Die Situation der stationären Patientenversorgung und auf den Intensivstationen in Hessens Krankenhäusern ist aktuell sehr angespannt.
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Im Landkreis Fulda sind die Corona-Infektionen unterschiedlich verteilt. Die Gemeinden Rasdorf und Kalbach waren vom 3. bis 18. April Spitzenreiter, in Poppenhausen gab es dagegen gar keine Fälle. (Symbolfoto)

Zahlen vom 3. bis 18. April

Corona im Kreis Fulda: Rasdorf und Kalbach im April Infektions-Spitzenreiter - Keine Fälle in Poppenhausen

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Corona hat den Landkreis nach wie vor fest im Griff. Die Fallzahlen in den einzelnen Gemeinden jedoch unterscheiden sich dabei. Rasdorf und Kalbach verbuchten im Zeitraum vom 3. bis zum 18. April die meisten Fälle, Poppenhausen dagegen keine.

Kreis Fulda - 21 Corona-Fälle auf 1554 Einwohner verzeichnet die Gemeinde Rasdorf im untersuchten Zeitraum. Im Vergleich zu den anderen mehr als 20 Gemeinden im Landkreis Fulda ist das die verhältnismäßig höchste Zahl. Bezogen auf die Einwohnerzahl Rasdorfs beträgt das mehr als 1,3 Prozent. „Die sehr hohen Corona-Fallzahlen in Rasdorf haben wie überall im Land vielfältige Ursachen und Gründe, die sich auch für uns nicht nachvollziehen lassen“, erklärt Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn (CDU) gegenüber unserer Zeitung und fügt hinzu: „Wir können uns nur auf die allgemein bekannten Daten des Landkreises beziehen, die einen sehr hohen Anteil der Infektionen im privaten Bereich vermuten lassen.“

Anhaltspunkte, die das Infektionsgeschehen in der Point-Alpha-Gemeinde nachvollziehen ließen, lägen aufgrund von Datenschutzrichtlinien nicht vor. Auch einen Ausbruch in einer öffentlichen Einrichtung – etwa einer Schule oder einer Kita –, der die Fallzahlen nach oben treiben würde, habe es zuletzt nicht gegeben. Auch mit Rasdorfs Lage an der hessisch-thüringischen Landesgrenze bringt der Bürgermeister das Infektionsgeschehen nicht in Verbindung, obwohl er einräumt, dass das Virus vor „Grenzen natürlich keinen Halt“ mache. (Bleiben Sie hier mit unserem Corona-Ticker aus Fulda auf dem Laufenden)

Corona in Fulda: Rasdorf und Kalbach vom 3. bis 18. April Infektions-Hotspots im Kreis

In der Südgemeinde Kalbach überstiegen die Corona-Fallzahlen im Zeitraum vom 3. bis 18. April ebenso wie in Rasdorf die Ein-Prozent-Marke bezogen auf die Einwohnerzahl (1,02). Auf 6378 Einwohner kamen in diesem Zeitraum 65 Fälle. Mark Bagus, Bürgermeister in Kalbach (parteiunabhängig), erklärt gegenüber unserer Zeitung, ihm lägen keine näheren Erkenntnisse zu den Hintergründen der Corona-Entwicklungen vor.

Mit Spekulationen hinsichtlich der Hintergründe zu den Fallzahlen wolle er sich außerdem zurückhalten. „Natürlich hoffen wir auf eine baldige Entspannung der Lage und darauf, dass sich die momentanen ,Ausschläge‘ bald wieder deutlich reduzieren lassen“, sagt er.

Im Landkreis Fulda sind die Corona-Infektionen unterschiedlich verteilt.

Auch Poppenhausen sticht in der Statistik hervor. Nicht aber etwa wegen hoher Fallzahlen, vielmehr weil die Gemeinde im selben Zeitraum nicht einen einzigen Corona-Fall verzeichnete. Woran das liegt, das kann Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU) nicht beantworten. „Wir machen da sicher nicht viel anders, als andere Gemeinden auch“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. „Vielleicht haben wir in dieser Zeit nur etwas mehr Glück gehabt.“

Corona-Fälle im Landkreis Fulda: Keine Cluster in Rasdorf und Kalbach

Morgen schon könne die Situation anders aussehen, mahnt er. Derzeit sei er ob der Zahlen in Poppenhausen beruhigt, aber, so räumt er ein, „da braucht sich nur ein Familienmitglied zu infizieren und schon steckt sich die ganze Familie an. Oder in der Schule, in Kindertagesstätten oder am Arbeitsplatz tritt ein Corona-Fall auf, der sich entsprechend verbreiten kann.“

Auffällig ist, dass die Fallzahlen in verhältnismäßig großen Gemeinden, etwa in Künzell (16 724 Einwohner) derzeit eher gering sind (99 Fälle, 0,59 Prozent). Auch in Eichenzell (11 023 Einwohner) liegen die Fallzahlen unter einem Prozent (38 Fälle, 0,34 Prozent). „Die Ursachen dafür sind mir nicht bekannt“, sagt Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU). „Über einzelne Cluster werden wir als Gemeinde nicht konkret informiert.“

Video: Corona-Pandemie - „Wir stecken uns hauptsächlich drinnen an“

Ähnlich wie Helfrich geht er davon aus, momentan „einfach Glück zu haben“, schließlich seien die Fallzahlen in Eichenzell zeitweise auch relativ hoch gewesen. „Ich bin froh, dass sich relativ wenige Bürger infiziert haben, und wir klopfen auf Holz und hoffen, dass es so bleibt. Jede infizierte Person ist eine zu viel“, sagt er.

Leoni Rehnert, Pressesprecherin des Landkreises Fulda, erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sowohl in Kalbach als auch in Rasdorf kein Cluster ermittelt werden konnte, auf welches die dortigen Infizierten zurückzuführen seien. Es seien jeweils mehrere Familien betroffen. Demnach ist anzunehmen, dass die Höhe der Fallzahlen in kleinen Gemeinden oftmals dem Zufall geschuldet ist.

Ausbrüche

Momentan betreffen laut Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag Covid-19-bedingte Ausbrüche insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen hat. Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen verursacht. Die Covid-19-Fallzahlen stiegen in den vergangenen Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch jüngere. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt.

Laut der Pressesprecherin ist außerdem folgendes zu beachten: „Bei Indexfällen ist der Wohnort oft nicht der Infektionsort. Der Indexfall ist der erste Fall in der Familie, der sich ansteckt und dann seine Familienmitglieder infiziert.“ Die Ansteckung des Indexfalles finde zur Zeit oftmals bei privaten Treffen oder aber am Arbeitsplatz statt. Oftmals könne der Ansteckungsweg aber auch nicht mehr eindeutig nachvollzogen werden.

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