Nach der Absage wegen Corona 2020 wurde jetzt wieder Kirmes im Landkreis Fulda gefeiert, wie hier in Bachrain.
+
Vielerorts wurde bereits Kirmes gefeiert – wie hier in Künzell-Bachrain.

Strikte Einlasskontrolle

Kirmes feiern mit 2G oder 3G? Das sagen die Gemeinden im Kreis Fulda

Herbstzeit ist Kirmeszeit. Nachdem die Tradition im vergangenen Jahr vielerorts komplett ausfallen musste, ist dieses Jahr wieder mehr möglich. Aber funktionieren Dreireihentanz und Frühschoppen überhaupt mit 3G oder gar 2G?

Kreis Fulda - Hilders hat sie noch vor sich: die Kirmes. Momentan befindet sich die Kirmesgesellschaft noch mitten in der Planung. Eins steht aber schon fest: Die Kirmes in Hilders (Kreis Fulda) wird eine 2G-Veranstaltung. Das bedeutet, dass zu dem Fest am traditionellen Kirmeswochenende Anfang November nur Geimpfte oder Genesene den Ulstersaal in Hilders betreten dürfen.

„Würden wir das nicht so machen, könnten wir keine Kirmes feiern, wie wir sie uns vorstellen“, sagt der diesjährige Ploatzknecht Jonas Reinhart. Bisher habe er für diese Entscheidung hauptsächlich positive Resonanz bekommen, lediglich eine Person habe sich bisher kritisch geäußert.

Corona in Fulda: Kirmes feiern mit 2G oder 3G? Das sagen die Gemeinden

Dem 25-Jährigen sei aber bewusst, dass sein Entschluss für einige Menschen eine harte Einschränkung bedeute. Nämlich für diejenigen, die sich bisher nicht gegen Corona impfen lassen wollten oder konnten. „Dass sie das nicht möchten oder dürfen, akzeptieren wir natürlich. Aber mit 2G ist für die Mehrheit eben eine schöne Kirmes möglich“, findet der Hilderser.

„Eine schöne Kirmes“, das bedeutet ein voller Ulstersaal und keine Masken in allen Laufwegen oder an der Theke. Um sicherzustellen, dass nur Menschen die Kirmes besuchen, die auch wirklich die Kriterien erfüllen, hat die Kirmesgesellschaft in Hilders sogar extra einen Sicherheitsdienst engagiert, der eine strikte Einlasskontrolle vollziehen wird.

Anders gehandhabt hat das die Kirmes in Künzell-Bachrain am vergangenen Wochenende. „Wir haben an der frischen Luft mit unter 1000 Personen gefeiert, deswegen mussten wir lediglich Abstands- und Hygieneregeln einhalten“, so Vereinsvorsitzender Markus Jahn. „Hätten wir gemusst, hätten wir unsere Kirmes aber auch als 3G-Veranstaltung stattfinden lassen.“

Regeln

Zumeist wird Kirmes in Bürgerhäusern gefeiert. Die Kreis-Bürgermeister haben kürzlich für öffentliche Veranstaltungen folgende Regelungen festgelegt:

Bei einer 3G-Regelung (Geimpft, Genesen, Getestet) dürfen nur bis zu 80 Prozent der Sitzplatzkapazitäten belegt werden und es gilt Maskenpflicht (FFP2, KN95 oder medizinische Maske) bis zum Sitzplatz. Bei einer 2G-Regelung (Geimpft und Genesen) ist eine Vollbelegung der Bürgerhäuser erlaubt und die Maskenpflicht entfällt. Ein Hygienekonzept ist nur bei 3G-Regelung nötig.

Die Kirmesgesellschaft Friesenhausen hat sich freiwillig dazu entschieden, mit 3G zu feiern – obwohl die Feierlichkeiten am ersten Oktoberwochenende an der frischen Luft stattfanden. „Wir haben das relativ früh bekanntgegeben, deswegen war das eigentlich kein Problem“, erzählt Plohkönigin Hanna Klüber. Nur ein paar wenige Besucher, die am Einlass keinen Nachweis vorzeigen konnten, mussten nachhause oder zur nächsten Teststation geschickt werden.

Video: Die Region Fulda feiert wieder Kirmes

Eine Kirmes unter 2G-Bedingungen, wie sie nun in Hilders gefeiert wird, konnte sich Klüber für Friesenhausen nicht vorstellen: „Selbst in unserer Kirmesgesellschaft sind gar nicht alle geimpft“, erklärt sie. Bereits bei den Proben, die im Innenraum des Bürgerhauses stattgefunden haben, mussten deswegen immer Schnelltests herhalten.

In anderen Jahren habe die Friesenhausener Kirmes immer ein Festzelt gehabt, in dem gefeiert wurde. „Da hätten wir dieses Jahr aber alle Masken anhaben müssen, wenn wir mit 3G gefeiert hätten, und darunter hätte das Kirmes-Feeling sehr gelitten“, so Klüber.

Kirmes in diesem Jahr „mit deutlich mehr organisatorischem Aufwand und Unsicherheit“

Ob eine Kirmes mit der 2G- oder der 3G-Regelung durchgeführt wird, liege in der Verantwortung der Veranstalter, heißt es von Landrat Bernd Woide (CDU), der selbst gern an den Wochenenden auf Kirmesveranstaltungen unterwegs ist. „Rechtlich sind beide Varianten möglich und ein gutes Mittel, um Veranstaltungen durchführen zu können“, sagt er weiter. Er selbst sehe bei seinen Kirmesbesuchen, dass die Gesellschaften ihre Veranstaltungen mit großem Verantwortungsbewusstsein durchführen. Mit welchen Beschränkungen, hänge von den Gegebenheiten vor Ort ab.

Auf die Frage, ob die Kirmes in diesem Jahr trotz allem schön gewesen sei, antwortet Hanna Klüber mit einem klaren „Ja!“. Schön, aber eben anders. Und mit deutlich mehr organisatorischem Aufwand und Unsicherheit, merkt Jonas Reinhart an: „Man weiß ja nie, was sich mit der nächsten Verordnung ändert.“ (von Suria Reiche)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema