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„Boostern statt Böllern“: Impf-Charity-Aktion für die Deutsche Palliativ-Stiftung

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Von: Sarah Malkmus

Thomas Sitte impft auch an Silvester. Die Einnahmen von diesem Tag gehen an die Palliativstiftung.
Thomas Sitte impft auch an Silvester. Die Einnahmen von diesem Tag gehen an die Palliativstiftung. © Fuldamedia

„Boostern statt Böllern“ – so heißt eine Charity-Aktion, die am Silvestertag in den Räumen der Deutschen Palliativ-Stiftung (DPS) in Fulda stattfindet. 500 Dosen werden zwischen 13 und 17 Uhr verimpft. Die Einnahmen der Aktion werden an die Palliativstiftung gespendet. 

Fulda - Wie die Impfaktion in Fulda am Silvestertag ablaufen wird, darauf hat Palliativmediziner und Vorstandsvorsitzender der DPS Dr. Thomas Sitte eine klare Antwort: „Keine Ahnung.“ Das müsse man auf sich zukommen lassen. Er erklärt: „Ich kam Mitte November mit dem Zug nach Hause und habe den Protest gegen die Corona-Maßnahmen beobachtet.“

Das, was Redner auf dem Podium von sich gegeben hätten, sei derart absurd gewesen, dass die Entscheidung, in den Räumen der DPS am Bahnhof zu impfen, schnell gefallen sei. Generell begleitet ihn das Impfen gegen das Coronavirus schon eine Weile: Seit April impft der Mediziner in der Praxis seiner Frau, zwischenzeitlich auch in Pflegeheimen und Betrieben. (Lesen Sie hier: DRK Hünfeld bietet zwischen den Jahren Corona-Impfungen an)

Corona in Fulda: „Boostern statt Böllern“ - Impf-Charity-Aktion an Silvester

Die Idee, auch an Silvester zu impfen, sei ihm dann spontan gekommen. Eigentlich gibt es ein sogenanntes Impfterminmanagement-System, über das man sich von zu Hause aus anmelden kann und einen festen Termin zugeteilt bekommt. „In den vergangenen Tagen haben die festen Anmeldungen jedoch deutlich nachgelassen“, berichtet Sitte. Deshalb habe man den Versuch gestartet, ohne Termin zu impfen.

„Und daraufhin wurden uns die Türen eingerannt. Das war schon heftig“, sagt Sitte, der seit Beginn der Impfungen in den Räumen der DPS gut 3000 Impfungen verabreicht hat. Und dann ging alles ganz schnell: „Angelehnt an die Alliteration ,Einkauf statt Einmarsch‘ kam mir die Alliteration ,Boostern statt Böllern‘ in den Sinn. Das war eine spontane Idee.“ Silvester falle in diesem Jahr sowieso flach. Wieso nicht einfach impfen, dachte sich Sitte.

Corona-Impf-Aktion in Fulda: Einnahmen gehen an Deutsche Palliativ-Stiftung

Das Besondere an dem Impf-Marathon ist, dass es sich gleichzeitig um eine Charity-Aktion handelt. Das heißt, alle Kosten – etwa für Räumlichkeiten, Materialien, Verwaltung, Mitarbeiter – werden von Sitte selbst getragen. Die Einnahmen von diesem Tag, die von der Bundesregierung kommen – für das Impfen gibt es aktuell 28 Euro, an Silvester kommt noch ein Feiertagszuschlag in Höhe von 8 Euro dazu – werden sodann an die Palliativstiftung gespendet. Auch Spenden seitens der Impfwilligen seien gern gesehen.

Sittes Antrieb ist klar: die Impfkampagne vorantreiben. „Ich hatte selbst viele Corona-Patienten, es gab viele Tote mit Corona und auch ich selbst war infiziert“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin einfach aus einem inneren Antrieb motiviert.“ Was er im vergangenen Jahr erlebt habe, das wolle er nie noch einmal in seinem Leben erleben. „Das war grauenhaft.“ (Mit unserem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie immer auf dem Laufenden)

Geimpft wird am Silvestertag in den Räumen der Deutschen Palliativ-Stiftung (DPS) am Bahnhof 2 in Fulda in der Zeit von 13 bis 17 Uhr – ohne Termin. Verwendet werden die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Es stehen etwa 500 Dosen zur Verfügung, die von einem rund zehnköpfigen Team dann verimpft werden.

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