Am 19. Januar startet in Fulda eines von sechs regionalen Impfzentren in Hessen. (Symbolbild)
+
Am 19. Januar startet in Fulda eines von sechs regionalen Impfzentren in Hessen. (Symbolbild)

Corona in Hessen

Impfzentrum in Fulda startet am 19. Januar - Diese Probleme sieht die Senioren Union Fulda bei der Anmeldung

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
    schließen

Am 19. Januar startet in Fulda eines von sechs regionalen Impfzentren in Hessen. Probleme sieht die Senioren Union Fulda aber noch bei der Anmeldung.

Fulda/Schlüchtern - In zwei Wochen geht es los: Das Impfzentrum in Fulda öffnet seine Türen: Eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen rund um das Thema Corona-Impfung.

Wer wird zuerst gegen Corona geimpft? Wie laufen die Corona-Impfungen ab? Und wo wird geimpft?

Für den Start der zweiten Impfphase in Hessen am 19. Januar stehen sechs regionale Impfzentren bereit. Erst später, wenn genügend Corona-Impfstoff vorhanden ist, werden auch die übrigen 22 Zentren in Betrieb gehen. Die sechs Einrichtungen befinden sich in Fulda, Gießen, Marburg, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Die Regionen werden laut Innenministerium nach dem Versorgungsatlas den Zentren zugeteilt. Die Landkreise Vogelsberg, Fulda und Hersfeld-Rotenburg sind dem Impfzentrum Fulda zugeordnet. Betroffene aus dem Main-Kinzig-Kreis müssen den Weg nach Frankfurt auf sich nehmen.

„Angesichts der überschaubaren Impfstoffmengen werden die sechs Impfzentren noch nicht unter Volllast laufen“, erklären Innenminister Peter Beuth (CDU)und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne). „Dennoch werden tausende Bürger wöchentlich ihre Schutzimpfungen erhalten können.“ Wie viele Impfungen im Fuldaer Zentrum ab dem 19. Januar durchgeführt werden, steht indes noch nicht fest. „Das hängt davon ab, wie viele Dosen Impfstoff dem Landkreis zur Verfügung gestellt werden und wie viele Personen aus dem betroffenen Bezirk einen Termin bekommen“, verdeutlicht Kreis-Pressesprecherin Leoni Rehnert.

Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis werden auf dem Messegelände in Frankfurt gegen Corona geimpft

Die Distanz von Schlüchtern zum Messegelände in Frankfurt und dem damit zuständigen Impfzentrum beträgt 90 Kilometer – ein weiter Weg für Personen über 80. „Die Wege dorthin sind für die Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis natürlich mitunter weit“, gibt Frank Walzer, Kreis-Pressesprecher des Main-Kinzig-Kreises, zu.

„Wir würden als Landkreis auch lieber heute als morgen unsere eigenen Impfzentren aufmachen, um den Schlüchternern, Salmünsterern und Flörsbachtalern genau diese Anfahrtswege deutlich zu verkürzen. Aber das liegt nicht in der Entscheidungsmacht des Main-Kinzig-Kreises.“ Das Land Hessen hat vor Beginn der Impfaktion deutlich gemacht, dass es in Abhängigkeit der verfügbaren Impfdosen in drei Phasen verfahren will. Nach der ersten Phase – Impfung durch mobile Teams – sollen zunächst sechs zentrale Impfzentren aufmachen.

Corona in Hessen: Diese Problem sieht die Senioren Union Fulda bei der Anmeldung zur Impfung

Land Hessen: Corona-Impfaktion hat am 27. Dezember gestartet - So viele Menschen wurden bereits geimpft

Am 27. Dezember hat das Land Hessen die erste Phase der bundesweiten Impfaktion gestartet. Dank mobiler Teams haben die hiesigen Landkreise mit der Verabreichung des Impfstoffes begonnen – bevorzugt in Senioreneinrichtungen. „Die bisherigen Impfungen liefen reibungslos ab und waren mit den einzelnen Einrichtungen gut abgestimmt“, sagt Frank Walzer über den Main-Kinzig-Kreis, der die Impfdosen in unterschiedlich großen Chargen erhält. Dort reichte der Impfstoff bislang für 2.500 Menschen. Im Landkreis Fulda wurden knapp 2.000 Personen mit dem Impfstoff versorgt, bestätigt Leoni Rehnert. Das Land Hessen hat bisher 100.000 Impfdosen erhalten, von denen die Hälfte für die wichtige zweite Impfung zurückgehalten wird. Für Freitag wird die Lieferung von 49.000 Dosen erwartet.

