Nach drei Tagen Fürstliches Gartenfest und Feinwerk haben die Veranstalter zufrieden eine Erfolgsbilanz gezogen.
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Nach drei Tagen Fürstliches Gartenfest und Feinwerk haben die Veranstalter zufrieden eine Erfolgsbilanz gezogen.

Veranstalter ziehen Bilanz

Feiern wie vor Corona? Warum Gartenfest und Rhöner Handwerkermarkt ohne 3G-Regel stattfanden

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Großveranstaltungen während der Pandemie – lange Zeit eine utopische Vorstellung. Nun geht es bergauf: 16.000 Besucher etwa zählte das Fürstliche Gartenfest am Wochenende. Wie steht es um den Infektionsschutz? Und: Ist das ein Konzept für die Zukunft?

Kreis Fulda - Wirft man einen Blick auf die Bilder des Fürstlichen Gartenfestes, das am Wochenende auf Schloss Fasanerie stattfand, dann meint man fast, die Corona-Pandemie gehöre der Vergangenheit an.

Menschen stehen dicht beieinander, wirken gelöst, tragen keine Maske. Ob sie genesen, getestet, geimpft oder nichts dergleichen sind, weiß man nicht, denn die 3G-Regelung galt für das Event in Eichenzell nicht. Dass das so ist, lag an der Einstufung der Veranstaltung als „Spezialmarkt“ – insbesondere wegen der Größe des Geländes.

Corona in Fulda: Gartenfest und Handwerkermarkt fanden ohne 3G-Regel statt

Lediglich die Kontaktdaten der Besucher wurden erfasst, in Gedrängesituationen musste Maske getragen werden. Ähnliches auf dem Handwerker- und Bauernmarkt in Poppenhausen: Auch dieser wurde als „Spezialmarkt“ eingestuft. Deshalb galt auch hier keine 3G-Regel. Auch mussten Besucher nicht registriert werden. Maskenpflicht galt – ähnlich wie auf Schloss Fasanerie – lediglich in Gedrängesituationen.

Dass das Hygienekonzept auf dem Fürstlichen Gartenfest jedoch auch ohne die 3G-Regelung aufgegangen ist, findet Anja Heil, Organisationsleiterin des Festes. „Es war klug, das Gelände derart großzügig zu planen“, sagt sie und fügt hinzu:„Dass wir Ausweichflächen geschaffen haben, hat sich bewährt.“ Im Gegensatz zu den Vorjahren habe es sich auf der Fläche weniger gestaut, obwohl viele Menschen zusammengekommen waren.

„An die Maskenpflicht in Gedrängesituationen haben sich viele gehalten“, resümiert die Organisationsleiterin, die das Konzept insgesamt als „rund und coronatechnisch vertretbar“ bewertet. Eine 3G-Regelung einzuführen – obwohl nicht verpflichtend – darüber habe man bei der Organisation des Festes nicht nachgedacht.

Eichenzells Rathauschef Johannes Rothmund (CDU) sieht die Situation ähnlich wie Heil: „Aus meiner Sicht war das Fürstliche Gartenfest ein voller Erfolg“, sagt er und fügt hinzu: „Allen Anwesenden war die Sehnsucht nach etwas Gesellschaft, entspannter Atmosphäre und den schönen Dingen des Lebens anzumerken.“ Die Besucher habe er vorsichtig und bedacht auf die Einhaltung der Regeln wahrgenommen. Künftig werde es wichtig sein, weder in Sorglosigkeit noch in Panikmache zu verfallen.

Auch zum Handwerker- und Bauernmarkt in Poppenhausen kamen viele Besucher.

Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU) zieht Bilanz zur Veranstaltung in Poppenhausen: „In Anbetracht der Umstände ist es gut gelaufen, die Menschen waren voller Sehnsucht, sich zu begegnen“, sagt er. Auf dem Markt habe man sich „gut verteilt“, Abstände seien „zwar nicht immer hundertprozentig eingehalten worden“, insgesamt, so findet der Bürgermeister aber, hätten sich die Besucher verantwortungsbewusst gezeigt.

Doch wie sinnvoll sind diese Regelungen in Anbetracht steigender Inzidenz? Der Landkreis Fulda vermag das nicht zu beurteilen. „Dass Märkte beziehungsweise Spezialmärkte anderen Regelungen unterliegen als etwa kulturellen Veranstaltungen, basiert auf der Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen. Auch dort gelten Abstands- und Hygieneregeln, sowohl für den Außen- als auch für den Innenbereich“, heißt es von Pressesprecherin Leoni Rehnert. Welche Regeln sinnvoll seien, müssten Bund und Länder in ihrer Verordnung befinden.

Wie sinnvoll sind die Corona-Regeln mit Blick auf steigende Inzidenz?

Das Weinfest in Fulda – „Wein im Schlosshof“ – findet indes 3G-geregelt statt. Probleme gebe es bei der Anwendung dieser Restriktion nicht, wie Magistratspressesprecher Johannes Heller erläutert. „In Bezug auf den Einlass und die Kontrolle konnten wir bis dato keine Probleme erkennen.“ Ganz im Gegenteil: „Die Besucher verhalten sich vorbildlich und zeigen unaufgefordert die notwendigen Nachweise vor.“ Zudem steigere 3G das Sicherheitsgefühl und biete eine Möglichkeit für einen „relativ unbeschwerten“ Besuch von Events.

Doch wie zukunftsfähig sind derlei Konzepte? In Bezug auf das Fürstliche Gartenfestes kann Heil noch keine finales Resümee ziehen. Man wolle über künftige Events und deren Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt beraten. Auch Thomas Gernhardt von der Gemeinde Eichenzell sagt: „Aufgrund der Größe der Veranstaltung und wegen des planerischen Aufwandes müssen die Veranstalter ihr Konzept stets neuen Bedingungen anpassen.“

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Welche Konzepte für die Zukunft tragfähig sein könnten, lasse sich nur anhand der „gerade vorherrschenden pandemischem Lage“ festmachen. Rothmund hingegen erklärt, er könne sich gut vorstellen, dass ähnliche Veranstaltungen möglich würden, wenn die Rechts- und insbesondere die Infektionslage so bleibe.

„3G ist ein Weg, um Events für die Bürger mit größtmöglicher Sicherheit zu ermöglichen. Dabei ist klar, dass die Getesteten die am schwächsten geschützte Gruppe sind“, sagt Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU). Daher sein Appell: „Lassen Sie sich impfen!“ Je mehr Menschen sich impfen ließen, desto zuversichtlicher sei er, dass mit der 3G-Regelung ein großes Stück Normalität zurückkehren könne.

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