Erkältungsmittel sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefragt, berichtet ein Apotheker aus Fulda.
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Erkältungsmittel sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefragt, berichtet ein Apotheker aus Fulda.

Weniger Kunden im Lockdown

Erkältungsmittel sind in Corona-Pandemie nicht mehr gefragt - Apotheker aus Fulda gibt Einblicke

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Andere Präparate, weniger Kunden und die Konkurrenz im Internet – die Auswirkungen der Pandemie auf die Apotheken sind enorm. Apotheker Uwe Markschies berichtet von seinem Alltag seit Beginn der Krise. 

Fulda - Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, in der Apotheke um die Ecke bekommen Patienten beinahe alles, was sie zur Linderung ihrer Leiden benötigen. In Zeiten der Corona-Pandemie jedoch habe auch die Apotheke einbüßen müssen – auf unterschiedliche Art und Weise, wie Apotheker und Mitinhaber der Stadtapotheke in Fulda sowie der Turm-Apotheke in Künzell, Uwe Markschies, erklärt.

In seiner Apotheke in der Fuldaer Bahnhofstraße habe er es mit einer gesunkenen Kundenfrequenz seit Beginn der Corona-Pandemie zu tun – vor allem während der beiden Lockdowns. Seine Filiale in Künzell hingegen habe weniger gelitten. Er schätzt, es seien in Fulda bis zu 30 Prozent, in Künzell etwa 20 Prozent weniger Kunden vorbeigekommen. Ein Grund, den Apotheker Markschies vermutet, ist, dass viele nun Online-Apotheken bevorzugen würden. Dennoch: „Wir fühlen uns noch privilegiert, denn wir dürfen ja – im Gegensatz zu anderen – öffnen“, sagt er.

Corona: Auswirkungen auf Apotheken durch die Pandemie - Uwe Markschies aus Fulda berichtet

Probleme habe es vor allem zu Beginn der Corona-Krise mit der Beschaffung von Masken und Desinfektionsmitteln gegeben. Die Not sei so akut gewesen, dass Markschies und seine mehr als 25 Mitarbeiter das Desinfektionsmittel – wie andere Apotheken auch – selbst hergestellt haben.

Der Mund-Nasen-Schutz, die Plexiglasscheiben, die Mitarbeitende von Kunden trennt, und die Personenbegrenzung in der Apotheke gehörten mittlerweile zum Alltagsgeschäft in der Corona-Pandemie, wie der 59-Jährige erklärt. Seit einiger Zeit gebe es auch einen Lüftungsplan.

Uwe Markschies ist Apotheker und Mitinhaber der Stadtapotheke in Fulda sowie der Turm-Apotheke in Künzell.

Doch nicht nur logistisch und organisatorisch habe es Veränderungen gegeben, auch die Sorgen und Nöte der Kunden hätten sich im Laufe der Zeit verändert, sagt der Apotheker. Wenn Apotheker Markschies an den ersten Corona-Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres zurückdenkt, erinnert er sich vor allem an die Unsicherheit vieler Kunden. „Manche Kunden waren sehr ängstlich“, sagt er. Mittlerweile habe sich diese Angst jedoch deutlich verringert. Fragen bezüglich Masken, Tests und Corona-Impfungen beantworte er dennoch regelmäßig.

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Es werden weniger Erkältungsmittel in der Corona-Pandemie verkauft - Apotheker gibt Einblicke

Eine besondere Beobachtung hat der Stadtapotheker außerdem gemacht: „Manche zweifeln an, dass die Masken etwas bringen, ich bin mir aber sicher, dass sie etwas bringen“, erklärt er und fügt hinzu: „Wir stellen einen ganz erheblichen Rückgang beim Verkauf von Erkältungspräparaten fest.“ Erst kürzlich habe er einen Bericht gelesen, der aufgezeigt habe, dass sich der Verkauf solcher Medikamente bundesweit halbiert habe. Ähnlich verhalte es sich mit Präparaten gegen Magen-Darm-Erkrankungen. Dass sich durch die Corona-Pandemie der Trend zum Verkauf anderer Mittel – etwa Präparate gegen seelische Leiden – häuften, könne Apotheker Markschies nicht feststellen. Zwar glaube er, dass sich Depressionen durch die Krise häufen können, „an Zahlen kann ich es aber nicht festmachen.“

In die Zukunft blickt der Apotheker vorsichtig optimistisch. „Die Apotheken wird es weiterhin geben“, ist er sicher. Dennoch blicke er mit Sorge auf die allgemeine Entwicklung der Innenstadt. „Die Stadt wird an Attraktivität einbüßen, wenn Einzelhändler und Gastronomen schließen müssen.“

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