Im Sporthaus Marquardt in Fulda prüfen und sortieren Thomas Hainer und Tina Hristova neue Ware.
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Im Sporthaus Marquardt in Fulda prüfen und sortieren Thomas Hainer und Tina Hristova neue Ware. Samstag ist auch hier wieder Terminshopping möglich.

Corona-Inzidenz sinkt

Läden in Fulda öffnen Samstag wieder: Warum bei einigen Händlern neben Freude auch Unsicherheit herrscht

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Im Landkreis Fulda ist ab Samstag wieder Terminshopping (Click & Meet) möglich. Die Inzidenz liegt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 150. Die regionalen Händler haben jedoch gemischte Gefühle. 

Fulda - In Fulda kann ab Samstag wieder mit Termin eingekauft werden, denn auch am Donnerstag liegt die Corona-Inzidenz im Landkreis Fulda mit 102,6 deutlich unter dem notwendigen Wert von 150. Damit sind vorsichtige Lockerungen möglich.

Reginald Bukel, Vorsitzender des Vereins City-Marketings Fulda sagt unserer Zeitung: „Ich bin voller Vorfreude, dass es wieder losgeht.“ Natürlich bleibe abzuwarten, wie die Einschränkungen seitens der Kundschaft angenommen werden. „Aber wir haben aus der Pandemie gelernt, dass wir positiv in die Zukunft blicken müssen“, betont er und fügt hinzu: „Sonst wird es schwierig.“

Corona in Fulda: Click & Meet ab Samstag wieder möglich - Händler haben gemischte Gefühle

Auch Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) freut sich, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen: „Es freut mich sehr, dass nun zum Wochenende das Click & Meet-Modell wieder eingeführt werden kann.“ Die Corona-Inzidenzzahlen in Fulda sinken, die Impfungen schreiten in großen Schritten voran und die Testinfrastruktur in der Stadt sei „bestens etabliert“, sodass die „Voraussetzungen für sicheres Einkaufen“ gegeben seien.

Für die regionalen Händler seien die Lockerungen nach der „langen und schwierigen Zeit ein dringend benötigtes Zeichen“. Sicher würden damit nicht alle wirtschaftlichen Probleme gelöst werden können, zumindest aber bestehe die Möglichkeit, wieder Kontakte zu Kunden zu knüpfen und einem weiteres Abwandern zum Online-Handel entgegenzuwirken. (Lesen Sie hier: Corona in Hessen - Diese Lockerungen greifen in den Kreisen mit Inzidenz unter 100)

Läden in Fulda öffnen ab Samstag wieder - Freude, aber auch Unsicherheit bei Händlern

Wie die Einzelhändler in Fulda darauf reagieren, dass sie ab Samstag mit Click & Meet öffnen dürfen, lesen Sie nachfolgend.

Creatime: Es ist eine Mischung aus Zuversicht und Unsicherheit, die Marlies Piechotka, Inhaberin von Creatime in Fulda, umtreibt, wenn sie an den kommenden Samstag denkt, an dem die Einzelhändler – zumindest mit Click & Meet – wieder öffnen dürfen. „Es ist kein richtiger Start“, sagt die 59-Jährige – eher ein Start mit angezogener Handbremse. Zwar hätten sie in den vergangenen Wochen schon einige Anfragen erreicht, dennoch: „Die Restriktionen sind sehr streng.“ Einige „Rebellenstimmen“ seien bereits zu ihr durchgedrungen. Ob die Kunden wirklich bereit sind, sich für das Shopping auf das Virus testen zu lassen, fragt sie sich.

