Die Inzidenzen sinken – können wir bald im Biergarten darauf anstoßen
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Weil in Fulda die Corona-Inzidenz sinkt, kann ab Montag wieder die Außengastronomie öffnen. (Symbolfoto)

„Wir bereiten uns auf Massen vor“

Corona-Lockerungen in Fulda ab sofort: Gastronomen stehen in den Startlöchern

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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  • Alina Komorek
    Alina Komorek
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Weil die Corona-Lage Lockerungen zulässt, bereiten sich die Wirte im Landkreis Fulda auf die anstehende Öffnung der Außengastronomie in der kommenden Woche vor. Trotz mancher Anspannung steht bei den meisten die Vorfreude im Vordergrund.

Alexander Koch, Inhaber der Hessenmühle: Die Hessenmühle in Großenlüder-Kleinlüder steht in den Startlöchern: Am 3. Juni wird zunächst das Hotel für touristisch reisende Gäste wieder öffnen, berichtet Inhaber Alexander Koch. Diese dürfen sich dann im Restaurant, auf der Terrasse oder im Biergarten verwöhnen lassen. Externe Gäste können sich ebenfalls schon am 3. Juni auf den Weg in die Hessenmühle machen; sie können vorerst aber nur die Natur-Erlebniswelt besuchen, für die ein Tisch reserviert werden muss.

Am Eingang zur Freizeitanlage wird ein „Anmeldeposten“ zur Nutzung des Geländes eingerichtet. Hier werden alle Besucher gebeten, ihren Corona-Test- oder Genesenen-Nachweis vorzuzeigen. Gegebenenfalls können die Gäste vor Ort einen (kostenpflichtigen) Schnelltest machen, berichtet Koch. „Die Kontaktdatenerfassung organisieren wir per Luca-App.“ Zusätzlich kann ab nächster Woche auch der neue Natur-Erlebnisgolfplatz genutzt werden. Das Restaurant im Haupthaus mit Terrasse und Biergarten wird aber erst öffnen, wenn nach dem hessischen Corona-Stufenplan die Stufe 2 erreicht ist.

Corona-Lockerungen in Fulda kommen: Gastronomen stehen in den Startlöchern

Carolin Zuspann, Inhaberin Waldgaststätte Praforst: „Es prickelt. Wir zählen schon die Minuten und Sekunden“, sagt Carolin Zuspann von der Waldgaststätte Praforst, die am Dienstag, 1. Juni, die Seeterrasse öffnet. Vor allem die Begegnung mit den Menschen und der Smalltalk, hätten in den vergangenen Monaten gefehlt, berichtet die Geschäftsführerin. „Der Austausch mit den Gästen ist für uns wie der Applaus für Künstler.“ Gerade werde in der Waldgaststätte noch „geschrubbt und poliert“, um alles auf Vordermann zu bringen. Rund 250 Sitzplätze stehen draußen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr war die Terrasse vergrößert worden. Carolin Zuspann ist gespannt, wie die Öffnung anläuft. Es brauche sicher einige Zeit, auch für die Mitarbeiter, um „wieder reinzukommen“, glaubt sie. Die einzige größere Sorge sei nur noch das Wetter, das aber hoffentlich auch noch mitspielen werde.

Georg Koch, Pächter der Enzianhütte in Hilders: Georg Koch will persönlich die Nachweise über Corona-Test oder Impfung überprüfen und die Kontaktdaten zur Nachverfolgung festhalten. Das Team sei zurück, die Vorbereitungen liefen: „Wir bereiten uns auf die Massen vor. Es gab ein halbes Jahr Flaschenbier – jetzt wollen die Leute Fassbier“, weiß Koch. Von Mittwoch bis Sonntag öffnet die Enzianhütte ab mittags. Er empfiehlt zu reservieren, da aufgrund der Abstandsregelungen nur die Hälfte der Plätze angeboten werden könnten. „Wir haben 60 von 120 Sitzplätzen, bei mehr Arbeitsaufwand durch die Maßnahmen.“ Von Seiten der Gäste hofft er auf Verständnis. Auch für die angehobenen Preise: Die Regelungen verursachten höhere Kosten. „Wir sind froh, dass es wieder losgeht. Alles andere werden wir sehen. Und wenn was nervt, trinken wir einen Schnaps“, sagt er.

