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Nach Corona-Lockerungen in der Gastronomie: Großer Andrang durch 3G bleibt aus

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Von: Sophie Brosch, Alina Komorek

Mit dem Frühling kommen auch wieder mehr Gäste ins Klostercafé Flora auf dem Frauenberg. (Archivfoto)
Mit dem Frühling kommen auch wieder mehr Gäste ins Klostercafé Flora auf dem Frauenberg. (Archivfoto) © Flora Klostercafe

Pünktlich zum Wochenende ist die 2G-Plus-Regelung für Gastronomie und Hotellerie bundesweit gefallen. Seit Freitag gilt wieder 3G, wodurch auch Ungeimpfte mit negativem Testergebnis Zutritt haben. Eine erste Bilanz fällt durchwachsen aus.

Fulda - Die Wiesenmühle in Fulda sei auf wesentlich mehr Betrieb vorbereitet gewesen, erzählt Geschäftsführer Jonas Renner. „Aber es war wie vor der Rückkehr zu 3G.“ Renner denkt, dass es am Wetter lag – „es war einfach kalt draußen“ – und dass die Menschen vielleicht mit dem Ausgehen noch bis zum 20. März warten, weil dann alle Regelungen wegfallen sollen.

„Es tut halt langsam weh“, sagt Renner mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der Wiesenmühle. „Aber ich glaube fest daran, dass mit der Sonne und der Wärme auch bessere Zeiten kommen – dann geht die Sonne auch für die Gastro wieder auf“, hofft er.

Boris Kiauka, Geschäftsführer des Feriendorfs Wasserkuppe, hat am vergangenen Wochenende leider nichts von den Lockerungen gespürt. „Die Wasserkuppe war schwach besucht, wir hatten uns auf wesentlich mehr Besucher eingestellt“, berichtet er. Vor allem am Sonntag seien es außergewöhnlich wenige gewesen – weniger als unter den 2G-Plus-Bedingungen.

Corona in Fulda: Lockerung in Gastronomie - Kaum Besserung mit 3G-Regel

„Hier oben ist es immer noch winterlich weiß, der Frühling ist noch nicht richtig angekommen“, beschreibt er und vermutet, dass es manche Wanderer in tieferliegende Gebiete gezogen haben könnte. Außerdem seien bei vielen die Parkplatzsperrungen an einigen Wochenenden im Winter noch sehr präsent, die teilweise bereits ab 10 oder 11 Uhr wegen Überfüllung veranlasst wurden.

„Wir hoffen auf weitere Lockerungen, denn die Regeln schränken uns weiterhin ein. Die Nachweiskontrollen machen Arbeit, außerdem fallen durch Tests und Hygienekonzept Material- und Personalkosten an“, beschreibt der Geschäftsführer die derzeitigen Umstände. (Mit unserem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie immer auf dem Laufenden)

Und auch der Ukraine-Konflikt schade seinem Geschäft. Durch Inflation und steigende Energiepreise würden die Leute an der Gestaltung ihrer Freizeit sparen. „Man überlegt sich momentan zwei Mal, ob man mit dem Auto an die Wasserkuppe fährt oder mit dem Fahrrad zur Dorfkneipe.“

Philipp Krah vom Klostercafé Flora auf dem Frauenberg fasst sich kurz: „Es lief gut.“ Er habe keine Unterschiede zu der Zeit vor der Rückkehr zur 3G-Regel feststellen können – denn schon in den vergangenen Wochen sei der Betrieb durch das bessere Wetter aufgelebt. Beides – die Rückkehr zu 3G und der Frühlingsanfang – stellten für ihn eine große Erleichterung dar. Aber: „Die Kontrollpflicht ist ja weiterhin gegeben, sodass auch der Arbeitsaufwand noch erhöht ist.“

Video: Corona-Lockerungen: Ungeimpfte dürfen wieder ins Restaurant

Auch in der Bistrorante & Pizzeria Michelangelo in Bad Salzschlirf herrschte laut Inhaberin Kevintra Kelvin am Wochenende „kein sehr starker Betrieb“. „Wir haben allerdings festgestellt, dass einige bei der Einlasskontrolle einen negativen Schnelltest vorzeigten“, erzählt sie. Am Sonntag seien auch ein paar Gäste spontan zum Essen gekommen – die meisten würden aber nach wie vor reservieren. „Wir hoffen auf weitere Lockerungen, da die Kontrollen Personal und Gästen Zeit und Geduld abverlangen“, sagt die Inhaberin.

Im Lauterbacher Posthotel Johannesberg lief das erste Wochenende infolge der Lockerungen sehr gut. „Wir hatten wegen einer Renovierung zwei Wochen lang geschlossen und hatten das Wochenende über richtig gut zu tun“, sagt Katharina Schött-Dietz, die Tochter des Inhabers. Sogar im großen Saal habe das Posthotel zwei größere Veranstaltungen ausrichten können. „Wir hoffen doch, dass es dabei bleibt. Für uns in der Gastronomie ist das sehr wichtig, weil 2G Plus doch relativ viele Gäste abgeschreckt hat.“

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