22 zusätzliche Busse für den Schulverkehr soll es nach den Herbstferien geben.
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Auch auf der Linie 20 zwischen Fulda und Hofbieber wird ein zusätzlicher Bus eingesetzt.

Corona-Pandemie

22 zusätzliche Schulbusse: Angebot im Landkreis Fulda wird nach den Ferien erweitert

  • Selina Eckstein
    vonSelina Eckstein
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  • Rainer Ickler
    Rainer Ickler
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Nach den Herbstferien stellen der Landkreis Fulda und die LNG 22 zusätzliche Busse für den Schulbusverkehr zur Verfügung. „Wir werden damit vor allem jene Routen verstärken, die zum Unterrichtsbeginn und -ende besonders frequentiert sind“, sagt Landrat Bernd Woide.

Update vom 14. Oktober, 16.32 Uhr: Landrat Bernd Woide appellierte gleichzeitig an Eltern, Schülerinnen und Schüler, das Angebot auch anzunehmen: „Es nutzt nichts, dass ein zweiter Schulbus eingesetzt wird, wenn am Ende doch alle in den ersten Bus strömen – nur um zehn Minuten früher in der Schule oder zu Hause anzukommen.“ 

Die Schulträger Stadt und Landkreis Fulda sowie die LNG setzen damit um, was vor den Ferien bei einem Treffen mit Schulleitungen, Schüler- und Elternvertretungen und dem Staatlichen Schulamt im Fürstensaal in Fulda Konsens war: Angesichts der Corona-Pandemie sollen die Kapazitäten in den Schulbussen durch zusätzliche Fahrzeuge, unter anderem auch Reisebusse, erweitert werden.

Zusatzbusse in Corona-Zeiten: Angebot des Kreises, der Stadt und der LNG in Fulda ist befristet

Seitens des Landkreises, der Stadt und der LNG werden nun 22 Busse zusätzlich zwischen 7.30 und 9 Uhr sowie 13 und 16 Uhr auf den Schulwegen unterwegs sein. „Den vordringlichen Bedarf haben wir nach der jeweiligen Belastung der Linien festgestellt“, sagt Daniel Vollmann, Geschäftsführer der LNG. Die Zusatzbusse werden zeitversetzt fahren. Jene auf dem Weg nach Fulda und aus Fulda heraus fahren jeweils morgens 10 Minuten früher als der Hauptbus und nachmittags 10 Minuten später. Andere Routen außerhalb der Stadt werden individuell angepasst. Das Angebot sei befristet, teilte der Landkreis mit: Die Zusatzbusse werden nach den Herbstferien bis zu den Osterferien 2021 eingesetzt.

Neben der Verstärkung der Linien werden weitere Busse in Eichenzell und Gersfeld sowie nach Bedarf eingesetzt. Die Linien sind nicht abschließend und können sich gegebenenfalls ändern. Eltern sowie Schülerinnen und Schüler können sich bei ihrer Schule über die Zusatzbusse informieren. Zu Strecken und Fahrplan gelangt man auf der Webseite der LNG unter www.lng-fulda.de/de/Zusatzbusse. Unterdessen hat der Main-Kinzig-Kreis hat einen Arbeitskreis „Schulanfangszeiten“ ins Leben gerufen, um die geltenden Abstandsregeln beim Schülertransport gewährleisten zu können.

Zusatz-Busse

Die Busse werden unter anderem auf folgenden Strecken und Linien eingesetzt:

Linie 20: Hofbieber – Langenbieber – Niederbieber – Margretenhaun – Petersberg – Fulda

Linie 24: Tann – Wendershausen – Lahrbach – Hilders

Linie 30: Wüstensachsen – Melperts – Seiferts – Thaiden – Hilders

Linie 31: Dipperz – Wisselsrod – Wissels – Keulos – Künzell – Fulda

Linie 32: Dipperz – Böckels – Petersberg – Fulda

Linie 35: Dirlos – Künzell – Fulda

Linie 41: Hattenhof – Kerzell – Löschenrod – Fulda

Linie 42: Rothemann – Hattenhof – Kerzell – Löschenrod – Fulda

Linie 52: Eichenried – Kalbach – Neuhof

Linie 53: Flieden – Rückers – Schweben – Neuhof

Linie 60: Blankenau – Kleinlüder – Mittelrode – Haimbach – Fulda

Linie 65: Hainzell – Blankenau – Uffhausen – Großenlüder

Linie 73: Michelsrombach – Oberrombach – Rudolphshan – Sargenzell – Hünfeld

Linie 77: Rasdorf – Kirchhasel – Hünfeld

Linie 82: Rothenkirchen – Burghaun – Gruben – Hünfeld

Linie 82: Rothenkirchen – Burghaun Schule

Streit um übervolle Corona-Busse: Kommt es jetzt zur Einigung?