Ihr Lager sei voll, das Click & Collect-Modell habe ihr „gar nichts gebracht“. Mittlerweile verliere sie zunehmend den Elan und die Leidenschaft für ihrem Beruf. Sie blicke mit Skepsis und Unsicherheit in die Zukunft: „Wenn es im Herbst nochmal einen Lockdown gibt, bin ich mit meiner Kraft am Ende.“

Schneider: Optimistischer blickt Cordula Bollbuck, Geschäftsleiterin des Modehauses Schneider, auf den Samstag, an dem es wieder losgeht. „Es ist ein kleiner Schritt“, sagt sie. Dennoch habe sie nur „mittelmäßige Erwartungen“ an das wieder startende Click & Meet-Modell. „Ich weiß, dass wir weit weg sein werden von Zahlen der Vorjahre, aber wir denken in kleinen Schritten.“

Im Vordergrund stehe für sie nun, ihren Kunden und den Mitarbeitern größtmögliche Sicherheit zu geben. Hoffnung gebe ihr auch die Impfkampagne, die nun Fahrt aufnehme: „Das hilft allen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.“ Nun liege es an der Disziplin aller, um weitere Schritte in Richtung Normalität zu gehen.

Termine:

Gegenüber der letzten Click & Meet-Regelung, die im Frühjahr galt, ist das Terminshopping im Rahmen der Bundesnotbremse an eine weitere Auflage gebunden: Es muss beim Betreten des Geschäfts ein negativer Corona-Test vorgelegt werden – alternativ ein Genesenennachweis oder der Impfausweis, der dokumentiert, dass die Zweitimpfung mindestens zwei Wochen her ist.

Wie die Termine zu vereinbaren sind, ist den jeweiligen Internetauftritten zu entnehmen oder telefonisch zu klären.

Sporthaus Marquardt: Christoph Wehner ist Inhaber des Sporthauses Marquardt in Fulda. Bei ihm ist die Freude groß, dass es am Samstag wieder losgehe. Insbesondere, weil er der Meinung ist, dass seine Ware – besonders Laufschuhe, Wanderutensilien und Fahrradbekleidung – zur jetzigen Jahreszeit sicher eine große Nachfrage erfahren werde.

Für die jüngsten Schließungen habe er wenig Verständnis gehabt. „Ich denke, wir hätten schon die ganze Zeit aufhaben können“, sagt er. Das Infektionsrisiko sei durch die getroffenen Maßnahmen in seinem Betrieb nicht höher als andernorts. Etwas Unsicherheit schwingt jedoch auch bei ihm mit: „Wir müssen schauen, wie das mit den Testungen anläuft.“ Da er die Bereitschaft in Fulda, sich testen zu lassen, jedoch hoch einschätze, blicke er zuversichtlich in die Zukunft.

Möbelpunkt Thalau: Bei dem Möbelhändlern sieht die Situation etwas anders aus: Laura Dandik, Marketingleiterin von Möbelpunkt Thalau, berichtet, die Küchenstudios seien schon die ganze Zeit geöffnet, da der Fokus hier auf der Handwerkerleistung liege. Nicht aber die Möbelausstellung. Sie ist seit Wochen geschlossen. Um sich entsprechend vorzubereiten, öffne diese jedoch erst am Dienstag. „Es ist einfach erleichternd“, sagt Dandik, die sich schon auf „Leben im Haus“ freue.

Video: Corona regional - Das Update für Hessen

EFM: Udo Müller, Inhaber des EFM-Marktes in Fulda, sieht die Öffnung am Samstag ebenfalls als „einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung“. Zwar wäre ihm eine „größere Lockerung“ lieber, dennoch gebe er sich mit einer bevorstehenden Click & Meet-Öffnung zufrieden. „Die Beratung vor Ort ist einfach eine ganz andere Sache“, sagt er gegenüber unserer Zeitung und fügt hinzu: „Wir sind auf jeden Fall vorbereitet.“ Unsicherheit im Hinblick auf das Wochenende verspüre er kaum, schließlich hätten seine Kunden auch das Click & Collect-Modell schon gut angenommen.

Lifestyle: Petra Richter betreibt in Hünfeld das Geschäft Lifestyle. Auch sie ist „heilfroh“, dass es am Samstag wieder losgeht. Das Click &Collect-Modell habe in ihrem Geschäft zwar gut funktioniert, aber „dass die Kunden mal wieder ins Geschäft reinkommen“, sehne sie herbei. Außerdem freue sie sich darauf, ihre neue Mode präsentieren zu können.

Was die IHK in Fulda zu Click & Meet in Fulda sagt, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Fuldaer Zeitung und der Hünfelder Zeitung vom 20. Mai und im E-Paper.

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