Schulstart im Kreis Fulda: Freuen sich in Großentaft auf ihren ersten Schultag (von links): Philipp, Mila, Leo, Marie und Nils.
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Freuen sich in Großentaft auf ihren ersten Schultag (von links): Philipp, Mila, Leo, Marie und Nils.

2050 Abc-Schützen

Viel Vorfreude und große Vorsicht: Einschulungsfeiern im Kreis Fulda mit Maske und ohne Gesang

  • Volker Nies
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Für 2050 Abc-Schützen im Kreis – etwa so viele wie im Vorjahr – und ihre Eltern beginnt in dieser Woche ein neuer Lebensabschnitt: Die Jungen und Mädchen werden eingeschult. Das wird gefeiert – aber nur ganz vorsichtig. 

Kreis Fulda - Für die Erstklässler der Grundschule Hessisches Kegelspiel in Eiterfeld-Großentaft ist es einfach: Sie sind nur fünf. Der ganze Jahrgang kann problemlos zusammen mit den Eltern feiern. In keiner anderen Grundschule im Landkreis Fulda ist der Einschulungsjahrgang so klein.

Im Kreis Fulda – der aktuell eine Inzidenz zwischen 50 und 100 aufweist – müssen die Teilnehmer einer Schulfeier in geschlossenen Räumen einen Negativnachweis vorliegen, sofern mehr als 25 Personen teilnehmen. Bei der Zahl werden Genesene, Geimpfte und Kinder unter sechs Jahren mitgezählt. Auch für die Kinder, die eingeschult werden, ist ein Negativtest vorzulegen, sofern sie älter als sechs Jahre sind. Ist bei einer Feier Gedränge zu erwarten, muss eine Maske getragen werden. Die Namen der Teilnehmer werden registriert. Gemeinschaftliches Singen mit dem Publikum ist untersagt. Schüler allein dürfen singen.

Corona in Fulda: Einschulungsfeiern im Kreis mit Maske und ohne Gesang

Mit solchen Fragen haben sich Philipp Wozniak, Milia Krawitz, Leo Sauerbier, Marie Möller und Nils Heinemann – die Abc-Schützen von Großentaft – bisher nicht beschäftigen müssen. Sie freuen sich unbändig, jetzt in die Schule zu kommen. „Ich freue mich darauf, das Lesen zu lernen. Auch auf das Malen und Singen in der Schule freue ich mich“, sagt Marie. Ihren eigenen Vornamen schreiben, das haben die frisch gebackenen Erstklässler im Kindergarten gelernt.

„Ich bin gespannt darauf, Lesen und Rechnen zu lernen“, erklärt Philipp. „Wenn man lesen kann, dann kann man auch anderen Kindern etwas vorlesen“, stimmt Nils zu. Zumindest das Schulgebäude kennt er schon: Sein Bruder kommt jetzt in die vierte Klasse.

Ein Drittklässler ist der große Bruder von Leo: „Er hat mir schon das Abc aufgeschrieben“, erklärt Leo. Bisher fand er es spannend, wenn die Eltern ihm etwas vorgelesen haben. In Zukunft will er selbst lesen können. Mila freut sich besonders auf das Fach Kunst. „Ich male gern Bilder. Pferde, Eisbären und Katzen kann ich schon malen“, erzählt sie.

Große und kleine Schulen

Die meisten Abc-Schützen im Landkreis werden hier eingeschult:

Johannes-Hack-Schule Petersberg (113), Cuno-Raabe-Schule Fulda (88), Bonifatiusschule Fulda (84), Florenbergschule Pilgerzell (81), Fliedetalschule Flieden (79), Paul-Gerhardt-Schule Hünfeld (78), Grundschule im Eitratal Eiterfeld (62), Schloss-Schule Neuhof (59), Don-Bosco-Schule Künzell (58), Johann-Adam-Förster-Schule Hünfeld (52) Astrid-Lindgren-Schule Fulda Galerie (50), Wendelinusschule Steinau (47), Adolf-von-Dalberg-Schule Fulda, Geschwister-Scholl-Schule, Grundschule Eichenzell, Grundschule am Rippberg Hattenhof (alle je 46).

Die wenigsten Abc-Schützen werden hier eingeschult: Grundschule Hessisches Kegelspiel Großentaft (5), Landgräfin-Anna-Schule Bronnzell (12), Grundschule Langenbieber (13), Astrid-Lindgren-Schule Hettenhausen (14), Monte-Kali-Schule Rommerz (15), Finkenbergschule Kleinlüder, Hrabanusschule Rasdorf, Ottilienschule Niesig, Theotrichschule Dietershausen, Steinkammerschule Rückers (alle je 16),

Klein sind auch die ersten Klassen der Förderschulen: Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Großenlüder, Christian-Andersen-Schule Hünfeld (je 1), Albert-Schweitzer-Schule Neuhof, Anne-Frank-Schule Gersfeld (je 2), Vinzenz-von-Paul-Schule Hünfeld (5), Brüder-Grimm-Schule, Pestalozzischule (beide Fulda, je 11).

In der kleinen Schule in Großentaft werden die Abc-Schützen zusammen mit den sieben Kindern der zweiten Klasse unterrichtet. „In Deutsch und in Rechnen können wir jeden Jahrgang aber zu 80 Prozent allein unterrichten“, berichtet Schulleiterin Ursula Reichardt-Jost (65).

Im Sachunterricht bekommen die Kinder unterschiedliche Aufgaben: „Wenn wir etwa das Thema Frühblüher wie Schneeglöckchen und Löwenzahn durchnehmen, dann schreiben die Zweitklässler etwas ins Heft, die Erstklässler können kleben und basteln. In anderen Fächern helfen die Großen den Kleinen.“

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Auch für die Rektorin ist es in dieser Woche der erste Schultag in Großentaft, obwohl sie seit 32 Jahren Schulleiterin ist: Sie führte die kleine Grundschule in Tann-Schlitzenhausen, die zum Schuljahresende wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen wurde. Auch Christiane Oswald, die Klassenlehrerin der Erstklässler, kam aus Schlitzenhausen nach Großentaft. Dritte Lehrkraft ist Isabel Schnakenberg.

Die Zukunft der Schule in Großentaft ist auf absehbare Zeit gesichert: Das Schulamt fordert eine Mindestzahl von 26 Schülern in vier Jahrgängen. Die dritte und vierte Klasse wird von je zehn Kindern besucht, in den nächsten beiden Jahren kommen neun bis zehn Kinder pro Jahr nach. (Lesen Sie auch hier: Schulen im Kreis Fulda starten im Präsenzunterricht - Diese Corona-Regeln gelten)

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