1. Fuldaer Zeitung
  2. Fulda

Vor-Corona-Niveau in Fulda: Arbeitslosenquote sinkt auf 2,6 Prozent

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Reichert

Die Arbeitslosigkeit in Fulda ist im November 2021 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,6 Prozent - auf Vor-Corona-Niveau, klar unter dem Hessen-Wert (Symbolfoto).
Die Arbeitslosigkeit in Fulda ist im November 2021 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,6 Prozent - auf Vor-Corona-Niveau, klar unter dem Hessen-Wert (Symbolfoto). © Julian Stratenschulte/dpa

Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im November 2021 weiter gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,6 Prozent - so niedrig wie zuletzt im November 2018 und deutlich unter dem Hessenwert.

Fulda - Im Oktober 2021 hatte die Arbeitslosenquote im Landkreis Fulda bei 2,7 Prozent gelegen, im November 2020 bei 3,3 Prozent. „Mit 3284 blieb die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda zum Ende des Monats spürbar unter dem Niveau des Vormonats“, teilte die Agentur für Arbeit in Fulda am Dienstag mit.

Im Altkreis Hünfeld sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 2,2 Prozent (Vorjahr: 2,8 Prozent). „Ungeachtet der komplexen Situation sehen wir eine gewisse Herbstbelebung, von der insbesondere Frauen profitieren. Dies hängt vor allem mit Einstellungen im Einzelhandel zusammen“, freut sich Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Vor-Corona-Niveau in Fulda: Arbeitslosenquote sinkt auf 2,6 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Frauen ging demnach im November gegenüber dem Oktober um 4,4 Prozent auf 1464 zurück; bei den Männern betrug der Rückgang 1,1 Prozent. Die positive Entwicklung – sowohl gegenüber dem Vormonat, als auch zum Vorjahr – hat sich erfreulicherweise besonders stark auf die Personengruppe der jüngeren Arbeitslosen ausgewirkt, hieß es.

Zum Ende des Monats sind 283 Personen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Dies sind 154 weniger als 2020 und sogar 64 weniger als „vor Corona“ im November 2019, heiß es. Die Arbeitslosenquote der Unter-25-Jährigen beträgt 1,9 Prozent. Neben der verstärkten Integration in den Arbeitsmarkt spiele die Aufnahme eines Studiums eine Rolle.

Als Folgewirkung der anhaltenden Pandemie sei allerdings die Langzeitarbeitslosigkeit um ein Fünftel gestiegen. Aktuell sind 1022 Personen und somit fast ein Drittel aller arbeitslosen Menschen in der Region Fulda seit mehr als einem Jahr ohne Job. Dies mache sich besonders im Bereich der Grundsicherung bemerkbar.

Niedrigste November-Arbeitslosenquote seit mehr als 37 Jahren in Hersfeld-Rotenburg

„Der Druck auf den Arbeitsmarkt hat im Vergleich zum Vorjahresmonat abgenommen“, erklärt Waldemar Dombrowski und macht dies unter anderem an der Dynamik fest: Im November haben sich 349 Personen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet. Dies waren 120 weniger als vor einem Jahr.

Für eine verbesserte Konjunktursituation spreche darüber hinaus der erhöhte Zugang an Stellen – sowohl gegenüber dem Vormonat als auch zum Vorjahr. Gegenwärtig liegen dem Arbeitgeberservice 2493 Stellen zur Besetzung vor. „Die Wirtschaftslage in der Region Fulda hat sich in den letzten Monaten weitgehend stabilisiert“, resümiert Waldemar Dombrowski.

Er schränkt jedoch ein: „Die Risiken einer sich weiter verschlechternden Pandemielage sind insbesondere für Gastronomie und Hotellerie bereits jetzt sichtbar. Zudem erfahren zahlreiche Branchen und Betriebe Beeinträchtigungen durch Lieferkettenprobleme.“

Zahl der Arbeitslosen in Hessen weiter gesunken   

Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sank die Arbeitslosigkeit im November weiter. Mit 2061 blieb die Zahl der Arbeitslosen zum Ende des Monats um 2,1 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,2 Prozent (Vormonat: 3,3 Prozent; Vorjahr: 3,7 Prozent). Sie ist die niedrigste in einem November seit mehr als 37 Jahren und liegt weit unter dem Hessendurchschnitt.

Auch insgesamt in Ost- und Waldhessen ist die Arbeitslosigkeit im November gesunken. Mit 5345 blieb die Zahl der Arbeitslosen zum Ende des Monats spürbar unter dem Niveau des Vormonats. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 2,8 Prozent (Vormonat: 2,9 Prozent; Vorjahr: 3,4 Prozent) und damit deutlich unter dem Durchschnitt in Hessen von 4,6 Prozent.

Vollzeit: Dänemark will Arbeitspflicht für Einwanderer einführen

Die Zahl der Arbeitslosen sank indes auch ingesamt in Hessen im November weiter. Zum Stichtag am 11. November waren 158.144 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag in Frankfurt berichtete. Das waren 5073 weniger als im Oktober und 29.906 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Sie steuert damit auf weiter auf das Vorkrisenniveau zu.

„Der hessische Arbeitsmarkt konnte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erholen“, erläuterte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Fast die Hälfte der hessischen Landkreise liege mittlerweile mit ihren Arbeitslosenquoten unter vier Prozent. Wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten entwickelt, sei aufgrund der aktuellen Pandemie-Entwicklung aber nur schwer zu prognostizieren. „Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden sich sicherlich auch auf die Arbeitslosenzahlen auswirken.“

Auch interessant