Corona in Waldeck-Frankenberg: Konfirmationen und Kommunionen fallen aus.
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Die Corona-Pandmie verändert Erstkommunion und Konfirmation.

„Austausch fehlt einfach“

Kommunion und Konfirmation wegen Corona im Kreis Fulda vielerorts verschoben - Hoffnung liegt auf dem Sommer

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Es ist das zweite Jahr, in dem die Feiern der Erstkommunion und Konfirmation im Schatten der Corona-Pandemie stehen. Ein Großteil dieser ist im Kreis Fulda verschoben worden. Die Hoffnung ist nun, die besonderen Tage bald nachholen zu können.

Fulda - Nähe, Gemeinschaft und Feiern sind wohl jene Stichworte, die fallen, denkt man an die Erstkommunion sowie die Konfirmation im Leben von Kindern und Jugendlichen. Mit der Corona-Pandemie, die die Welt derzeit in Atem hält, sind diese jedoch wenig vereinbar. Das Bistum Fulda empfiehlt daher, den Termin für die Erstkommunion vom Weißen Sonntag am 11. April – dem Tag, an dem Kinder üblicherweise zur Erstkommunion gehen – auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Das teilt Matthias Reger, Pressesprecher des Bistums, mit. Die Termine würden die Pfarrgemeinden jedoch selbst festlegen. Wie die Erstkommunionfeier in den einzelnen Pfarrgemeinden gestaltet werde, hänge von den örtlichen Gegebenheiten ab. „Es muss geschaut werden, wie viele Kinder zur Kommunion gehen und wie groß die Kirche ist.“ (Lesen Sie hier: Erstkommunion im Kreis Fulda - Wann und wie die Feiern von 2020 nachgeholt werden)

Pfarrer Piotr Kownacki von der Pfarrgemeinde Dipperz berichtet, in seiner Gemeinde sei der Festtermin auf den 13. Juni verschoben worden. Am kommenden Sonntag finde lediglich die Übergabe der Kommuniongewänder statt, verbunden mit einem Wortgottesdienst. Wie es im Juni dann aussehe, bleibe abzuwarten: „Wenn es dann weiterhin Corona-Einschränkungen gibt, müssen wir uns entweder auf zwei Gottesdienste aufteilen oder wir versuchen, einen Gottesdienst draußen auf dem Sportplatz zu feiern.“

Fulda: Kommunion und Konfirmation wegen Corona vielerorts verschoben

Schon der Kommunionunterricht habe in den vergangenen Wochen wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, berichtet Kownacki. „Wir treffen uns seit Wochen nicht mehr in den Gruppen.“ Es habe lediglich zwei Treffen in der Kirche gegeben – quasi „geknebelt mit Maske und Abstand“, sagt der Pfarrer. Digital sei man zwar in Kontakt gewesen, allerdings lediglich, um Infos auszutauschen. „Das ist nicht dasselbe, das ist einfach zu wenig“, resümiert Kownacki. Die Stimmung bei den mehr als 20 Kindern derzeit einzuschätzen, sei daher schwierig.

Von der Größe der Kirche in Dipperz wäre es zwar möglich, die Kommunion zu feiern, glaubt Kownacki, doch die Corona-Einschränkungen, die dabei gelten müssten, würden das Ereignis zu sehr überschatten. „Die Familien können nicht dabei sein, zu Hause kann auch nicht zusammen gefeiert werden.“ Und auch auf den Juni blickt der Pfarrer mit Ungewissheit: „Natürlich hätten wir gerne eine konkrete Zusage, aber das ist momentan einfach nicht möglich.“

Gottesdienst

Bischof em. Heinz Josef Algermissen zelebriert am Sonntag, 11. April, um 10 Uhr im Fuldaer Dom ein Kathedralamt – unter Corona-Bedingungen. Er wird an alle Kinder erinnern, die in den kommenden Wochen zum ersten Mal zur heiligen Kommunion gehen werden.

Ein bisschen wie üblich findet der Weiße Sonntag jedoch in Kämmerzell statt, berichtet Pfarrer Torsten Kremer. In seiner Gemeinde seien es lediglich drei Kommunionkinder, weshalb man sich dazu entschlossen habe, am ursprünglichen Termin zu feiern – natürlich unter Corona-Bedingungen. Heißt: 1,50 Meter Abstand und Schutzmaske seien Pflicht – außer bei den Kommunionkindern. Diese ließen sich vorher im Schnelltestverfahren auf das Virus testen. Jeder der Anwesenden dürfe zudem 15 Personen einladen.

Corona macht Kommunions- und Konfirmationsfeiern einen Strich durch die Rechnung

Der Kommunionunterricht habe ebenso – aufgrund der geringen Anzahl der Kommunionkinder – in Präsenz stattgefunden. Lediglich nach Weihnachten, als die Corona-Inzidenzen in die Höhe schnellten, habe der Pfarrer mit dem Unterricht pausiert. Thematisch habe er den verpassten Stoff jedoch in den anderen Stunden gut auffangen können.

Auch in der evangelischen Kirche mache man sich derzeit Gedanken über die Planungen der Konfirmationen. „Das ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich“, sagt Claudia Pfannemüller, Pressesprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Fulda. „Wir hatten eigentlich geplant, an Pfingsten zu konfirmieren“, berichtet etwa Pfarrer Christian Pfeifer. Zwar könne man die Feier in der Kirche durchführen, Problem sei jedoch, dass die Familien mit Angehörigen und Verwandten wegen Corona nicht feiern könnten. „Man weiß nicht, ob Wirtschaften bis dahin geöffnet sind und ob man sich zuhause mit mehreren Menschen treffen darf.“ Deshalb gebe es in Petersberg zwei Ersatztermine – einen im Juli, einen im September.

Video: Was ist die Konfirmation? Hier wird es erklärt

Der Konfirmandenunterricht finde größtenteils digital statt, berichtet Pfeifer. Lasse es die Gesetzeslage zu, so treffe man sich auch mal in der Kirche. „Das funktioniert gut“, resümiert der Pfarrer. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden seien dies bereits von der Schule gewöhnt. Dennoch weiß der Pfarrer, dass es nicht dasselbe sei – vor allem, weil er großen Wert auf einen erlebnisorientierten Unterricht lege. „Der Kontakt und der Austausch unter den Jugendlichen fehlt einfach“, sagt er.

Anke Mölleken, Pfarrerin der Lutherkirche in Fulda, berichtet, dass die Konfirmationen ihrer Gruppe am Pfingstsonntag und im Juli stattfinden werden. Die Stimmung bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden sei trotz der Corona-Pandemie gut – vor allem, da man digital gut vernetzt und zudem bemüht sei, einen Raum zu schaffen, in dem die Jugendlichen darüber sprechen können, wie es ihnen in der Pandemiezeit gehe.

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