Für die Abklärung von akuten Brustschmerzen steht im Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda eine spezielle Brustschmerz-Einheit („Chest Pain Unit“) zur Verfügung.
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Für die Abklärung von akuten Brustschmerzen steht im Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda eine spezielle Brustschmerz-Einheit („Chest Pain Unit“) zur Verfügung.

Versorgung gesichert

Mehr Herztote im Corona-Lockdown: Klinikum Fulda stellt Brustschmerz-Einheit vor

Im Corona-Lockdown ist die Zahl der Herztoten gestiegen. Zu diesem Ergebnis kam eine hessische Studie, in die auch Daten aus Osthessen eingeflossen sind. Das Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda sieht sich durch eine „Brustschmerz-Einheit“ gut gerüstet.

Fulda - Während des Corona-Lockdowns starben in Hessen mehr Menschen an einer Herzerkrankung als im Vergleichszeitraum 2019. Darüber hinaus wurden weniger Patienten mit Herzbeschwerden in die hessischen Kliniken eingewiesen und auch wesentlich weniger Herzkatheter durchgeführt als im Vorjahreszeitraum. Das teilt das Klinikum in Fulda in einer Pressemitteilung mit.

„Das lässt den Schluss zu, dass sich in der ersten Corona-Welle viele schwer kranke Herzpatienten nicht im Krankenhaus vorgestellt haben“, so das Klinikum Fulda. Möglicherweise erkläre sich so die erhöhte Sterblichkeit an Herzerkrankungen. Das Klinikum hofft, dass sich diese „besorgniserweckende Entwicklung“ in der zweiten Corona-Welle nicht wiederholt.

„Mehr Herztote im Lockdown“ - Das Ergebnis einer Hessischen Studie

Die Versorgung von Herzpatienten in Osthessen sei trotz der aktuellen Corona-Pandemie gesichert: „Hausärzte und niedergelassene Kardiologen arbeiten eng zusammen und haben gemeinsam Kriterien entwickelt, welche Patienten vordringlich in die Klinik eingewiesen werden müssen“, schreibt das Klinikum. Im akuten Notfall wie beispielsweise bei Beschwerden wie Druck auf der Brust oder plötzlicher Atemnot auch in Verbindung mit starken Brustschmerzen in Ruhe sollte nicht gezögert werden und der Notarzt zur Hilfe gerufen werden (Lesen Sie hier: Corona: Täglicher Kraftakt im Klinikum Fulda - Das spielt sich auf der Intensivstation ab).

Für die Abklärung von akuten Brustschmerzen steht im Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda eine spezielle Brustschmerz-Einheit („Chest Pain Unit“) zur Verfügung, die in der Medizinischen Klinik I, Kardiologie (Direktor Prof. Dr. Volker Schächinger) etabliert wurde.

Volker Schächinger: „Können schnell entscheiden, ob Herzproblem vorliegt“

Nach Angaben des Klinikums findet die Versorgung von Herzpatienten streng getrennt von der Versorgung von Corona-Patienten statt. „In der ‚Chest Pain Unit‘ ist die die kardiologische Diagnostik so gebündelt, dass wir innerhalb von kürzester Zeit entscheiden können, ob ein gravierendes Herzproblem vorliegt. Wenn die Brustschmerzen andere Ursachen haben kann der Patient auch rasch wieder entlassen werden“, erläutert Schächinger die Vorgehensweise. Niedergelassene Ärzte können ihre Patienten mit unklaren Beschwerden direkt in der Brustschmerzeinheit anmelden.

Auch die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Klinikums Fulda leite Patienten mit Herzbeschwerden direkt an die Spezialeinheit „Chest Pain Unit“ weiter. Wie das abläuft, wird in der Mitteilung wie folgt beschrieben: „Dort erfolgt eine strukturierte Diagnostik, ob ein Herzinfarkt vorliegt mit Laborbestimmungen auf einen Herzschaden, EKG und gegebenenfalls eine erste Ultraschalldarstellung des Herzens. Sollte sich dabei die Vermutung erhärten, dass ein gravierendes Herzproblem vorliegt, kann unmittelbar eine weitere Diagnostik und Therapie im Herzkatheterlabor angeschlossen werden, zum Beispiel die Aufdehnung eines verengten beziehungsweise verschlossenen Herzgefäßes mit Stents.“

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