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Trotz vieler Schließungen in Corona-Pandemie: Sorge um Leerstand in Fulda unbegründet?

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Von: Suria Reiche

In der Bahnhofstraße in Fulda gibt es nun eine „Only“-Filiale.
In der Bahnhofstraße in Fulda gibt es nun eine „Only“-Filiale. © Volker Nies

Manche Orte, an denen in der Innenstadt bislang geschlemmt oder geshoppt werden konnte, sind geschlossen. Doch für viele Flächen gibt es bereits neue Mieter, sagen Stadt und Citymarketing Fulda.

Fulda - Innenstädte sind im stetigen Wandel. Während der Corona-Pandemie mussten viele Geschäfte und Cafés geschlossen bleiben. Die Angst bei Kunden und Gästen, dass es einige von ihnen auch danach nicht aus den roten Zahlen schaffen, war und ist auch in Fulda vorhanden.

Nun bleiben an manchen Orten Geschäfte geschlossen: Am Peterstor machte beispielsweise das Café „Das grüne Blatt“ dicht. Genauso wie ein kleines Snack-Bistro. Auch das Kleidergeschäft „Orsay“ in der Marktstraße kündigte seine Schließung an, das betrifft offenbar alle Filialen in ganz Deutschland.

Corona in Fulda: Trotz vieler Schließungen - Leerstand-Sorge unbegründet? 

Auch das Aus des „Löwen“ sorgte für Aufsehen, und die Türen des Imbisses „Hendl Stubn“ im Bardohaus blieben geschlossen. Inzwischen ist der Lieferservice in die Leipziger Straße gezogen. „Mit Beginn der Pandemie haben wir gemerkt, dass der Standort im Bardohaus für uns unattraktiv ist, weil uns die Laufkundschaft gefehlt hat“, sagt die Betreiber-Familie Igde. 

Eine unbelebte Innenstadt mit wenig Laufkundschaft will aber niemand: Deswegen habe die Stadt Fulda bereits in den vergangenen beiden Corona-Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Innenstadt zum Beispiel durch kulturelle Veranstaltungen zu beleben und die Frequenz zu erhöhen, sagt Magistratspressesprecher Johannes Heller.

„Diese Bemühungen werden wir in diesem Jahr fortsetzen, zudem erhoffen wir positive Effekte durch die anziehende touristische Nachfrage, durch Ereignisse wie den Musicalsommer und durch eine allmähliche Normalisierung nach der Pandemie-Lage“, sagt er weiter (lesen Sie auch hier: Tourismus im Kreis Fulda erholt sich nur langsam von der Corona-Pandemie).

Die Stadt Fulda schätzt, dass analog zu den Vorjahren circa fünf Prozent der Einzelhandelsflächen in der Innenstadt leerstehen – das ist nicht dramatisch. Für die Gastronomie gibt es laut Heller keine entsprechenden Zahlen. Nach den Beobachtungen der Stadt ist die Leerstandsquote aber auch dort nicht sehr gestiegen. 

„Dass im Moment da und dort der Eindruck entsteht, dass der Leerstand zunimmt, hängt möglicherweise damit zusammen, dass es derzeit in der Regel etwas länger dauert, bis ein neuer gewerblicher Mieter in eine Immobilie einzieht oder sich eine neue Nutzung ergibt“, so Heller.

Als Grund dafür nennt er auch die Corona-Lage, die für unternehmerische Entscheidungen viele Unwägbarkeiten gebracht hat und zum Teil immer noch bringe. So standen die ehemaligen Hendl-Stubn-Räumlichkeiten im Bardohaus einige Zeit lang leer.

Citymarketing Fulda: Die Sorge um den Leerstand ist in Fulda unbegründet

Inzwischen werden sie von einem neuen Mieter renoviert: Die Pizzeria „Davis“ zieht nach fast drei Jahren von der Von-Schildeck-Straße hierher und vergrößert sich damit von 80 Quadratmetern auf 225. „Unsere aktuellen Räumlichkeiten sind zu klein geworden, außerdem haben wir wegen Nachbarschaftsstreitigkeiten nicht mehr wirklich einen Außenbereich“, erklärt Inhaber David Matz.

Die neue Immobilie habe noch mehr Vorteile: „Sie ist nicht nur größer, sondern auch offener und unsere Besucher finden schneller einen Parkplatz in der Nähe.“ Für Matz und seinen Mitinhaber Sebastian Schmitt soll der Standortwechsel zugleich ein Neuanfang nach der harten Corona-Zeit sein. 

Mario Prüfer von der Kropp Holding, dem das Bardohaus gehört, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es schön sei, schnell und unkompliziert mit dem neuen Mieter zusammengefunden zu haben, da das Bardohaus mit ihm eine Weiterentwicklung erfahre (lesen Sie auch hier: Handel schöpft nach Corona-Lockdown Hoffnung - aber Rabattaktionen tun dennoch weh).

Video: Problem Altstadt? So entwickelt sich Regensburg

Das Citymarketing Fulda bestätigt derweil die Meinung der Stadt, dass die Sorge um Leerstand in Fulda unbegründet ist. „Im Vergleich zu anderen Städten gibt es in Fulda sogar eine eher geringe Quote, was den Leerstand angeht“, erklärt Edi Leib und blickt dann auf einige bisher leere Räumlichkeiten, die jedoch bald mit Leben gefüllt werden: Zum Beispiel den ehemaligen Standort der RhönEnergie am Fuße der Bahnhofstraße, wo noch in der zweiten Jahreshälfte die Burger-Kette „Hans im Glück“ einziehen soll. Die Textil-Kette „Only“ ist ebenfalls hier ansässig geworden.

Die frühere VR-Bank-Filiale in der Mittelstraße stand lange leer, inzwischen ist klar: Auch diese Räume haben einen neuen Mieter. Gerrit Schwendner, der vielen als Magier bekannt ist, wird hier am 1. Juli Escape Rooms eröffnen. Dabei handelt es sich um eine Art Spiel, bei dem die Spieler anhand von Rätseln in einer bestimmten Zeit aus einem Raum entkommen müssen, in dem sie eingesperrt sind.

Momentan befinde er sich im Umbau, sagt er. Entstehen sollen zwei der sogenannten Escape Rooms: Einer mit dem Namen „Prison Break“ und der Henkersraum. „Mit den Escape Rooms erfülle ich mir auch selbst einen Traum“, sagt der 43-Jährige.

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