Der Landkreis Fulda beobachtet eine wachsende Nachfrage nach Corona-Impfungen. (Symbolfoto)
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Der Landkreis Fulda beobachtet eine wachsende Nachfrage nach Corona-Impfungen. (Symbolfoto)

Nachfrage wächst

Langes Warten auf Corona-Impfung: Krankenhäuser und Ärzte wollen mehr Termine anbieten

  • Volker Nies
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Viele Osthessen ärgern sich, dass sie keinen Termin für die Corona-Impfung bekommen. Jetzt unternehmen Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und der Landkreis Fulda eine gemeinsame Kraftanstrengung: Sie wollen kurzfristig für mehr Termine sorgen.

Fulda - Alle Akteure in Politik und Gesundheitswesen sind sich einig: Wenn die Gesellschaft die immer schnellere Ausbreitung des Coronavirus bremsen will, dann muss sie mehr Menschen zur Impfung bewegen. Doch wer sich am Mittwochmittag im Kreis Fulda um einen Impftermin bemühte, der brauchte Geduld: Viele Hausärzte nehmen keine Corona-Impfungen vor; im Impfzentrum des Klinikums gab es Termine erst Anfang Januar.

Diesen Widerspruch - die Gesellschaft braucht mehr Impfungen, aber es gibt kaum Termine - wollen die Akteure im Kreis Fulda jetzt gemeinsam lösen. (Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Corona in Fulda: Krankenhäuser und Ärzte wollen mehr Impftermine anbieten

Das Klinikum Fulda wird bereits ab kommender Woche zusätzliche Termine anbieten. „Wir haben Mitte Oktober ein eigenes Impfzentrum aufgebaut. Das war zunächst nur für unsere Mitarbeiter gedacht. In Absprache mit den niedergelassenen Ärzten haben wir dann jedermann zugelassen“, berichtet Klinikum-Vorstandssprecher Dr. Thomas Menzel.

„Weil die Nachfrage stark steigt, fahren wir die Kapazitäten schrittweise hoch. Derzeit impfen wir etwa 200 Menschen am Tag. In Zukunft sollen es 280 bis 300 sein“, sagt Menzel. Das Impfangebot richtet sich an jedermann - zunächst an alle, die über 60 Jahre alt sind. Man muss sich auf der Internetseite www.impfportal.klinikum-fulda.de anmelden.

Herz-Jesu-Krankenhaus bietet bald auch Corona-Impfungen an

Parallel dazu baut das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda ein Impfangebot auf. Auch hier muss man sich anmelden. Das ist ab nächsten Montag, 15. November, auf der Seite impfzentrum.herz-jesu-krankenhaus.de möglich. Dieses Zentrum öffnet am Freitag, 26. November. Die Covid-19-Impfungen finden freitags zwischen 13 Uhr und 18 Uhr sowie samstags zwischen 9 Uhr und 17 Uhr statt. „Wir rechnen damit, dass wir 500 Menschen pro Woche impfen. Wenn der Bedarf wächst, können wir das Impfen auf den Sonntag ausdehnen“, sagt Geschäftsführer Michael Sammet.

„Wir freuen uns, dass das Herz-Jesu-Krankenhaus dieses Angebot ab dem 26. November deutlich verstärkt. Damit werden wir einen weiteren großen Schritt vorankommen“, sagt Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU).

Beide Fuldaer Krankenhäuser nehmen Erst- und Zweitimpfungen sowie Auffrischungsimpfungen („Booster-Impfungen“) vor. In beiden Häusern werden vor allem folgende Gruppen geimpft: Personen ab 60 Jahren, Personen, die einmal mit Johnson & Johnson geimpft wurden, Personen aus medizinischen Berufen und immungeschwächte Menschen. (Lesen Sie auch: Hendrik Streeck übt Kritik an 2G-Regel - „Druck auf Ungeimpfte nicht erhöhen“)

Nachfrage nach Corona-Impfung im Kreis Fulda steigt

Den niedergelassenen Ärzten laufen Patienten mit Impfwunsch derzeit die Türen ein. „Gefragt sind vor allem Booster-Impfungen, aber auch Erstimpfungen werden verstärkt nachgefragt. Mit den wachsenden Corona-Zahlen steigt die Angst der Patienten, und die Nachfrage nach Impfungen steigt“, berichtet Ralph-Michael Hönscher, Petersberger Hausarzt und Vorsitzender des Ärzteverbundes Gesundheitsnetz Osthessen (GNO). Auch der Landkreis Fulda beobachtet aktuell eine wachsende Nachfrage nach Erst- und Zweit- sowie Auffrischungsimpfungen.

In Hönschers Praxis werden am Tag 100 Menschen geimpft, doch nicht jede Praxis bietet das an: „Viele Mitarbeiter in den Arztpraxen sind von der langen Anstrengung einfach müde“, sagt Hönscher. „Wir brauchen jetzt eine Verteilung der Last auf viele Schultern.“ Wenn der eigene Hausarzt nicht impft, dann kann er einen Kollegen empfehlen, der die Impfung vornimmt. „Im GNO-Netzwerk unterstützen sich die Ärzte gegenseitig“, sagt GNO-Aufsichtsratschef Dr. Jörg Simon.

Wissenschaftler fordern: Corona-Impfung schnell auffrischen

Im mobilen Bereich schafft der Landkreis zusätzliche Kapazitäten. Vize-Landrat Schmitt kündigt an: „Ab nächster Woche starten wir mit einem Impfbus, der die Städte und Gemeinden anfahren wird.“ Der Impfbus wird ab der kommenden Woche unterwegs sein, um vor Ort Impfungen anzubieten.“ Der Bus wird an zentralen Plätzen Halt machen. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben. Geimpft werden Bürger des Landkreises Fulda ab 12 Jahren. Mitzubringen sind der Personalausweis und die Krankenkassenkarte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kinder bis 15 Jahre müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden.

Zu den dezentralen Impfangeboten gehören die Quartiersimpfungen, die regelmäßig von Stadt und Landkreis Fulda durchgeführt werden. Dabei sind bisher 750 Menschen geimpft worden. Der nächste Termin ist am Samstag, 13. November, im Stadtteiltreff Südend (Frankfurter Straße 59) zwischen 10 und 13 Uhr. Am selben Tag findet ein Termin zwischen 14 und 17 Uhr in Ziehers Nord (Platz der Weißen Rose/Pfarrsaal St. Paulus) statt. Auch dieses Angebot gilt für alle Bürger des Landkreises Fulda. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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