Ausgangssperre verlängert

Corona in Fulda: „Extrem hohe Fallzahlen“ - Aber den 15-Kilometer-Radius führt der Kreis nicht ein

Im Landkreis Fulda wird die Ausgangssperre im Zuge der Corona-Krise wie erwartet verlängert. Die Bewegungsbeschränkung in Form eines 15-Kilometer-Radius‘ kommt zunächst allerdings nicht. Die neue Verfügung gilt bis zum 18. Januar.

Update vom 8. Januar, 17.26 Uhr: Der Landkreis Fulda hat eine neue Allgemeinverfügung veröffentlicht, in der die Corona-Maßnahmen für den Kreis geregelt sind. Demnach werden die bestehenden Corona-Regeln bis zum 18. Januar 2021 verlängert - darunter auch die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Ausgenommen davon sind unter anderem berufliche oder dienstliche Tätigkeiten die Betreuung und Begleitung von Personen, die der Unterstützung bedürfen, und die Versorgung von Tieren. Außerdem wird das für Silvester verhängte Feuerwerksverbot aufgehoben. Eine Beschränkung des Bewegungsradius‘ auf 15 Kilometer führt der Kreis zunächst nicht ein - auch wenn die Inzidenz über 200 liegt.

Mit der Allgemeinverfügung bleibt es aber weiterhin Pflicht, dass Besucherinnen und Besucher von Pflegeeinrichtungen diese nur betreten dürfen, wenn sie ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden ist.

Mit Blick auf die 15-Kilometer-Regel bei tagestouristischen Ausflügen erklärt Landrat Bernd Woide (CDU): „Um zu verhindern, dass touristische Ziele durch Tagesgäste zu Hotspots werden, hat der Landkreis bereits Maßnahmen ergriffen und für Samstag und Sonntag die Sperrung besonders frequentierter Parkplätze in der Rhön zwischen 9 und 16 Uhr veranlasst. Wir werden die Wirkung dieser Maßnahme abwarten und vom Ergebnis die Entscheidung abhängig machen, ob wir den 15-Kilometer-Radius für tagestouristische Ziele verfügen werden.“

Corona in Fulda: Kreis führt 15-Kilometer-Radius nicht ein - Ausgangssperre bleibt erhalten

„In den vergangenen Tagen verzeichnete der Landkreis Fulda die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie“, schreibt der Landkreis Fulda. „Bis heute Mittag lagen bereits 152 neue Fälle vor.“ Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag sogar 186 Neuinfektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 246,9. „Morgen wird sie voraussichtlich bereits auf über 300 steigen“, so der Kreis.

„Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass es ganz entscheidend auf das verantwortungsvolle Verhalten jedes Einzelnen ankommt“, sagt Landrat Bernd Woide. Gemeinsam mit Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt appelliert er: „Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte. Je disziplinierter wir alle jetzt sind, umso besser kommen wir durch die nächsten schweren Wochen.“

Die hohen Fallzahlen ziehen sich durch alle Altersgruppen, Lebenssituationen und quer über den Landkreis hinweg. „Forderungen aus politischen Reihen, die Ausgangssperre aufzuheben, gehen angesichts der aktuellen Lage völlig an der Sache vorbei“, sagt Landrat Woide.

Es ist davon auszugehen, dass die aktuellen Fälle auf Ansteckungen in den vergangenen 7 bis 14 Tagen zurückzuführen sind. „Das legt den Schluss nahe, dass sich viele der nun infizierten Personen über die Feiertage an Weihnachten und Neujahr angesteckt haben“, sagt Frederik Schmitt und ergänzt: „Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, sich mit Kontakten zurückzuhalten und wann immer es geht, zu Hause zu bleiben.“ In den drei Krankenhäusern des Landkreises Fulda werden derzeit 99 Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt, meldet der Kreis; 23 davon intensivmedizinisch. „Wir wissen, dass sich stark steigende Fallzahlen immer mit leichter Verzögerung in den Krankenhäusern niederschlagen. In der jetzigen Situation treffen sie auf eine ohnehin bereits angespannte Lage. Das macht mir Sorgen“, sagt der Gesundheitsdezernent.

Corona in Fulda: „Extrem hohe Fallzahlen“ - wahrscheinlich Nachwirkung der Feiertage

Update vom 29. Dezember, 8.06 Uhr: In einer Mitteilung zur neuen Corona-Allgemeinverfügung des Landkreises Fulda appelliert Landrat Bernd Woide (CDU) an die Vernunft der Bürger: „Denken Sie bitte bei allem, was Sie vorhaben, daran: Wir müssen alles tun, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Jeder, der auch nur mit einer blutenden Fingerkuppe in die Notaufnahme kommt, ist definitiv ein Fall zu viel.“ Die Polizei hat indes für Silvester Kontrollen angekündigt.

Update vom 28. Dezember, 14.50 Uhr: Die Ausgangssperre im Landkreis Fulda, die von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens gilt, ist bis einschließlich 10. Januar verlängert worden. Die Ausgangssperre gilt also weiterhin und entsprechend auch an Silvester zwischen 21 und 5 Uhr.

