Zahlen vervielfacht

Nachfrage nach Corona-Impfterminen explodiert - Kreis und Stadt Fulda wollen Angebot ausweiten

  • Volker Nies
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Dass mit steigenden Corona-Fallzahlen die Impfbereitschaft wächst, war zu erwarten. Doch in den vergangenen Tagen ist die Zahl der Menschen in Osthessen, die sich jetzt impfen lassen wollen, förmlich explodiert. Das betrifft Erst- und Zweitimpfungen sowie das Boostern.

Fulda - Das Klinikum Fulda hat in seinem Impfzentrum die Zahl der angebotenen Corona-Impftermine in der vergangenen Woche bereits stark erhöht. Noch stärker wuchs die Nachfrage: „Am vergangenen Wochenende wurden 1200 Impfungen über das Online-Portal gebucht, davon rund 90 Prozent Booster-Impfungen und 10 Prozent Erst-/Zweitimpfungen“, berichtet Barbara Froese, Sprecherin des Klinikums.

Zum Vergleich: An den drei Tagen davor, Donnerstag, Freitag, und Samstag vergangener Woche, waren es rund 300 Buchungen täglich. Und noch eine Woche früher, am Donnerstag, Freitag und Samstag in der Woche davor, waren es jeweils 100 Buchungen täglich. Damit hat sich die Nachfrage binnen zehn Tagen versechsfacht. Wer im Klinikum gestern einen Impftermin buchen wollte, der bekam den nächsten freien Termin am 6. Dezember.

Corona in Fulda: Nachfrage nach Impfterminen explodiert

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda hat am Montagmittag sein Impfportal freigeschaltet. Hier wird in einem neuen Impfzentrum ab 26. November freitags und samstags geimpft. „Binnen zwei Stunden waren alle 500 Termine im November ausgebucht“, teilt Geschäftsführer Michael Sammet mit. Auch im Dezember waren 30 Prozent der Termine schon belegt. „Wir überlegen, ob wir im Dezember zusätzliche Termine anbieten, nämlich an Sonntagen“, berichtet Sammet.

Auch bei den niedergelassenen Ärzten ist die Zahl der Patienten, die gegen Corona geimpft werden möchten, gewachsen. Das berichtete Ralph Hönscher, Vorsitzender des Ärztenetzes Gesundheitsnetz Osthessen (GNO), bereits in der vergangenen Woche.

Enorm ist der Anstieg auch bei den Quartiersimpfungen von Stadt und Kreis Fulda. Sie wurden am Wochenende fortgesetzt – im Stadtteiltreff Südend und in Ziehers Nord. Diese Angebote werden bereits seit August durchgeführt. Sie sollen – in Ergänzung der Angebote der Hausärzte und der Krankenhäuser helfen, die Impflücke zu schließen. Von der Nachfrage wurden die Organisatoren jetzt aber förmlich überrollt. Das lag am Konzept dieses Impfangebots: Wer sich impfen lassen wollte, konnte einfach kommen – ohne vorherige Anmeldung.

„Nachdem das Interesse an den Quartiersimpfungen bis vor wenigen Wochen zurückhaltend war, ist die Nachfrage am vergangenen Wochenende sprunghaft angestiegen“, berichtet Lisa Laibach, Sprecherin des Landkreises. Im Stadtteil Südend wurden am Samstag 105 Personen geimpft, in Ziehers-Nord 112.

Impfzentren wieder zu öffnen, das ist für den Landkreis jetzt kein Thema. 

Lisa Laibach, Sprecherin des Landkreises Fulda

„Die Nachfrage war sehr viel größer als die geplanten und angebotenen Impfdosen. Stadt und Kreis arbeiten derzeit an einer Ausweitung des Angebotes. Der Landkreis setzt dabei auf dezentrale Angebote mit mobilen Teams und stationären Impfangeboten“, sagt Laibach.

„Auch wenn die Nachfrage jetzt so steigt: Impfzentren wieder zu öffnen, das ist für den Landkreis derzeit kein Thema“, sagt Laibach. „Der Landkreis baut ja jetzt seine mobilen Angebote aus. Selbst wenn wir das Impfzentrum wieder öffnen wollten: Die Räume im Esperanto stehen gar nicht frei“, erklärt Laibach. Die Landesregierung bleibt bislang bei ihrer Haltung, jetzt vor allem auf mobile Angebote und die niedergelassenen Ärzte zu setzen – und nicht auf Impfzentren.

Zum Hausarzt oder ins Krankenhaus? Die Debatte zu „Booster“-Impfungen nimmt an Fahrt auf. (Symbolbild)

Allerdings: Vom Bund gibt es Geld für solche Zentren. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat gestern per Verordnung angewiesen, dass der Bund die Impfzentren der Länder bis mindestens Ende April 2022 zur Hälfte mitbezahlt. Bisher war dies bis Jahresende vorgesehen.

Corona-Impfung: Deutlich mehr Anmeldungen

Spahn entschied auch, dass die Ärzte eine höhere Vergütung beim Impfen gegen Corona erhalten. Demnach sollen die Kassenärzte statt der bisherigen 20 Euro ab heute 28 Euro pro Impfung als Vergütung erhalten. Unter anderem hatte das Gesundheitsnetz Osthessen wegen des besonders hohen Aufwandes für Corona-Impfungen eine höhere Vergütung gefordert. An Wochenenden ist ein Zuschlag vorgesehen. Dann steigt die Honorierung auf 36 Euro.

Geradezu sprunghaft ist der Anstieg auch im Vogelsberg: Vom vergangenen Donnerstag, 16 Uhr, bis gestern morgen wurden zusammen 1400 Buchungen gemeldet, berichtet Sabine Galle-Schäfer, Sprecherin des Vogelsbergkreises. Eine Woche zuvor waren es an sieben Tagen insgesamt lediglich 80 vereinbarte Termine. Geimpft wird in Räumen der Hessenhalle in Alsfeld, wo bis zum Herbst das Vogelsberger Impfzentrum gearbeitet hat.

Rubriklistenbild: © Michael Buholzer

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