Wie sieht es in den Nachbarkreisen aus?

Im Main-Kinzig-Kreis gilt aktuell Landesstufe 1, also die Regelungen, die am Montag in Fulda in Kraft treten. Allerdings hätten bislang nur einige wenige Gastronomen die Möglichkeit genutzt, Außengastronomie anzubieten, berichtet Peter Lauer, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Kinzigtal-Bergwinkel. Angesichts der aktuellen Entwicklungen bei Wetter und Inzidenz hofft man aber darauf, am ersten, langen Juni-Wochenende erstmals Außen- und sogar Innengastronomie in Kombination anbieten zu können. „Auch erste Übernachtungsgäste können wir dann voraussichtlich wieder empfangen, wenn sie getestet oder geimpft sind“, berichtet Lauer, der in Bad Soden-Salmünster ein Café-Restaurant mit Pension betreibt. Zwar werde sich der Neustart unter den geltenden Auflagen nicht für alle Gastronomen finanziell lohnen, trotzdem freuten sich alle darauf, dass es endlich eine Perspektive gibt. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis auf dem Laufenden.)

Der Vogelsbergkreis ist einen Schritt weiter, seit Mittwoch ist Stufe 2 in Kraft, sodass die Gastronomie innen getestete Gäste empfangen darf – und außen ein Test nur empfohlen wird. Mit Blick auf das vorhergesagte gute Wetter weckt das bei den Gastronomen Vorfreude und Hoffnung. „Ich glaube zwar nicht an einen großen Ansturm, wir haben aber bereits einige Reservierungen“, berichtet Valerio Dogana, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Vogelsberg, der seit gestern wieder Gäste im Inneren seines Landgasthofes Fleischauer in Homberg begrüßt. Zwar sei zuletzt schon die Außengastronomie wieder erlaubt gewesen, durch das schlechte Wetter habe davon aber im Vogelsbergkreis kaum ein Gastronom Gebrauch gemacht. Somit werde das Wochenende spannend und richtungsweisend. Zudem strebt Dogana an, bald Selbsttests für Kunden anbieten zu können, damit sich diese den Weg zum Testzentrum sparen. Eine Entscheidung seitens der Dehoga stehe noch aus. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für den Vogelsberg auf dem Laufenden.)

Video: Außengastronomie in Berlin ist nach Corona-Pause wieder geöffnet

Anja Renner, Mitarbeiterin der Wiesenmühle: Auch die Mitarbeiter in einem der größten Biergärten der Region sind längst bereit: In der Wiesenmühle in Fulda stehen draußen ab kommender Woche Tische, Bänke und Stühle für rund 350 Gäste zur Verfügung. Das seien etwa halb so viele wie in normalen Zeiten, berichtet Anja Renner. Trotz aller Herausforderungen ist sie zuversichtlich, denn schon im vergangenen Jahr habe man die Situation hervorragend gemeistert. Für die Gäste wird es einen Eingang geben, an dem die Tests und Bescheinigungen kontrolliert werden. Zwei Sorgen äußert Renner jedoch: Sie hofft zum einen, dass sich keine Gäste ohne Kontrolle auf das Gelände „einschleichen“, und zum anderen, dass die Inzidenz im Kreis Fulda stabil bleibt und der Biergarten nicht wieder geschlossen werden muss. Ansonsten sei man optimistisch: „Wir freuen uns sehr auf die Öffnung.“

Weitere Stimmen von Gastronomen aus der Region lesen Sie in der Samstagausgabe der Fuldaer Zeitung vom 29. Mai und im E-Paper.

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