Ein Hinweisschild auf „Click & Meet“ an einem Geschäft.
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In einem Gastbeitrag fordert Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld eine Rückkehr zu „Click & Meet“ in Hessen. (Symbolbild)

Corona-Maßnahmen

Fuldas Oberbürgermeister fordert Rückkehr zu „Click & Meet“ in Hessen: „Ein verantwortbarer Schritt“

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) hält Öffnungsschritte für den Einzelhandel für verantwortbar. Der Widerspruch, dass ein Baumarkt in der Corona-Krise öffnen darf, ein Schuhgeschäft aber nicht, sei auf Dauer nicht vermittelbar, erklärt der 47-Jährige, der auch Vizepräsident des Hessischen Städtetages ist.

Fulda - In einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung spricht sich Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld für weitere Öffnungsschritte im Einzelhandel aus. „Das System ,Click & Meet‘ – also ein Einkauf, bei dem nicht nur eine Online-Bestellung in einem stationären Einzelhandelsgeschäft abgeholt werden kann, sondern es auch möglich ist, dass ein Hausstand den gewünschten Laden nach vorheriger Terminabsprache und unter Einhaltung der Hygieneregeln betreten darf – hat sich Anfang März aus meiner Sicht bei uns Fulda bewährt. Der Handel hat bewiesen, dass er mit den Öffnungsmöglichkeiten verantwortungsvoll umgeht“, schreibt Wingenfeld.

Die vergangenen 13 Monate der Corona-Pandemie hätten „sowohl für alle Bürgerinnen und Bürger als auch für zahlreiche Branchen neben den Sorgen um die Gesundheit massive Beschränkungen mit sich gebracht“. Viele Einzelhändler seien „akut in ihrer Existenz bedroht“, weiß Wingenfeld.

Corona in Hessen: Fuldas Oberbürgermeister Wingenfeld will Rückkehr zu „Click & Meet“

Der Gesundheitsschutz hat aus Sicht des Fuldaer Oberbürgermeisters weiterhin „oberste Priorität“. Wingenfeld mahnt in seinem Gastbeitrag aber an, „sorgsam zu überlegen, welche Öffnungsschritte realistisch und verantwortbar sind“. Das mittlerweile flächendeckende Schnelltestungs-Angebot sei dabei „ein echter Fortschritt“. „In Stadt und Landkreis Fulda bietet sich dank des Engagements des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser, des Klinikums, des Herz-Jesu-Krankenhauses und zahlreicher Apotheken sowie weiterer privater Initiativen für alle die Möglichkeit, sich kurzfristig und unkompliziert testen zu lassen. Dieser Fortschritt sollte dazu ermutigen, im Handel zu dem Modell des ,Click & Meet‘ zurückzukehren.“

Das System erlaube lokalen Geschäftsleuten, wenigstens einen Teil des Umsatzes, der sonst mit großer Wahrscheinlichkeit in den reinen Internethandel abwandern würde, vor Ort zu halten. Bürgerinnen und Bürger könnten „ihre liebgewonnenen Geschäfte und Handelsstrukturen in Fulda“ unterstützen - und dem Handel über diese schwierigen Zeiten hinwegzuhelfen.

„Die Ermöglichung von ,Click & Meet‘ würde aus meiner Sicht auch dazu beitragen, wieder mehr Akzeptanz für die unumgänglichen Beschränkungen in der Pandemie-Zeit zu erreichen. Ich kann gut nachvollziehen, dass gerade aus Sicht der Einzelhändler viele Maßnahmen wenig gerecht und nicht hinreichend durchdacht wirken. Der nach wie vor bestehende Widerspruch, dass ein Baumarkt öffnen darf, ein Schuhgeschäft aber noch nicht einmal Termine anbieten kann, ist in Pandemiezeiten vielleicht kurzfristig hinnehmbar, auf Dauer jedoch nicht vermittelbar“, schreibt Wingenfeld.

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (rechts) - hier beim Besuch des Testzentrums in der St. Bonifatius-Apotheke in der Bahnhofstraße in Fulda - fordert für Hessen „Click & Meet“.

Der Oberbürgermeister erklärt weiter: „In einer testunterstützten Ermöglichung von ,Click & Meet‘ unter den genannten Rahmenbedingungen sehen meine Kollegen im Hessischen Städtetag und ich keinen Widerspruch zum nach wie vor prioritären Ziel des Gesundheitsschutzes. Wir setzen darauf, dass möglichst landesweit ,Click & Meet‘ wieder eingeführt wird – als ein kleiner, aber durchdachter und verantwortbarer Schritt hin zu mehr Normalität in schwieriger Zeit.“

Video: Die Corona-Situation in Hessen

Das Land Hessen hatte im Zuge der Corona-Maßnahmen das Konzept „Click & Meet“ zunächst wieder gekippt. Fulda hatte sich beim Land als Modellkommunen für Corona-Öffnungen beworben. Der Zuschlag ging jedoch an die Städte Alsfeld, Baunatal und Dieburg. In Alsfeld und Baunatal laufen die Corona-Modellprojekte inzwischen.

Der Gastbeitrag von Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld ist in der Dienstagausgabe (13. April) der Fuldaer Zeitung erschienen. Er ist auch im E-Paper zu finden.

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