Außerdem ist im gesamten Landkreis Fulda im öffentlichen Raum das Zünden von Feuerwerkskörpern verboten. „Vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems wird die dringende Empfehlung ausgesprochen, auch im privaten Raum das Zünden von Feuerwerkskörpern zu unterlassen“, heißt es weiter in der Allgemeinverfügung.

Corona in Fulda: Ausgangssperre verlängert - Zünden von Feuerwerk an Silvester verboten

Besucherinnen und Besucher von Alten- und Pflegeheimen müssen vor dem Besuch gegenüber der Einrichtung ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Der Antigen- oder PCR-Test muss entweder frühestens 48 Stunden vor Besuch oder unverzüglich bei Besuch der Einrichtung vorgenommen worden sein, heißt es in der Allgemeinverfügung. Die Einrichtungsleitung könne im Rahmen des Sterbeprozesses Ausnahmen zulassen, wenn anderweitige Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Corona in Fulda: Ausgangssperre verlängert - Ausnahmen an Weihnachten

Erstmeldung: Kreis Fulda - Neben der Verlängerung der Ausgangssperre im Landkreis Fulda zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus gelten vom 21. Dezember bis 29. Dezember neue Besuchsregelungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen. Das gab der Landkreis in einer Pressemitteilung bekannt. Besuche seien nur nach Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses möglich. Zuvor hatte bereits der Main-Kinzig-Kreis bekanntgegeben, dass die Ausgangssperre verlängert wird - bis zum 10. Januar.

Ausnahmsweise ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum aus folgenden Gründen möglich:

- Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, einschließlich der Teilnahme Ehrenamtlicher an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst sowie der Teilnahme an Sitzungen kommunaler Kollegialorgane,

- Inanspruchnahme medizinischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen,

- Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts,

- Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen,

- Begleitung Sterbender,

- Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen,

- Versorgung von Tieren,

- Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung und –prävention,

- ähnlich gewichtige und unabweisbare Gründe.

Damit folgt der Landkreis Fulda den Vorgaben aus dem hessischen Eskalationskonzept zur Corona-Pandemie. „Das Konzept sieht vor, dass diese Verfügung erst dann aufzuheben ist, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 200 liegt“, erklärte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt.

„Seit dem 9. Dezember lag die Inzidenz im Kreis Fulda dauerhaft über 200. Eine Verlängerung der Allgemeinverfügung war daher erforderlich.“ Laut dem Hessischen Sozialministerium liegt die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Fulda aktuell bei 218,2 (Stand: Freitag, 18. Dezember). Im Main-Kinzig-Kreis liegt diese mittlerweile sogar schon über 300.

Im Landkreis Fulda ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum zwischen 21 und 5 Uhr untersagt. Ausnahmen gelten unter anderem für die Durchreise, die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten und die Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen.

Eine Ausnahme gebe es zudem an Weihnachten: An Heiligabend gelte die Ausgangssperre erst ab 0 Uhr des Folgetages, am 25. und 26. Dezember jeweils ab 22 Uhr, teilte der Landkreis weiter mit. Einen Hinweis zum Alkoholverbot enthalte die neue Allgemeinverfügung nicht -hier greife die Verordnung des Landes Hessen.

Die Ausgangssperre im Zuge der Corona-Pandemie wird im Landkreis Fulda verlängert.

Landkreis Fulda verschärft die Corona-Regeln für den Besuch in Pflegeeinrichtungen

Für Besucherinnen und Besucher von Einrichtungen zur Betreuung älterer und pflegebedürftiger Menschen gilt ab dem 21. Dezember: Vor dem Besuch muss gegenüber der Einrichtung ein negatives Corona-Testergebnis (Antigen- oder PCR-Test) vorgelegt werden.

Der Test darf maximal 48 Stunden zurückliegen oder muss vor Ort in der Einrichtung vorgenommen werden. Für die Sterbebegleitung könne die Einrichtungsleitung Ausnahmen zulassen, wenn anderweitige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die betreffenden Einrichtungen wurden vom Landkreis Fulda über die neue Regelung informiert.

Hintergrund Inzidenzwert

Zum Inzidenzwert schreibt der Landkreis Fulda wie folgt: „Zu beachten ist, dass die täglich beim RKI abrufbaren Inzidenzwerte am Folgetag aktualisiert werden. Dem liegt zugrunde, dass in diesem Wert nur die bis 18 Uhr beim RKI gemeldeten Fälle einbezogen werden. Die Fälle, die bis 24 Uhr eingehen, werden am nächsten Tag einbezogen und dem vorherigen Meldetag zugeordnet.“

Der komplette Text der Allgemeinverfügung kann nach gesonderter Terminvereinbarung eingesehen werden beim Landkreis Fulda, Fachdienst Rechtsangelegenheiten, Wörthstraße 15, 36037 Fulda. Zusätzlich ist er auf der Website des Landkreises unter www.landkreis-fulda.de veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Matthias Balk

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