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Weniger Corona-Tests an Feiertagen: Schnellen die Zahlen jetzt wieder in die Höhe?

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Von: Volker Nies

Corona-Tests
Über die Feiertage wurde weniger getestet, und die Gesundheitsämter haben die Meldungen nicht immer ans Robert Koch-Institut weitergegeben. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

In den nächsten Tagen dürften die Corona-Fallzahlen auch in Osthessen stark steigen. Denn an den Feiertagen wurde weniger getestet, die Gesundheitsämter haben die Meldungen nicht immer ans Robert Koch-Institut (RKI) weitergegeben.

Fulda - Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Fulda über die Feiertage stark gesunken war, meldet das Gesundheitsamt in Fulda nun wieder steigende Corona-Zahlen. Dem RKI-Dashboard von Dienstag (Stand 3.26 Uhr) zufolge wurden im Kreis Fulda binnen eines Tages 139 Corona-Neuinfektionen registriert. Demnach steigt die Inzidenz von 259,6 auf 276,2.

Dieser Trend könnte in den nächsten Tagen anhalten: Der größte Anbieter von PCR-Tests in der Region ist wohl die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit ihrem Corona-Testcenter am Klinikum Fulda. Dieses Testcenter war über die Feiertage geschlossen, bestätigt die KV. „Ob es einen Nachholeffekt gibt und wie groß dieser möglicherweise ist, können auch wir nur vermuten“, sagt Sprecher Alexander Kowalski.

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Bei den Gesundheitsämtern der Landkreise gehen sämtliche positiven Ergebnisse von allen testenden Einrichtungen wie Bürgerteststellen, Laboren oder Kliniken ein – sowohl von Schnelltests als auch von PCR-Tests –,auch an den Feiertagen. In vielen Laboren melden Computer positive Fälle automatisch an die Kreise.

Das Gesundheitsamt meldet die positiven PCR-Fälle dann an das RKI. „Im Landkreis Fulda wurden die Meldungen an Heiligabend und am ersten Feiertag tagesaktuell weitergegeben, die eingegangenen Meldungen vom zweiten Weihnachtsfeiertag wurden am Montag weitergegeben“, berichtet Lisa Laibach in der Kreis-Pressestelle in Fulda.

Im Vogelsbergkreis wurden an den Feiertagen gar keine Meldungen weitergegeben. „Allerdings wurden sie im Gesundheitsamt während der Feiertage bearbeitet – darunter fallen Anrufe und Kohortenbildungen. Seit mehreren Monaten werden die Fälle, die am Wochenende beim Gesundheitsamt eingehen, dort bearbeitet und am Montag weitergemeldet. Auch an Weihnachten wurde so verfahren“, berichtet Christian Lips von der Kreispressestelle in Lauterbach.

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Die Gesundheitsämter in Fulda und Lauterbach halten es für gut möglich, dass es im Laufe dieser Woche zu Nachmeldungen kommt – einfach weil womöglich jetzt viele Corona-Tests nachgeholt werden. „Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird sich im Laufe der Woche zeigen“, sagt Laibach.

Bei der Zahl der durch Corona-Patienten belegten Krankenhaus-Betten dürfte es keine Verzögerungen geben. Die Kliniken melden ihre Zahlen an die Kreisgesundheitsämter, aber auch direkt und tagesaktuell an die Datenplattform IVENA (Interdisziplinärer Versorgungsnachweis) „Sonderlage COVID-19“, berichtet Christian Lips.

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