Wie die Pressestelle des Hessischen Ministeriums mitteilt, werden am 18. und 25. Januar jeweils weitere 49.000 Dosen erwartet. Ab dann sollen wöchentlich montags Lieferungen erfolgen. Hessenweit wurden laut Mitteilung bereits mehr als 38.000 Menschen seit dem 27. Dezember geimpft.

Anmeldung für eine Corona-Impfung erfolgt über ein Call-Center

Ab dem 12. Januar können sich Personen der höchsten Priorisierungsgruppe in Hessen für eine Impfung anmelden. Dies sind in erster Linie Bürger ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- oder Pflegeheim leben, sowie Pfleger und medizinisches Personal. „Die Zuteilung der Termine und eine Priorisierung ist nicht Sache des Landkreises Fulda“, erläutert Pressesprecherin Leoni Rehnert. Die Vergabe der Termine werde vom Land Hessen organisiert. Zwei Wege führen zum persönlichen Impftermin: Telefonisch über die Hotline 116 117 oder online überimpfterminservice.de.

Die Corona-Impf-Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist allerdings teilweise nur schwer erreichbar. Laut Bundesgesundheitsministerium sind seit dem 21. Dezember 1.100 Personen in dem Call-Center beschäftigt, die wöchentlich bis zu 200.000 Anfragen bearbeiten können. Ab 8. Januar soll die Kapazität auf wöchentlich 500.000 Anfragen hochgefahren werden.

Wie die Pressestelle des Hessischen Ministeriums mitteilt, werden Frauen und Männer, die älter als 80 Jahre sind und aufgrund körperlicher Einschränkungen ein Impfzentrum nicht aufsuchen können, zu Hause geimpft. Die mobilen Impfteams der Landkreise und kreisfreien Städte, die aktuell noch in den Alten- und Pflegeheimen im Einsatz sind, werden die Hausbesuche durchführen. Das Land Hessen wird alle über 80-Jährigen schriftlich über die Anmeldungen für die persönliche Schutzimpfung informieren und ein Erfassungsverfahren für häusliche Impftermine starten, heißt es in der Mitteilung.

Video: Corona-Impfaktion gestartet - Zwei Drittel wollen Impfung

Leoni Rehnert zu Corona-Impfungen in Fulda: „Zuteilung der Termine ist nicht Sache des Landkreises“

Ältere Menschen stehen im Fokus bei der Corona-Impfaktion

Die Senioren Union Fulda fordert, dringend das vorgesehene Prozedere der Anmeldung zu überdenken und eine praktikablere Lösung anzubieten. Die Mehrzahl der älteren Bürger lebe nicht in Senioreneinrichtungen, sondern im eigenen Hausstand. „Es ist ein Unding, dass dieser Personenkreis aus der höchsten Risikogruppe darauf angewiesen ist, sich selbst um einen Impftermin kümmern zu müssen“, bemängelt der Kreisvorsitzende Karl Josef Hahner. Eine Terminvergabe über das Telefon sei für viele äußert schwierig. Zudem seien viele nicht mit der Technik vertraut.

Das führe letzten Endes dazu, „dass der betroffene Personenkreis sich mit dem Impfterminvergabeprozedere nicht zurechtfindet und sich überfordert fühlt“. Die Gefahr bestehe, dass sich daher einige nicht impfen ließen. „Die Verwaltungen sind heute in der Lage, auf Knopfdruck Gebührenbescheide und vieles mehr zu versenden und da soll es nicht möglich sein, bestimmte Altersgruppen schriftlich, zielgerichtet und zeitnah mit Informationen zu Impfterminen zu versorgen“, klagt Hahner. Das komme „einer Bankrotterklärung moderner Bürgernähe und Datenverwaltung gleich – und das bei einem so wichtigen Thema“.

Start der Corona-Impfungen in Fulda am 19. Januar

Als eines von sechs Impfzentren nimmt der Standort Fulda am 19. Januar seinen Betrieb in der Waideshalle des Hotels Esperanto auf. Mit den medizinischen Leistungen hat der Landkreis Fulda die neu gegründete Impfzentrum Fulda GmbH beauftragt. „Als Landkreis sind wir für die Einrichtung und die Strukturen im Zentrum zuständig“, sagt Sprecherin Leoni Rehnert. Die Impfungen werden indes von den Gesellschaftern Klinikum Fulda, dem regionale Ärztenetz GNO sowie den beiden DRK-Kreisverbänden Fulda und Hünfeld organisiert. „Die Struktur ist vergleichbar mit dem Rettungsdienst“, erklärt Rehnert. Die Malteser, das Technische Hilfswerk und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft werden Kooperationspartner der GmbH.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema