Corona: Seit vergangener Woche erlaubt das hessische Kultusministerium  wieder mehrtägige Klassenfahrten im Inland und eintägige Fahrten ins Ausland.
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Seit vergangener Woche erlaubt das hessische Kultusministerium wieder mehrtägige Klassenfahrten im Inland und eintägige Fahrten ins Ausland.

Unabhängig von Corona-Inzidenz

Zwischen Freude und „Bauchgrummeln“: Schüler im Kreis Fulda dürfen wieder auf Klassenfahrt

  • Jana Albrecht
    VonJana Albrecht
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Das hessische Kultusministerium erlaubt seit vergangener Woche wieder mehrtägige Klassenfahrten im Inland und eintägige Fahrten ins Ausland. An den Schulen des Landkreises herrscht daher mancherorts große Freude über die Möglichkeit, andernorts Zurückhaltung.  

Kreis Fulda - Nach den Verordnungen des Kultusministeriums in Hessen dürfen wieder ein- und mehrtägige Schulfahrten innerhalb Deutschlands sowie eintägige Fahrten ins Ausland stattfinden. Dies gilt unter dem Vorbehalt, dass die auf Gesetzes- und Verordnungsebene geltenden infektionsschutzrechtlichen Regelungen und die Anordnungen der zuständigen Gesundheitsämter ebenfalls Reisen in das Zielgebiet zulassen. Dies geht aus einem Erlass des hessischen Kultusministeriums vom 8. September hervor.

Die Regulierung gilt unabhängig von den jeweiligen Werten der Corona-Inzidenz. Während den Fahrten gelten die gleichen Testregelungen wie im Präsenzunterricht. Dabei muss die erste Testung unmittelbar vor Reiseantritt stattfinden, wobei für Geimpfte und Genesene eine Testpflicht entfällt. (Mit dem Corona-Ticker für den Landkreis Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Corona in Fulda: Schüler im Kreis dürfen wieder auf Klassenfahrt

An der Wigbertschule Hünfeld sowie an der Rabanus-Maurus-Schule Fulda ist die Freude über die Neuregelung groß: „Wir sind froh, dass wir unsere Abiturklassen Ende September auf eine fünftägige Abschlussfahrt nach Berlin schicken können“, sagt Markus Bente, Schulleiter beider Schulen und ergänzt: „Natürlich haben wir auch ein wenig Bauchgrummeln und werden eine besondere Fürsorge an den Tag legen.“

Sollte die Fahrt aufgrund entsprechender Verordnungen nicht stattfinden können, blieben die Schüler jedoch nicht auf den Stornokosten sitzen. Bei Vertragsabschluss mit den Reiseveranstaltern hätten sich die Lehrer der beiden Schulen an die Regelungen des Stornokostenerlasses vom hessischen Kultusministerium gehalten: „Bei Einhaltung der Vorgaben, wie zum Beispiel einem vertraglich festgehaltenen kostenfreien Reiserücktritt, übernimmt das Land Hessen die Stornokosten“, so Bente.

Zurückhaltend in puncto Klassenfahrten ist dagegen Helmut Liersch, Schulleiter der Ulstertalschule Hilders: „Wir wissen nicht, wie sich die Lage weiterentwickelt, wenn nicht mehr der Inzidenzwert, sondern andere Werte zu Rate gezogen werden – dann werden sich die Bedingungen wieder ändern.“ Aus praktischen Gründen planen die Lehrer der Ulstertalschule frühestens für Ende des zweiten Schuljahres eine mehrtägige Fahrt im Inland.

Van-Galen-Schule Eichenzell plant Abschlussfahrt für kommenden Sommer

„Wir planen die nächsten Abschlussfahrten erst für kommenden Sommer – ich bin erstmal froh, dass das Schuljahr überhaupt angelaufen ist“, sagt Bianca Roth von der Von-Galen-Schule Eichenzell. Die kommissarische Schulleiterin bedauert, dass die Verordnung erst seit dieser Woche gilt: „Letzte Woche hatten wir ‚Tage religiöser Orientierung‘ – eigentlich hatten wir zwei Übernachtungen in der Rhön geplant.“ Weil die Inzidenz aber über 100 lag, mussten die Tage in die Schule verlegt werden, berichtet Roth. „Wir konnten die Übernachtungen aber kurzfristig und kostenfrei stornieren.“

Anstelle einer Abschlussfahrt hat es an der Von-Galen-Schule im vergangenen Jahr eine Schulwoche gegeben: „Die Situation war schwierig, aber wir haben versucht, das Beste draus zu machen und waren als Klasse minigolfen oder haben einen Grillabend veranstaltet“, erinnert sich Roth an das vergangene Schuljahr. (Lesen Sie auch: Die neue Normalität in der Von-Galen-Schule erfordert viel Disziplin)

Video: Lehrerverband gegen Ende der Corona-Beschränkungen

Die Lüdertalschule Großenlüder hat die erste Abschlussfahrt seit Beginn der Corona-Krise für die zehnte Klasse für kommendes Frühjahr geplant. „Wir sind mittlerweile auch im zweiten Jahr ohne Abschlussfahrt, aber wir bleiben optimistisch, dass es klappt“, sagt Schulleiterin Antje Neiße. „Klassenfahrten sind unheimlich wichtig für ein soziales Miteinander. Man merkt das auch gerade jetzt – zu Beginn des Schuljahres waren die Schüler sehr zurückhaltend, als sie wieder aufeinander getroffen sind, und jetzt lechzen sie nach dem sozialen Kontakt untereinander“, erzählt sie.

Die Schulleiter sind sich einig: Für das soziale Miteinander, die Gruppendynamik und das soziale Lernen, spielen Klassenfahrten eine unabdingbare Rolle. Auch Harald Piersch, stellvertretender Amtsleiter des staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda, betont: „Klassenfahrten sind für die Erkundung außerschulischer Lernorte und die Stärkung des sozialen Miteinanders sehr wichtig.“

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