Hochschulpräsident Karim Khakzar
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Nach drei Semestern Onlinelehre setzt die Hochschule Fulda um Präsident Karim Khakzar ab diesem Wintersemester auf Präsenzunterricht - mit Maskenpflicht.

Hochschulpräsident berichtet

Studium in Corona-Zeiten: Maske am Sitzplatz und Kontrollen auf dem Campus

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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Seit knapp einem Monat läuft das Wintersemester an der Hochschule Fulda. 9300 Studenten sind eingeschrieben – und anders als in den drei Semestern vorher findet viel Präsenzunterricht statt. 

Fulda - Gũl und Orhan lehnen am roten Backsteingebäude der Hochschule Fulda in der Moltkestraße und kontrollieren den Zugang zum Campus. Ungeimpfte werden zum Corona-Test geschickt. Wer geimpft oder genesen ist, darf passieren. „Diskussionen haben wir deswegen hier nicht“, sagt Gũl.

Seine blaue Jacke der Frankfurter Sicherheitsfirma, für die die beiden arbeiten, leuchtet im dichten Nebel. Vor knapp einem Monat hat das Wintersemester begonnen – nach eineinhalb Jahren Onlinelehre nun ein Semester mit hauptsächlich Präsenzunterricht. Fulda ist damit eine der wenigen Hochschulen, die wieder nahezu komplett auf dieses Lernmodell setzen.

Corona in Fulda: Hochschule setzt auf Präsenzunterricht - Maske am Sitzplatz

„Wir haben vonseiten der Studenten klare Signale erhalten, dass sie dringend wieder zurück an den Campus möchten. Wir bilden sehr praxisbezogen aus. Außerdem ist Studieren mehr als die Vermittlung von Wissen“, sagt Hochschulpräsident Professor Dr. Karim Khakzar. Semester, die nur online ablaufen seien nicht das, was die Hochschule selbst als „didaktisch hervorragende Lehre“ bezeichnen würde, auch wenn die Pandemie der Digitalisierung einen Schub verliehen habe und sich durch die Onlinelehre auch sinnvolle Ergänzungen ergeben hätten, die beibehalten werden sollen.

Für die Hochschule Fulda, wo sich alle acht Fachbereiche auf einem Areal befinden, sei Präsenzunterricht unter Corona-Regeln aber auch leichter umzusetzen als an Unis, an denen das nicht der Fall ist. Die Zugänge können kontrolliert werden. Die Studentenzahlen in den Hörsälen sind überschaubar. Wer durch die Fenster in die Räume blickt, der sieht Professoren, die mit weitem Abstand zu den Studierenden etwas erklären. Die Lernenden sitzen in den hinteren Reihen und tragen die Maske auch am Platz.

Abstandsregeln, Maske, keine Gäste in der Mensa und 3G am Campus, das sind die grundlegenden Maßnahmen, die sich laut Khakzar bisher bewährt haben. Einen PCR-Test, wie es in Hessen seit Donnerstag zum Beispiel in Restaurants nötig ist, müssen die Ungeimpften nicht vorlegen. Für den Zugang zum Gelände reicht ein Schnelltest. In der Moltkestraße stehen dafür vier Zelte bereit, in denen Mitarbeiter der Malteser den Vorgang beaufsichtigen. „Es wurden dort seit dem 20. Oktober etwa 3700 Tests durchgeführt. 99 Prozent davon waren negativ. In 25 bis 30 Fällen fiel der Test positiv aus, und die Betroffenen wurden zum PCR-Test geschickt“, sagt Khakzar.

Dass etwa 88 Prozent der Studenten, die in den vergangenen Wochen an der Hochschule waren, geimpft sind, und dass nur wenige Tests bisher positiv ausfielen, beruhigt ihn. „Es zeigt, dass unser Konzept aufgeht. Als Präsidium glauben wir, dass wir 3G inklusive der kostenlosen Selbsttests gut verantworten können und dass die Sicherheit der über 10.000 Hochschulmitglieder gewährleistet ist.“

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Dass die Tests am Campus durchgeführt werden und kostenlos sind, ist nicht an allen Hochschulen und Universitäten so. In Kassel beispielsweise müssen die ungeimpften Studenten zum Testcenter. Ende Oktober, zu einem Zeitpunkt, als die Schnelltests außerdem noch kostenpflichtig waren, regte sich dagegen Protest.

Beim Umgang mit der Pandemie haben die Hochschulen weitreichende Autonomie. „Wir dürfen nach 3G Präsenzunterricht anbieten, müssen es aber nicht“, sagt Khakzar. Auf die Frage, wie die Hochschule Fulda die Corona-Krise gehandhabt hat, sagte er: „Ich würde uns insgesamt eine 2 + geben.“

Eine Umfrage unter Studierenden an der Hochschule Fulda lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Fuldaer Zeitung, der Hünfelder Zeitung, der Kinzital Nachrichten sowie des Schlitzer Botens vom 16. November und im digitalen E-Paper.

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