Marc Zuspann steht in den Startlöchern: Die gleichnamige Waldgaststätte in der Praforst in Hünfeld öffnet ab Montag, 31. Mai.
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Marc Zuspann steht in den Startlöchern: Die gleichnamige Waldgaststätte in der Praforst in Hünfeld öffnet ab Montag, 31. Mai.

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Corona in Fulda: Ausgangssperre ist aufgehoben - Diese Lockerungen gelten

  • Bernd Loskant
    vonBernd Loskant
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Im Landkreis Fulda sind die strengen Regeln der „Bundes-Notbremse“ vorerst Geschichte. Fünf Werktage hintereinander lag die Inzidenz konstant unter dem Wert 100. Damit sind am Montag lange ersehnte Lockerungen in Kraft getreten.

Update vom 4. Juni, 18.20 Uhr: Von Samstag, 5. Juni, an greifen in Fulda weitereichende Lockerungen. Im Kreis gilt dann Stufe 2 des Landeskonzeptes. Eine Übersicht zu den Corona-Regeln finden Sie hier.

Erstmeldung: Kreis Fulda - Vom Sorgenkind zum Musterschüler: Der Landkreis Fulda hatte am Sonntag, 30. Mai, die niedrigste Corona-Inzidenz in ganz Hessen gemeldet. Der Wert sank auf 17, nachdem er am Samstag auf 29,1 gefallen war. Sollte die positive Entwicklung anhalten, könnten die Corona-Maßnahmen bald weiter massiv gelockert werden. Seit Montag, 31. Mai, steigt der Wert wieder leicht, liegt am Mittwoch bei 23,3. Eine niedriger Inzidenz in Hessen hat aktuell aber weiter nur die Stadt Darmstadt (18,8).  

Dass der Wert nun so sprunghaft gesunken ist und Fulda plötzlich Vorzeigekommune ist, dürfte auch daran liegen, dass mehrere größere Ausbrüche in vier Firmen, die die Statistik belastet haben, nun überstanden sind. Die Betroffenen sind genesen und tauchen in den Zahlen nicht mehr auf. Zuletzt war bekannt geworden, dass im Instandhaltungswerk der Bahn in Fulda 60 von 600 Mitarbeiter positiv getestet worden waren. Das hatte wahrscheinlich dazu geführt, dass die Inzidenz vor Pfingsten noch über dem Wert 100 lag, der Landkreis Fulda somit schlechter dastand als die meisten anderen Landkreise und hier die Bundesnotbremse noch bis Sonntag galt. Seit Montag, 31. Mai, nun treten im Landkreis Fulda grundlegende Lockerungen in Kraft. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Überblick.

Corona in Fulda: Ausgangssperre aufgehoben - Diese Lockerungen gelten

Ausgangs- und Kontaktsperre: Heiß umstritten und für viele der Inbegriff überzogener Grundrechtseinschränkungen in der Pandemie: Die Ausgangssperre gilt ab Montagabend nicht mehr. Auch zwischen 22 und 5 Uhr morgens darf man sich jetzt wieder frei bewegen. Die Kontaktsperren werden ebenfalls gelockert. Nun dürfen sich wieder Personen zweier Hausstände plus genesene oder geimpfte Personen treffen. 

Gastronomie: Endlich wieder einen Kaffee trinken oder Essen gehen: Cafés, Bars und Restaurants dürfen ihre Terrassen und sonstige Außenflächen unter Einhaltung strenger Abstands- und Hygieneregeln öffnen. Die Gäste müssen jedoch einen negativen Test, einen Genesenennachweis oder ein Impfpass vorlegen, aus dem hervorgeht, dass die Zweitimpfung mindestens 14 Tage her ist. Außerdem muss eine Kontakterfassung – ob auf Zetteln oder per App – stattfinden. Übrigens: Auch Diskotheken dürfen Außenbereiche als Bar öffnen, Tanzveranstaltungen bleiben allerdings verboten. Die Gastronomen im Kreis Fulda sind bereits in den Startlöchern, haben sie gegenüber unserer Zeitung verraten. In der Stadt Fulda darf die Außengastronomie üblicherweise bis 23 Uhr öffnen, an Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen bis 24 Uhr.

