hin und Her“ in den vergangenen eineinhalb Jahren. Aus diesem Grund hätten einige zwar Lust auf den Abiball, der in der Stadthalle in Gersfeld stattfinden wird, bei manchen sei jedoch auch „die Luft raus“.

Die Möglichkeit, als Stufe eine Gemeinschaft zu bilden, hätten sie und ihre Mitschüler nie wirklich gehabt. Dies sieht auch Stufensprecher Kevin Fischer so: „Ich freue mich, dass der Abiball nun stattfindet, auch wenn es traurig ist, dass wir als Stufe nicht wirklich zusammenwachsen konnten.“

„Vom Durchschnitt her ist das einer der besten Jahrgänge“, betont der Schulleiter indes jedoch. Alles deute darauf hin, dass sich die Schüler trotz der belastenden Situation stark auf die Schule konzentriert hätten.

An der Rabanus-Maurus-Schule wird die Entlassfeier in dieser Woche in der Aula stattfinden. Schulleiter Matthias Höhl berichtet, die Schule könne mit ihrem Raumangebot den Corona-Bestimmungen gerecht werden. Alle 88 Schüler können somit zwei Begleitpersonen einladen – ebenfalls mit Impf-, Genesenen- oder einem negativem Testnachweis. „Es ist eine große Erleichterung“, berichtet Höhl. Zwar habe man im vergangenen Jahr ebenso versucht, alles möglich zu machen – etwa mit einem Livestream –, dennoch sei es etwas anderes, das Zeugnis „live im Beisein der Eltern überreicht zu bekommen“.

Ein Abi-Streich konnte auch am Domgymnasium ob der aktuellen Situation nicht stattfinden, eine Mottowoche habe jedoch „zur Freude der Schulgemeinde“ beigetragen. Die Schüler nehme er derzeit „befreit und gelöst“ wahr.

Abitur-Ergebnisse

Die Abitur-Ergebnisse an der Winfriedschule sind im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht schlechter geworden, sagt Schulleiterin Annette Albrecht. Kein Schüler ist durchgefallen. „Ich muss meinen Respekt an alle zollen, dass es reibungslos abgelaufen ist.“

Ähnlich erfreut zeigt sich Steffen Flicker, Schulleiter am Marianum. „Es war ein sehr hohes Niveau. Die Schüler waren sehr gut vorbereitet. Es ist im Vergleich zum vergangenen Jahr eher besser geworden.“

Auch an der Freiherr-vom-Stein-Schule ist man zufrieden: „Ich hatte den Eindruck, dass alle konzentriert und fachlich super vorbereitet waren“, sagt Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam.

An der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda ist ebenfalls niemand durchgefallen: „Es war ein recht guter Jahrgang. Es ist ähnlich gut wie im vergangenen Jahr“, sagt Burkhard Croon, Studienleiter an der Schule.

Die 18-jährige Schulsprecherin des Domgymnasiums, Hannah Pütter, berichtet, sie und ihre Mitschüler seien bis vor etwa drei Wochen noch relativ niedergeschlagen gewesen. Jetzt, da sich die Situation zunehmend entspannt habe, sei die Freude jedoch groß, denn eine Art Abiball werde stattfinden. „Natürlich haben wir es uns nicht so vorgestellt. Man bekommt ja auch mit, wie die anderen Jahrgänge ihren Abschluss gefeiert haben“, erzählt sie, dennoch: „Ich habe immer gesagt: Lasst uns nicht verzweifeln. Wir planen das, was möglich ist und bleiben flexibel.“

Das Konzept für den etwas anderen Abiball sieht nun so aus: Aus dem Ball wird eine Sommernacht, die in der Propstei Johannesberg stattfinden wird. Jeder aus der Stufe darf drei Begleitpersonen mitbringen – jeweils geimpft, genesen oder negativ getestet.

Am Marianum in Fulda findet, so berichtet Schulleiter Steffen Flicker, ebenso wie an der Winfriedschule in Fulda, kein Abiball statt. Stattdessen habe man sich am Marianum am vergangen Samstag zu einem Open-Air-Gottesdienst und anschließendem Beisammensein am Schulgelände versammelt – ohne Eltern. „Wir hätten sie gerne eingeladen, allerdings wäre der Kreis dann zu groß geworden.“ Laut Flicker habe es sich nicht um einen Eins-zu-Eins-Ersatz für den Abiball gehandelt, dennoch sei es ein „schöner sommerlicher Tag“ gewesen, an dem er die Schüler „gelöst“ wahrgenommen habe. (Lesen Sie hier: „In der Krise gewachsen und als Helden entlassen“ - Winfriedschule Fulda entlässt Abiturjahrgang 2021)

Video: Trotz Corona - Abitur-Start in Bayern

Am heutigen Dienstag und morgen werden zudem die Entlassfeiern stattfinden. „Jede Tutorengruppe wird einzeln verabschiedet“, berichtet Flicker. Dafür gebe es fünf Zeit-Slots, die je eine Stunde andauern. Eingeladen seien an diesen Tagen auch zwei Begleitpersonen, die geimpft, genesen oder getestet sind. Zudem werde es einen Stream geben, der die Möglichkeit bietet, dass auch andere Angehörige an der Entlassung teilhaben können.

Die 19-jährige Delia Diegmüller, Abiturientin am Marianum, berichtet, dass man unter den Schülern mit der Alternative der Open-Air-Veranstaltung zufrieden gewesen sei. „Es war nicht die klassische Party, aber wir haben uns alle etwas herausgeputzt, um wenigstens das Gefühl zu haben.“ Zwar habe man nicht all das gehabt, was eine Stufe zusammenschweiße, dennoch habe die Pandemie letztlich für eine andere Art von Zusammenhalt gesorgt.

Markus Bente, Schulleiter der Wigbertschule in Hünfeld, befasst sich in diesem Jahr nicht mit dem Thema Abitur. Denn durch die Umstellung von G8 auf G9 gebe es in diesem Jahr keinen Abiturjahrgang. Der letzte sei 2020 verabschiedet worden, der nächste werde im kommenden Jahr verabschiedet. „Ich bin froh, dass der Kelch einer erneuten Corona-Verabschiedung in diesem Jahr an uns vorübergegangen ist“, sagt er. Seine Hochachtung spreche er den anderen Schulen aus, die dies in diesem Jahr abermals schultern müssten.

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