Distanzunterricht verschärft Bildungsungleichheit
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In Fulda und im Main-Kinzig-Kreis ist die Corona-Inzidenz zu hoch. Deshalb bleiben Schüler ab Klasse 7 länger beim Homeschooling. (Symbolbild)

Keine Tests und Masken mehr

Corona-Inzidenz in Fulda und im Main-Kinzig-Kreis zu hoch - Homeschooling ab Klasse 7 verlängert

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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  • Michel Ickler
    Michel Ickler
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Weil die Corona-Inzidenz in Fulda und im Main-Kinzig-Kreis zu hoch ist, kann der Wechselunterricht ab Klasse 7 nicht wie geplant am 22. März starten. Außerdem erhalten Schülerinnen und Schüler in Fulda keine Selbsttests und Masken mehr.

Update vom 18. März, 18.37 Uhr: Angesichts gestiegener Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen hat das Land Hessen die geplanten Lockerungen an den Schulen insgesamt gekippt. Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 sollen nicht - wie zunächst angedacht - ab 22. März für mindestens einen Präsenztag pro Woche in die Schule kommen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Das Corona-Kabinett habe beschlossen, „dass wir diesen Einstieg in den Wechselunterricht und auch den entsprechenden Präsenztag nicht vornehmen“.

Die weiterführenden Klassen an den Schulen blieben nun weiter im Distanzunterricht, sagte der Regierungschef. Hessen halte grundsätzlich an seinen Planungen für die Schulen fest, sollte es das Infektionsgeschehen zulassen. Bislang ist vorgesehen, dass die Grundschulen nach den Osterferien ab Mitte April in den eingeschränkten Regelbetrieb mit fünf Tagen pro Woche Unterricht gehen.

Corona-Neuinfektionen: Fulda und Main-Kinzig verschieben Öffnungsschritte an Schulen

+++ 15.18 Uhr: Der Schulamtsleiter in Fulda, Jörg Demuth, sagt zu der Corona-Entscheidung des Kreises: „Die Verantwortlichen haben die Situation verantwortungsvoll abgewogen und eine vernünftige Entscheidung getroffen.“ Für die Schüler sei es allerdings sehr schade – aus pädagogischen und sozialen Aspekten. „Welcher Schüler wünscht sich nicht, wieder seine Klassenkammeraden vor Ort zu sehen?“, fragt Demuth.

Auch wenn der Wechselunterricht - wie ursprünglich geplant - nicht ausgeweitet wird, halten die Politik und Demuth an den vorhandenen Plänen fest. „Nach wie vor wird angestrebt, nach den Osterferien weitere Öffnungsschritte in den Schulen durchzuführen“, betont der Schulamtsleiter. Dass es erneut zu Einschränkungen - wie jetzt - kommen kann, sei von Anfang an von der Landesregierung in Hessen kommuniziert worden.

Update vom 17. März, 13.26 Uhr: Wie in Fulda haben auch die beiden Schulträger Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau haben beschlossen, den nächsten Öffnungsschritt in den Schulen zu verschieben, sprich: Aufgrund des Corona-Infektionsgeschehen können auch dort Schüler ab Klasse 7 noch nicht wieder in den Präsenz- bzw. Wechselunterricht zurückkehren.

„Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Tagen deutlich nach oben gegangen, das Infektionsgeschehen verlagert sich in die jüngeren und mittleren Generationen, insbesondere durch eine Ausbreitung der britischen Virusvariante. Wir können daher den Öffnungsschritt nicht verantworten, den das Kultusministerium kurzfristig für die Tage vor den Osterferien geplant hatte“, erklärte Landrat Thorsten Stolz.

Laut einer Mitteilung des Main-Kinzig-Kreises wird der Unterricht in allen Jahrgangsstufen und Schulformen im gesamten Main-Kinzig-Kreis, einschließlich Hanau, so fortgesetzt wie bisher. Für Schüler von Klasse 1 bis 6 gibt es Wechselunterricht und Notbetreuung, für Schüler ab der Klasse 7 Distanzunterricht und für Schüler von Abschlussklassen (inklusive Q2) Präsenzunterricht.

Corona-Inzidenz in Fulda zu hoch: Homeschooling ab Klasse 7 verlängert

Erstmeldung vom 17. März, 12.50 Uhr: Fulda - Der Landkreis Fulda hat am heutigen Mittwoch angeordnet, die ursprünglich ab 22. März geplante Erweiterung des Wechselunterrichts ab Jahrgangsstufe 7 in allen Schulen des Kreises und der Stadt Fulda zunächst bis zum Beginn der Osterferien auszusetzen. Das meldet der Kreis in einer Pressemitteilung.

Der Landkreis begründet diese Entscheidung mit der steigenden Corona-Inzidenz in Fulda, die am Mittwoch (17. März) bei einem Wert von 121 liegt. An den bestehenden Regelungen für die Klassen 1 bis 6 (Wechselunterricht und Notbetreuung) und für die Abschlussklassen (Präsenzunterricht) ändere sich nichts, so der Kreis. Die Schulen seien bereits über das Staatliche Schulamt Fulda informiert worden.

Verständnis dafür zeigt die erste Vorsitzende des Kreiselternbeirats Ina Riechert. „Aufgrund der steigenden Fallzahlen war es die richtige Entscheidung“, sagt die Mutter dreier Kinder. Ihr sei die große Belastung für Eltern und Kinder bewusst. Dennoch sei es eine Rechnung von Kosten und Nutzen. „Ich verstehe die Wut aller Beteiligten. Wir sollten aber nichts übers Knie brechen.“

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Schlimmer sei es, wenn die Entscheidungsträger am Plan festhalten und nach den Osterferien müsse dann alles geschlossen werden. Das Meinungsbild der Eltern sei indes breit. Viele zeigten Verständnis, andere nicht. „Das hängt allerdings damit zusammen, was Eltern zu Hause leisten können. Das kann und darf man nicht pauschalisieren“, sagt Riechert.

Darüber hinaus erhalten Schülerinnen und Schüler in Fulda künftig keine Selbsttests oder FFP2-Masken mehr. Nach der Bekanntgabe der Test-Verordnung des Landes Hessen hatten Stadt und Landkreis Fulda 37.000 Selbsttests für die Schulen besorgt. „Jeder Schüler hat zwei Tests bekommen“, erklärt Lisa Laibach, Pressesprecherin des Landkreises Fulda.

„Den Schülern war selbst überlassen, was sie damit machen.“ Allerdings waren die Tests nur als „Überbrückung gedacht“. Da sich jetzt jeder Bürger einmal pro Woche kostenlos testen lassen kann, stellen Landkreis und Stadt keine Tests mehr für die Schulen in Fulda zur Verfügung. Auch die Verteilaktion der kostenlosen FFP2-Masken wurde eingestellt.

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