Nur noch gegen Vorlage eines Gutscheines kommen Risikopatienten seit Donnerstag günstig an FFP-2-Masken.
+
Nur noch gegen Vorlage eines Gutscheines kommen Risikopatienten seit Donnerstag günstig an FFP-2-Masken.

Wo bleiben die Gutscheine?

Zum Schutz vor Corona: FFP-2-Masken nur noch gegen Vorlage eines Coupons - Genug Vorrat in Fulda?

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
    schließen

Nur noch gegen Vorlage eines Gutscheines kommen Risikopatienten seit Donnerstag günstig an FFP-2-Masken. Die Coupons sollen im Laufe des Monats bei den Betroffenen eintreffen und sollten nach Empfehlung des Fuldaer Apothekers Marcel Marbaise auch eingelöst werden.

Region - Wo bleiben die Gutscheine? Eine Frage, die sich vergangene Woche viele Patienten und Apotheker gestellt haben – schließlich dürfen Apotheken ab dem 7. Januar die von der Bundesregierung zugesagten FFP-2-Masken nur noch gegen Vorlage eines Coupons ausgeben. Bis zum 6. Januar durften über 60-Jährige sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren drei kostenlose Corona-Schutzmasken in ihrer Apotheke abholen. Eine Vorlage des Personalausweises hat zu dieser Zeit ausgereicht.

Zum Schutz vor Corona: FFP-2-Masken gibt es für Risikopatienten nur noch mit Coupon

Jetzt aber hat die zweite Phase der Verteilaktion begonnen, und Apotheken dürfen die Masken nur noch gegen Vorlage des Gutscheines, den Betroffene per Brief von ihrer Krankenkasse erhalten, aushändigen. „Mit dem Berechtigungsschein können sich Versicherte in zwei Phasen jeweils sechs FFP-2-Schutzmasken in ihrer Apotheke abholen“, erläutert Apotheker Marcel Marbaise, der Apotheken in Gersfeld und in den Kaiserwiesen betreibt. Im Gegensatz zur ersten Phase müssen Kunden aber einen Eigenanteil von zwei Euro je 6er-Pack bezahlen. Eine Art Zuzahlung für die Bundesregierung, die für die Aktion finanziell aufkommt. „Umgerechnet kostet eine Maske bei der Aktion 30 Cent. Günstiger wird man in naher Zukunft nicht mehr an FFP-2-Schutzmasken kommen“, betont der 47-Jährige. (Mit dem Corona-News-Ticker für Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden.)

Daher empfiehlt der Apotheker, dieses Angebot in der Corona-Pandemie auch wahrzunehmen. „Die Maskenpflicht wird sich noch eine Weile ziehen, und in einer solchen Phase ist ein kleiner Vorrat durchaus von Vorteil.“ Auch der Deutsche Apothekerverband spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von einer „hohen Schutzwirkung“. Deshalb gebe es die klare Empfehlung, das Angebot zu nutzen, erklärt Pressesprecher Dr. Reiner Kern.

Marcel Marbaise: Über 45.000 FFP-2-Masken organisiert, um Engpässe zu vermeiden

Da einige Krankenkassen erst vergangene Woche die Berechtigungsscheine von der Bundesdruckerei erhalten haben, werden die ersten Coupons erst diese Woche bei den Versicherten eintreffen. „Der erste Gutschein kann dann bis einschließlich 28. Februar eingelöst werden“, erklärt Marbaise. Der zweite Voucher ist im Zeitraum vom 16. Februar bis einschließlich 15. April gültig. Mit der Ausgabe der Masken könnte der Apotheker in Fulda und Gersfeld sofort beginnen. „Die Lager sind voll. Unsere Apotheken haben über 45.000 Masken organisiert, um Engpässe zu vermeiden.“

Nun also das Warten auf die Gutscheine, bis die Aktion anlaufen kann. Einen Fehler bei der Organisation auf Seiten der Bundesregierung sieht der Deutsche Apothekerverband aber nicht. „Es mussten ja zuerst einmal Millionen fälschungssicherer Coupons gedruckt und an die Krankenkassen geschickt werden. Die Krankenkassen haben jetzt mit dem Versand begonnen, beantragen muss man da nichts “, entgegnet Kern. Bis alle Versicherten ihre Coupons haben, kann es allerdings Februar werden. Die zeitliche Streckung habe zumindest auch die positive Seite, dass nicht alle Patienten auf einmal in die Apotheken kommen. Dadurch könne die Versorgung in der Corona-Pandemie reibungsloser ablaufen. „Es gibt genügend Masken am Markt. Keiner muss Angst haben, dass er keine abbekommt“, sagt Kern.

Video: So funktionieren FFP-2-Masken

Mit der Verteilaktion gehen die hiesigen Apotheken ein gewisses Risiko ein. Die Masken müssen sie in Vorleistung beschaffen und können sie erst nach Aushändigung an die betroffene Personengruppe abrechnen. „Ein Risiko, das Apotheken selbst tragen müssen. Wir stehen in den Startlöchern und hoffen, dass möglichst viele das Angebot von der Bundesregierung wahrnehmen“, erzählt Marbaise. Den Gutschein können auch Angehörige für Corona-Risikopatienten einlösen. Zudem liefern einige Apotheken die Masken – gegen Vorlage des Coupons – an ihre Kunden aus.

Übrigens: Die erste Phase der Initiative war ein voller Erfolg. „Die Aktion hat funktioniert, obwohl die Apotheken praktisch keine Vorbereitungszeit hatten“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin des Deutschen Apothekenverbandes. Bereits in den ersten sieben Tagen der auf drei Wochen angelegten Verteilaktion wurden 84 Prozent aller Nachfragenden versorgt. Auch Marbaise berichtet von einer sehr hohen Nachfrage und teilweise Schlangen vor der Apotheke. „Wir konnten aber alle versorgen. Das ist die Hauptsache.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema