Ab Montag dürfen Abschlussklassen in Fulda trotz Corona-Pandemie wieder in der Schule unterrichtet werden.
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Ab Montag dürfen Abschlussklassen in Fulda trotz Corona-Pandemie wieder in der Schule unterrichtet werden.

Ausnahme für Prüflinge

Trotz hoher Corona-Inzidenz: Abschlussklassen im Landkreis Fulda dürfen ab Montag wieder in die Schule

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Ab Montag dürfen im Landkreis Fulda alle Schüler der Abschlussklassen, die den Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife, das Abitur oder einen beruflichen Abschluss anstreben, wieder in die Schule gehen. 

Kreis Fulda - Schulamtsleiter Jörg Demuth äußert sich zum Beginn des zweiten Halbjahres, das am Montag im Landkreis Fulda startet, über die geplante Vorgehensweise des Schulamtes und des Kultusministeriums. Erst am Donnerstag habe das Gesundheitsamt grünes Licht für die Öffnung gegeben. Die Behörde habe entschieden, dass die Durchführung des sogenannten Wechselmodells in der aktuellen Corona-Situation für den Unterricht der Abschlussklassen vertretbar sei und von den Schulen umgesetzt werden kann, erklärt Demuth. Das heißt, das Kind wechselt zwischen dem Unterricht zu Hause und in der Schule. Dafür werden die Lerngruppen geteilt, damit der Abstand eingehalten werden kann. Die Klassen werden tageweise in die Schule kommen. Anfang des Jahres wurden die Abschlussklassen noch nach Hause geschickt, wegen der anhaltend hohen Inzidenz im Landkreis Fulda.

Es könne auch Präsenzunterricht stattfinden, falls die Abstands- und Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie eingehalten werden können. Der überwiegende Teil der Schulen im Landkreis Fulda werde Präsenzunterricht anbieten, nur wenige Wechselunterricht. Jede Schule müsse es für sich entscheiden, sagt der Schulamtsleiter.

Trotz Corona: Abschlussklassen dürfen wieder in die Schule - aber nicht alle im Landkreis Fulda

Dr. Ulf Brüdigam, Leiter der Freiherr-vom-Stein-Schule, erwartet am Montag 113 Abiturienten. Kleinere Gruppen werden in einem Raum unterrichtet, größere in zwei Räumen. Dann müsse der Lehrer pendeln oder Video-Unterricht geben. In der Gersfelder Rhönschule, einer Gesamtschule, werden Montag die Schüler, die Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss anstreben, die Schule besuchen, berichtet Schulleiter Marco Schumacher. „Wir haben die räumlichen Möglichkeiten.“ Er befürwortet es, dass der Unterricht in der Corona-Pandemie wieder stattfindet: „Das tut den Schülern gut.“ Schumacher erwartet keine Nachteile hinsichtlich der zentralen Abschlussprüfungen, die um drei Wochen nach hinten verlegt wurden. „Das können sie aufholen“, ist er überzeugt.

Das Bildungsunternehmen Dr. Jordan schließt sich mit Fachoberschule und dem Beruflichen Gymnasium dieser Vorgehensweise nicht an. Die Bildungseinrichtung bleibt angesichts der immer noch hohen Corona-Inzidenzzahlen beim Distanzunterricht. Die Schule verfüge über eine sehr gute digitale Ausstattung mit IPads. Damit sei gewährleistet, dass kein Unterricht ausfalle, erklärt Dr. Lothar Jordan. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Neuigkeiten bei Abschlussprüfungen im Landkreis Fulda: Kein Nachteil durch Corona-Pandemie

Während die meisten Abschlussklassen am Montag wieder in der Klasse unterrichtet werden, müssen die anderen Schüler im Corona-Lockdown noch warten, bis sie in die Schule dürfen und werden weiter digital beschult. Heute könne man noch nicht sagen, wie es in den nächsten Wochen weitergeht, sagt Demuth. Das hänge von der Corona-Situation ab. Der vorläufige Plan des Kultusministeriums sieht vor, dass die Klassen eins bis sechs ab Mitte Februar im Wechselunterricht die Schule besuchen dürfen. Ab Anfang März sollen die Klassen 7 bis 13 wieder wechselweise unterrichtet werden. (Lesen Sie hier: Corona zwingt Schüler nach den Ferien ins Homeschooling)

Video: Auch in Bayern kehren die Abi-Klassen zurück zum Präsenzunterricht

Auch bei den Abschlussprüfungen gebe es Neuigkeiten: Sie sind drei bis vier Wochen nach hinten verschoben worden. „Mit dieser zeitlichen Streckung soll sichergestellt werden, dass die Schüler keine Nachteile wegen des fehlenden Präsenzunterrichtes haben“, sagt Demuth. „Es ist etwas mehr Zeit für die Vorbereitung vorhanden.“

Klassen eins bis sechs nehmen Sonderstatus in der Corona-Pandemie ein

Zudem werde es bei den Prüfungen zusätzliche Wahlmöglichkeiten bei den Prüfungsaufgaben geben. Auch dies soll die Prüfung erleichtern beziehungsweise diene als Ausgleich für den entfallenen Präsenzunterricht. „Es soll niemand einen Nachteil haben“, sagt der Schulamtsleiter und geht davon aus, dass die Schüler, trotz Corona-Pandemie, gut vorbereitet in die Prüfungen gehen. „Sie müssen sich keine Sorgen machen.“

Einen Sonderstatus nehmen die Klassen eins bis sechs ein. Die Schüler werden derzeit teils digital oder in der großen Mehrzahl, etwa in der Grundschule, mit ausgeteilten Lernmaterialien zu Hause unterrichtet. Da die Jungen und Mädchen aber einen Betreuungsanspruch in der Schule haben, machten davon im Landkreis Fulda bislang insgesamt gut 2000 Eltern Gebrauch. „Die Zahlen differieren sehr stark von 0 Prozent bis 48 Prozent der Schülerschaft“, erläutert Demuth. Im Schnitt sind dies 15 bis 16 Prozent der Schüler. „Auf keinen Fall sollen diejenigen, die in der Schule betreut werden, einen Vorteil gegenüber denen haben, die zu Hause ihre Schulaufgaben machen“, sagt er.

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