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Corona in Fulda: 2G-plus-Regelung macht Hotels zu schaffen

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Von: Andreas Ungermann

Leere Tische im Parkhotel Kolpinghaus. Die 2G-plus- und 3G-Regel für Beherbergungsbetriebe macht Hotelbetrieben schwer zu schaffen.
Leere Tische im Parkhotel Kolpinghaus. Die 2G-plus- und 3G-Regel für Beherbergungsbetriebe macht Hotelbetrieben schwer zu schaffen. © Charlie Rolff

Mit den hohen Corona-Inzidenzwerten – weit jenseits der 500er Marke – gelten auch in den Hotels in Fulda verschärfte Regeln: 2G-plus für private Reisende, 3G für Geschäftsreisende. Hoteliers in Fulda sprechen von einer sehr schwierigen Situation.

Fulda - Tagungen und Seminare sind abgesagt, damit bleiben auch in den Fuldaer Hotels Übernachtungsgäste aus. „Gelinde gesagt ist die Situation suboptimal, aber wir müssen eben damit umgehen“, sagt der Hotelmanager des Parkhotels Kolpinghaus in Fulda. angesichts der Corona-Lage.

In dasselbe Horn stößt Platzhirsch-Direktor Dirk Schütrumpf: „Es ist angesichts der andauernden Corona-Situation schwierig, das Personal zu halten und zu motivieren.“ Der Platzhirsch fahre seinen Betrieb aktuell „mit kleiner Mannschaft“. Einmal mehr mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit (lesen Sie auch hier: Corona in Fulda - Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz reißt nicht ab).

Corona in Fulda: 2G-plus-Regelung macht Hotels zu schaffen - Stornoflut

Das ist auch im Maritim der Fall. Dessen Direktor Wolfgang Sulzbacher differenziert zwischen dem nahezu 100-prozentigen Ausfall während der Lockdowns bis hin zu einer sehr guten Auslastung im Frühsommer und Sommer vergangenen Jahres. „Bezogen auf die Monate und Wochen mit 3G, dann 2G und nun 2G-plus-Regelung ist das Geschäft durchgehend rückläufig – vor allem durch die zahlreichen Stornierungen seit Ende November.“

Im Januar hingegen sei sein Hotel weniger getroffen, weil dies ein ohnehin eher ruhiger Monat sei. „Trotzdem ist die Belegung mit circa 30 Prozent nur halb so hoch wie etwa im Januar 2019 vor der Pandemie“, konstatiert Sulzbacher. Vor allem im für die Branche wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft habe das Umsatz gekostet.

Relationen nennt auch Schütrumpf. 80 bis 90 Prozent seiner Gäste seien aktuell Geschäftsreisende, Touristen und privat Reisende machten nur einen kleinen Teil des Klientels aus. Es ist ein Eindruck, den auch seine Kollegen teilen (lesen Sie hier mehr: 2G-Bändchen stoßen auf positive Resonanz - Regelung bis Ende Februar verlängert).

„Als Business-Hotel können wir zum Glück auf eine Grundfrequenz von dienstlich Reisenden aus systemrelevanten Berufen setzen“, bestätigt Heß für das Kolpinghaus. Aber, so gibt Maritim-Chef Sulzbacher zu bedenken, „die Einbußen sind deutlich spürbar, dazu ist auch bei reduzierter Belegung der personelle Auwand durch 2G-plus viel höher als zuvor.

Regeln in Beherbergungsbetrieben in Hessen

Der Aufenthalt zu touristischen Zwecken (einschließlich Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen) ist ausschließlich zulässig für Geimpfte oder Genesene (2G). In Corona-Hotspot-Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 350 gilt 2G-plus: geimpft oder genesen zuzüglich Test oder Boosterimpfung.

Der Aufenthalt zu geschäftlichen oder sonstigen Zwecken ist auch für Getestete zulässig (3G). Der Schnelltest ist täglich, der PCR-Test ist alle 48h zu erbringen .Saunen, Schwimmbäder und ähnliche SPA-Einrichtungen dürfen nur von Geimpften oder Genesenen genutzt werden, ebenso wie Kegelbahnen, Bars, Speisesäle oder sonstige Gemeinschaftseinrichtungen.

Zwar mache auch dem Goldenen Karpfen, die 2G-Regelung zu schaffen. Allerdings sei das Gros der Reisenden in dem Fuldaer Hotel immerhin geboostert, berichtet Renate Tünsmeyer. „Wer reisen will, oder muss, der stellt sich auf die Situation und die Bedingungen ein.“ (lesen Sie auch hier mehr: Corona-Mahnwache auf dem Fuldaer Uniplatz - „Keine Stadt der Montagsspaziergänger“).

Dennoch: Auch im Karpfen bilden die Geschäftsreisenden den Großteil der Gäste, private Reisende oder Touristen hingegen eher die Ausnahme. Problematisch ist hier ebenso wie im Parkhotel Kolpinghaus und im Platzhirsch die 2G-Regelung noch aus einem anderen Grund: Die Hotellerie ist nicht das einzige Standbein, sondern auch die Gastronomie.

Video: Dehoga Hotel- und Gaststättenverband kritisiert 2G-plus-Pläne für Gastronomie

„Wir stellen auch ganz extrem fest, dass die Barbesucher ausbleiben und zum Beispiel nur wenige Gäste aus der Region kommen, um einen Drink zu nehmen“, berichtet etwa Schütrumpf für den Platzhirsch. Heß, der seit November das Parkhotel im Team mit Steffen Kempa führt, hat nicht nur Absagen von Tagungen und Seminaren zu verzeichnen, sondern eben auch von Familienfeiern.

Von einem Problem, das manchen so nicht präsent sein dürfte, das aber angesichts des Flickenteppichs an Corona-Regelungen bei näherem Hinsehen auch nicht verwundert, weiß Tünsmeyer ein Lied zu singen: „Im Restaurant wollen häufig Leute aus Bayern essen. Dort gilt aber nur die 2G-Regel. Natürlich können die Nachbarn keinen Test vorlegen, und wir müssen ihnen die 2G-plus-Regel überhaupt erst einmal erklärten.“

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