Kreis Fulda - Das Staatliche Schulamt sowie die Stadt und der Landkreis Fulda als Schulträger wollen den Unterrichtsbeginn zeitlich staffeln. Für rund 20 Schulen in Stadt und Kreis gab es bereits konkrete Planungen. Doch nach einer Besprechung am gestrigen Montag mit Schulleitern, Eltern- sowie Schülerbeiräten wird es nun ein flexibles Konzept geben.

Der Meinungsaustausch im Stadtschloss sei engagiert und konstruktiv gewesen, hieß es gestern Abend vonseiten des Landkreises. Demnach haben sich Schulleitungen, Eltern- und Schülervertretungen, Schulamt sowie die beiden Schulträger auf konkrete Schritte zur Lösung der Problematik des Schulbusverkehrs in Corona-Zeiten geeinigt. Denn oft sind die Schulbusse sehr voll; die Schüler und Schülerinnen stehen und sitzen dicht gedrängt. Die neue Konzeption ist nun dreigeteilt und soll die individuellen Möglichkeiten der jeweiligen Schulen mit einbeziehen, heißt es in einer Presseerklärung des Landkreises.

Die Schulbusse sind oft zu voll – in der Corona-Pandemie könnte das verhängnisvoll sein. Daher möchten der Landkreis und die Stadt Fulda sowie das Staatliche Schulamt den Unterrichtsbeginn entzerren.

„Die Diskussion war fruchtbar. Es ist erfreulich zu sehen, wie aktiv Schulleitungen, Eltern und vor allem auch die Schülerschaft an dem gemeinsamen Ziel arbeiten und gute Ideen entwickeln“, sagten Landrat Bernd Woide und Bürgermeister Dag Wehner (CDU) nach dem gut zweistündigen Treffen.

Fuldas Schulbusse in Corona-Zeiten: Flexibles Konzept von allen Seiten gefordert

Grundlage der Diskussion war der Vorschlag, an etwa 20 Schulen in Stadt und Kreis den Unterrichtsbeginn zu verschieben, um die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Schulbussen deutlich zu verringern. Diese Überlegungen seien in der Diskussion jedoch auf „kritische Resonanz“ gestoßen, aber auch „Anstoß zu einem konstruktiven Miteinander“ gewesen. Dies habe letztlich zu einer flexiblen Konzeption geführt, die nach den Herbstferien umgesetzt werden soll.

„Erster Punkt des Plans: Wir werden zusätzliche Busse chartern und gehen gegenwärtig von mindestens 15 Fahrzeugen aus, die in Stadt und Kreis Fulda eingesetzt werden“, erklärten Landrat und Bürgermeister. Außerdem hätten die Schulleitungen vorgeschlagen und zugesagt, individuell für ihre jeweilige Schule mit Eltern, Lehrern und Schülern schulbezogene Lösungen zu erarbeiten. Das soll nach den Herbstferien zu einer Flexibilisierung des Unterrichtsbeginns führen.

Übervolle Schulbusse in Fulda: Fahrgemeinschaften Teil der Lösung?

Den dritten Pfeiler steuern die Elternbeiräte aus Stadt und Kreis bei: „Wir werden die Ferien nutzen und auf die Elternschaft zugehen, um die Bildung von Fahrgemeinschaften anzuregen“, sagte Christian Kirchner, Mitglied im Stadtelternbeirat. Das sei nicht nur ein Instrument, die Schulbusse zu entlasten, sondern auch ein Mittel, um gerade jetzt gesellschaftlich näher zusammenzurücken.

Ebenfalls auf den Tisch kam der Samstagsunterricht, thematisiert von Mitgliedern des Stadt- und Kreisschülerrates. „Auch das ist eine Möglichkeit, die von den Schulen individuell umgesetzt werden könnte“, sagten sie und betonten, „dass wir über kreative Lösungen reden, die nur für eine begrenzte Zeit gelten“.

Kreisschülerrat: Situation darf nicht zu Lasten der Schüler gehen

In einer eigenen Pressemitteilung wies der Kreisschülerrat gestern auf zwei Dinge hin, die wichtig seien: ein sicherer Schulweg und Zeit für Hausaufgaben und andere Aktivitäten. Abends erst um 20 Uhr zu Hause anzukommen, sei keine Option. Die Schüler bräuchten auch weiterhin Freizeit. Angespannt sei die Situation derzeit aber auch, weil der Schülerrat viele Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern erhalte, die sich über zu volle Busse beschweren.

Einige hätten Angst, ihre Eltern, Großeltern oder andere Personen in ihrem Umfeld zu gefährden, heißt es in der Mitteilung. Verschiedene Lösungen seien denkbar: Fahrgemeinschaften, Fußwege, aber auch Sportunterricht am Freitag. An vielen Fuldaer Schulen sei die Digitalisierung so weit vorangeschritten, dass Homeschooling eine bessere Option sei als Unterricht bis in die Abendstunden. Die Situation dürfe auf keinen Fall zu Lasten der Schüler gehen.

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