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Ein Corona-Infektionsschwerpunkt kann im Landkreis Fulda nicht festgestellt werden. (Symbolfoto)

Hessenweit an der Spitze

Corona in Pflegeheimen: So werden Besucher, Bewohner und Personal geschützt - Fulda bundesweit unter Hotspots

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Die 7-Tage-Inzidenz geht bundesweit langsam zurück. Auch im Landkreis Fulda ist der Wert von Donnerstag auf Freitag gesunken: von 281 auf 275,2. Hessenweit bleibt Fulda jedoch an der Spitze und bundesweit sogar unter den Top-Ten der Corona-Hotspots. In den Pflegeheimen wird viel getan, um Bewohner, Personal und Besucher zu schützen.

Fulda - Reiserückkehrer, Senioren, Berufstätige oder Pendler, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen? Ein Corona-Infektionsschwerpunkt kann im Landkreis Fulda nicht festgestellt werden: „Es gibt zwar noch Neuinfektionen in Pflegeheimen, in den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Einzelinfektionen. Reiserückkehrer spielen aktuell keine Rolle“, erklärt Lisa Laibach von der Pressestelle des Landkreises Fulda. Häufig würden sich die Personen im privaten Bereich anstecken. Manchmal seien ganze Familien betroffen. Die überwiegende Zahl der positiv Getesteten gehöre zwei Gruppen an: Menschen, die mit Symptomen zum Arzt gehen und dort positiv getestet werden und enge Kontaktpersonen von einer positiv getesteten Person.

Corona in Pflegeheimen: So werden Besucher, Bewohner und Personal in Fulda geschützt

Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 275,2 liegt der Landkreis Fulda in Hessen weiterhin mit Abstand vorne. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 119,1, der niedrigste Wert seit November. Allerdings: Vor zwölf Tagen war der Wert in Fulda noch bei 380. „Es ist schwer, einen hohen Inzidenzwert innerhalb kurzer Zeit zu senken, da viele Fälle auch viele Kontaktpersonen und damit gegebenenfalls weitere Corona-Infektionen nach sich ziehen. Insofern hatte der Landkreis Fulda bis vor drei Tagen einen Reproduktionsfaktor von deutlich unter 1, derzeit liegt er in den vergangenen Tagen bei circa 1. Das heißt: eine Person steckt wieder eine Person an“, sagt Laibach.

Vom Gesundheitsamt seien alle Fälle vollständig ermittelt und die Kontaktpersonen – unabhängig davon ob sie Corona-Symptome zeigten oder nicht – zum Test geschickt worden. „Dies führt natürlich dazu, dass innerhalb der Gruppe der Kontaktpersonen auch viele weitere Fälle entdeckt werden und in die Statistik eingehen“, erklärt Laibach. Pflegeheime seien in den vergangenen Tagen nicht mehr wesentlich betroffen. Nach mehreren Ausbrüchen in Pflegeheimen um den Jahreswechsel sei das durchschnittliche Alter der Betroffenen gesunken.

Allerdings haben einige ältere Betroffene die Infektion nicht überlebt. Bisher sind im Landkreis Fulda 167 Menschen an oder mit Corona gestorben (Stand: Freitag, 22. Oktober). Erst am Donnerstag mussten mehrere Todesfälle nachgemeldet werden. Drei Personen im Alter von 91, 92 und 98 lebten zuvor in einer Pflegeeinrichtungen in Flieden, fünf Menschen im Alter von 79, 87, 92, 92 und 94 in einer Senioreneinrichtung in Hünfeld, vier im Alter von 76, 78, 82 und 87 verstarben in Krankenhäusern und eine Person im Alter von 75 Jahren starb im häuslichen Umfeld. „Je älter die Infizierten sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren und auch tödlichen Verlauf. Gerade durch Ausbrüche in mehreren Pflegeeinrichtungen für Senioren in den vergangenen Wochen ist die Zahl der Todesfälle gestiegen“, sagt Laibach.

Video: Corona-Update für Hessen

Seniorenheime sind in der Pandemie besonders schützenswerte Orte: Wenn sich die meist älteren Bewohner infizieren, dann nimmt die Krankheit häufig einen schweren Verlauf. Die 14 Personen, die der Landkreis am Donnerstag als verstorben vermeldete, waren zwischen 75 und 94 Jahre alt. Neun von ihnen lebten zuvor in Pflegeeinrichtungen. Die Seniorenheime sind während des zweiten Lockdowns nicht prinzipiell geschlossen. Allerdings werden Besucher und auch Mitarbeiter regelmäßig getestet. Landkreisweit bekamen bisher 1720 Bewohner von Pflegeheimen sowie 1466 Mitarbeiter eine Erstimpfung.

Personen, die in den Senioreneinrichtungen der Caritas tätig sind, werden mindestens zweimal pro Woche getestet sowie bei Dienstantritt nach einer Abwesenheit von mehr als drei Tagen. Die Testung von Besuchern erfolgte bisher auf freiwilliger Basis, wie Pressesprecher Dr. Christian Scharf erklärt. Das wird sich nun ändern: Besucher müssen zukünftig getestet werden. Diese Corona-Tests müssen die Besucher nicht zahlen. Einige Impftermine fanden bereits statt. Die Bereitschaft sei hoch. Bei den Bewohnern liege diese bei circa 95 Prozent, bei den Mitarbeitern bei rund 66 Prozent.

Pflegeeinrichtungen in Fulda gehen mit Schnelltests und Impfungen gegen Corona vor

Mit Antigen-Schnelltests, die ausreichend zur Verfügung stehen, werden regelmäßig Personal (mindestens zweimal wöchentlich), Bewohner (bei Bedarf) und Besucher (Test ist kostenlos - ausgenommen ist die Einrichtung in Burghaun) in den Pflegeheimen der AWO getestet. Die Tests werden von eigenen Pflegekräften durchgeführt. In allen sechs Zentren wurde bereits die erste Corona-Schutzimpfung verabreicht. In Petersberg und Fulda wurde gestern gar die zweite Dosis geimpft. „Die Beteiligung unter den Mitarbeitern sowie unter den Bewohnern ist hoch“, sagt Pressesprecherin Ingrid Wieder. Durchschnittlich lassen sich 80 Prozent des Personals und 90 Prozent der Bewohner impfen.

Beim DRK wurden für den Test der Besucher extra Mitarbeiter abgestellt, erklärt der Leiter des Fuldaer DRK-Testzentrums, Philipp Adamietz. Es gebe Zeitfenster für die Besucher, sich testen zu lassen. Wenn der Corona-Schnelltest negativ sei, könne man in den darauffolgenden 48 Stunden zum Besuch ins Haus. Beim Personal werden in regelmäßigen Abständen die noch sichereren PCR-Tests durchgeführt. Mit der Strategie sei man bisher gut gefahren, nur in der Hilderser Einrichtung habe man Corona-Fälle verzeichnet.

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