Auf dem Corona-Blog „Together With Distance“ von Christine Pierk haben schon 100 Menschen aus 39 Ländern berichtet, wie sie die Krise erleben.
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Auf dem Corona-Blog „Together With Distance“ von Christine Pierk haben schon 100 Menschen aus 39 Ländern berichtet, wie sie die Krise erleben.

„Together With Distance“

Frühere Fuldaerin betreibt weltweiten Corona-Blog - schon Berichte aus 39 Ländern abrufbar

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Sich trotz Distanz verbunden fühlen: Auf dem Corona-Blog „Together With Distance“ haben schon 100 Menschen aus 39 Ländern berichtet, wie sie die Krise erleben. Den Blog hat Christine Pierk gestartet, die früher für die Stadt Fulda gearbeitet hat.

München/Fulda - Geburten im Lockdown, Jobverlust durch die Krise, Herausforderungen des Homeschoolings und persönliche Lehren aus der Pandemie: Bereits über 100 Menschen aus 39 Ländern berichten auf „Together With Distance“ von ihren Erlebnissen während der Corona-Krise. Initiiert hat den Blog im Juli 2020 Christine Pierk, die von 2009 bis 2013 bei der Pressestelle der Stadt Fulda gearbeitet hat. 

Will man bei dem Corona-Blog mitmachen, muss man sich auf der Website together-with-distance.com zunächst ein pdf-Dokument mit den 30 Fragen herunterladen, das für alle Teilnehmer gleich ist. Dann beantwortet man einfach die Fragen und sendet sie an den Blog zurück. Passen die Antworten und die eigene Geschichte zu dem Blog, meldet sich Christine Pierk, um nach Fotos zu fragen, die von sich während der Corona-Krise entstanden sind und die zur Veröffentlichung benutzt werden können.

Corona in Fulda: Frühere Stadt-Mitarbeiterin betreibt weltweiten Corona-Blog

„Die 30 Fragen wurden bereits von einer Hochzeitsfotografin aus München, einem Tour-Guide aus Arusha, einer Lehrerin aus Buenos Aires, einer Rentnerin aus Essex, einem Helikopterpiloten aus Pretoria, einer Anwältin aus Manila und einer Schauspielerin aus New York beantwortet“, berichtet Christine Pierk. „Sie geben einen eindrucksvollen Einblick in ihr Leben während der Pandemie.“

Die Antworten würden auch erzählen, wie sich das Leben durch Corona verändert und was den Menschen in dieser Zeit geholfen hat. „Außerdem legen sie dar, wen sie als Helden der Krise ansehen, was sie gelernt haben, was ihnen Angst macht und was ihnen wiederum Hoffnung gibt“, sagt Christine Pierk, die gebürtig aus Würzburg in Unterfranken kommt und auch schon in Washington (USA) und in Melbourne (Australien) gelebt hat.

Aber worum geht es bei dem Corona-Blog? „Als wir unser Projekt vor mehr als einem Jahr begonnen haben, war es unser Ziel, Menschen auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden, während wir alle räumlich zueinander auf Distanz gehen mussten“, erklärt Diplom-Politikwissenschaftlerin Christine Pierk, die aktuell als Managerin in einer PR-Agentur in München und nebenbei als Texterin für eine Menschenrechtsorganisation tätig ist.

„Gleichzeitig wollten wir die persönlichen Geschichten der Menschen in dieser für uns alle herausfordernden Zeit festhalten. Eine Freundin hat das Projekt als ,digitale Zeitkapsel‘ bezeichnet – das trifft unsere Idee meiner Meinung nach auf den Punkt“, führt Christine Pierk aus, die den Blog zusammen mit ihrem Bruder ins Leben gerufen hat. „Die große positive Resonanz von Menschen aus so vielen Ländern, die sehr persönliche Erlebnisse und Gefühle geteilt haben, freut mich sehr.“

Corona-Blog: Der jüngste Teilnehmer ist 19 Jahre alt, die älteste 83 Jahre

Von Albanien, Bangladesch, China, Deutschland und Frankreich über Indien, Mexiko, Peru und Russland bis nach Singapur, Sri Lanka, Tansania, Türkei und den USA – auf „Together With Distance“ finden sich Erfahrungsberichte aus Ländern, deren Präsidenten das Virus leugneten oder in denen es überhaupt keinen Lockdown gab bis hin zu Ländern, die sehr strenge Maßnahmen ergriffen und monatelange Lockdowns verhängt hatten.

Die Teilnehmer üben die unterschiedlichsten Berufe aus, leben in den unterschiedlichsten sozialen sowie familiären Strukturen. Der jüngste Teilnehmer ist 19 Jahre alt, die älteste 83 Jahre. Dabei gleicht keine Geschichte der anderen: Einige hatten sich mit Covid infiziert, andere haben sogar geliebte Menschen durch das Virus verloren. Einige bekamen während der Pandemie Kinder, andere verliebten sich.

Blog-Initiatorin Christine Pierk - hier ohne Maske - arbeitete von 2009 bis 2013 in der Pressestelle der Stadt Fulda.

Einige verloren ihre Arbeit, andere begannen neue Projekte. Einige fühlten sich verloren, andere mit Freunden und Familie verbundener denn je. Einige schätzten die Maßnahmen, die ihre Regierung ergriffen hatten, andere waren mit deren Reaktion auf die Krise überhaupt nicht zufrieden. Einige wollten nicht, dass ihre Freiheit eingeschränkt wird, andere hätten sich strengere Vorschriften gewünscht. (Lesen Sie hier: PCR-Test statt Schnelltest: Neue Corona-Beschränkung hat Folgen für Wirte und Hotelbetreiber)

Eine Weltkarte auf der Webseite zeigt, aus welchen Städten und Ländern die Teilnehmer kommen. Zudem kann auch nach Ländern gefiltert werden. Bei der Frage, welche Überschrift sie dem Jahr 2020 geben würden, überlegten sich viele Teilnehmer kreative Antworten: „Das Jahr, in dem unsere sich schnell drehende Welt die Notbremse zog“ oder „Engel in Weiß kämpfen gegen den Tod“

Video: Peru - Corona-Hotspot der Welt

Andere Vorschläge lauteten: „Das Jahr, in dem die Welt lernte, wie man sich die Hände wäscht“ oder „Der globale Albtraum“. Pro Teilnehmer wird auch eine Antwort als Zitat auf einer Kachel auf dem Instagram-Account @together_with_distance veröffentlicht.

„Es wäre toll, wenn der Blog weiter wächst und wir nach und nach Geschichten aus den noch fehlenden Ländern hinzufügen können“, so die Blog-Initiatorin. Natürlich sind auch Beiträge aus Ländern willkommen, die bereits auf „Together With Distance“ vertreten sind – denn „jede Geschichte ist anders und daher interessant“. Wer bei dem Corona-Blog mitmachen möchte, kann sich die Fragen von der Website together-with-distance.com herunterladen.

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