Einkaufen: Shoppen geht jetzt auch wieder ohne Test: Zwar bleibt es im Einzelhandel zunächst beim Terminshopping, aber aus der Testpflicht wird nur noch eine Testempfehlung.

Fitnessstudios, Kosmetikstudios, Solarien und Massagestudios im Kreis Fulda öffnen wieder

Kultur- und Freizeiteinrichtungen: Die Öffnung der Innenräume von Museen, Schlössern, Zoos, Galerien und ähnlichem ist mit Anmeldung, Masken und Testempfehlung erlaubt. Eine Übersicht über die Situation in den Museen unserer Region finden Sie im Kulturteil dieser Ausgabe.

Sport und Fitness: Die Fitnessstudios dürfen wieder öffnen. Wer trainieren will, braucht aber einen Test. Gruppensport für Kinder bis einschließlich 14 Jahren wird ungeachtet der Gruppengröße möglich. Erwachsene dürfen entsprechend der Kontaktregeln gemeinsam Sport treiben.

Veranstaltungen: In Innenräumen werden größere Veranstaltungen nur zu bestimmten Zwecken und mit Auflagen ermöglicht. Dabei geht es etwa um berufliche Veranstaltungen oder Zusammenkünfte von öffentlichem Interesse sowie Gottesdienste. Draußen dürfen Veranstaltungen unter strengen Auflagen mit bis zu 100 ungeimpften Personen stattfinden. Die Kontaktdaten müssen erfasst werden, ein aktueller Test muss vorliegen.

Video: Christian Drosten mahnt zur Vorsicht bei Corona-Lockerungen

Schulen: In den Schulen kehren die Jahrgangsstufen eins bis sechs in den Präsenzunterricht zurück, die Abschlussklassen haben ebenfalls Präsenzunterricht. Die Jahrgangsstufen sieben bis elf bleiben vorerst im Wechselunterricht. Die Testpflicht zweimal pro Woche gilt weiter.

Körpernahe Dienstleistungen: Friseurbesuche sind schon länger wieder erlaubt, jetzt dürfen auch andere sogenannte „körpernahe Dienstleistungen“ wieder ausgeführt werden. So dürfen Kosmetikstudios, Solarien und Massagestudios wieder öffnen. Kunden müssen allerdings einen Termin haben und einen negativen Test vorweisen.

Wie geht es weiter?

Weitere Lockerungen treten in Kraft, sobald die Inzidenz 14 weitere Tage unter 100 liegt oder fünf Tage unter dem Wert 50. Davon ausgehend, dass sich die Situation weiter so positiv entwickelt wie bisher und die Inzidenz unter 50 bleibt, wären weitere Lockerungen im Landkreis Fulda schon ab kommendem Samstag möglich. Denn anders als bei den bisherigen Lockerungsschritten wird die Inzidenz jetzt nicht nur an Werktagen, sondern auch an Sonn- und Feiertagen mitgezählt. Und auch einen Zwischentag nach Erreichen des Grenzwerts gibt es nicht mehr: Die Lockerungen treten unmittelbar nach dem fünften Tag (bei Inzidenz unter 50) in Kraft.

Läuft es also weiter gut, dürfen ab kommendem Samstag, 5. Juni, im Landkreis Fulda schon die Schwimmbäder öffnen, in den Geschäften ist keine Terminvereinbarung mehr notwendig, und auch die Innengastronomie könnte dann wieder öffnen.

Tourismus: Auch Urlaub in Fulda und der Rhön ist wieder möglich: Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze können wieder Gäste empfangen. Allerdings gelten dort, wo es Gemeinschaftseinrichtungen wie Frühstücksräume und Restaurants gibt, besondere Regeln: Die Auslastung darf 60 Prozent nicht überschreiten. Touristen oder Geschäftsreisende müssen bei Anreise und dann zweimal pro Woche einen negativen Test vorlegen.

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