Die Schüler müssen zweimal pro Woche negative Corona-Tests vorweisen. (Symbolfoto)
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Die Schüler müssen zweimal pro Woche negative Corona-Tests vorweisen. (Symbolfoto)

Corona-Tests an Schulen

Wechselunterricht in Fulda startet Montag: „Eltern können Kinder unbesorgt in die Schule geben“

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Schüler, Eltern und Lehrer haben zuletzt noch gebannter auf die Corona-Inzidenz im Landkreis Fulda geschaut als ohnehin schon. Denn die schwankt seit Tagen um die Marke von 165. Nun ist aber klar: Ab Montag können die Schulen mit Wechselunterricht planen und die Kitas öffnen.

Fulda - Seit Mitte Dezember befanden sich die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 7 und höher im Distanzunterricht, die jüngeren haben die Schule seit März schon nicht mehr von innen gesehen: Ab Montag dürfen die Schüler im Kreis Fulda nun wieder in den Klassenraum zurückkehren. Und auch die Kindertagesstätten können wieder öffnen, teilte der Landkreis Fulda mit. Denn die in der Bundesnotbremse festgeschriebene Grenze, derzufolge die Corona-Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 165 liegen muss, wird heute unterschritten. Die Voraussetzungen für den Start des Wechselunterrichts sind damit erfüllt.

Zwar lag der Wert an Christi Himmelfahrt bei 168,5, doch der Feiertag zählt nicht als Werktag – und fällt daher aus der Rechnung heraus. Am Freitag lag die Inzidenz mit 163,6 wieder im „grünen Bereich“, und auch für heutigen Samstag rechnet der Kreis mit einer Inzidenz unter der 165er-Marke. Allerdings weist das Robert Koch-Institut darauf hin, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Nachweise ans Gesundheitsamt gemeldet werden.

Corona in Fulda: Wechselunterricht startet Montag - Herausforderung für Schulen

Für die Schulen bedeutet die Rückkehr zum Unterricht in der Schule einen erheblichen Planungs- und Organisationsaufwand. Dr. Ulf Brüdigam, Leiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda, berichtet davon, dass Raumbelegungen angepasst und auch Lehrkräfte ersetzt werden müssen, die zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Schwangerschaft keinen Präsenzunterricht durchführen dürfen. „Es gibt viele Details, die wir regeln müssen“, sagt Brüdigam, der auch am Freitag, am eigentlich freien Brückentag, in seinem Büro saß.

Schulbetrieb

Die kürzlich beschlossenen Änderungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes betreffen auch den Schulbetrieb. Das bedeutet:

- bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 100: In Stufe 1 (fünf Werktage in Folge) haben die Klassen 1 bis 6 sowie die Abschlussklassen Präsenzunterricht, die Klassen 7 bis 11 Wechselunterricht. In Stufe 2 (weitere 14 Tage unter 100 oder 5 Tage unter 50) werden alle vor Ort in Präsenz beschult.

- bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 165: Alle Schulen unterrichten im Wechselbetrieb.

- über einer 7-Tage-Inzidenz von 165 (Überschreitung an drei aufeinanderfolgenden Tagen): Der Unterricht für alle Jahrgangsstufen findet ab dem übernächsten Tag per Distanz statt. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen und Förderschulen: Diese verbleiben auch bei einer Inzidenz von über 165 im Wechselunterricht.

Bleibt die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen (Samstag inbegriffen) unter dem Inzidenzwert 165, findet an den Schulen wieder Wechselunterricht statt – so wie es jetzt im Landkreis Fulda der Fall ist. / sam

Zu den Herausforderungen gehört auch, dass alle Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen, zweimal pro Woche einen Antigen-Selbsttest in der Schule durchführen oder alternativ einen aktuellen negativen Bürgertest mitbringen müssen. Dafür sieht sich die Schule gerüstet: „Wir sind mit Tests gut ausgestattet. Aufgrund der Erfahrungen zuletzt bei der Qualifikationsphase und bei den Abiturienten gehen wir davon aus, dass das problemlos läuft.“ Die gemeinsame Durchführung der Corona-Selbsttests sei sicher, betont der Schulleiter. So würden die Fenster während des Testens geöffnet, die Maske müsse nur kurz ausgezogen werden: „Wegen der Infektionsgefahr machen wir uns wenige Sorgen.“ Sollte ein Test positiv ausfallen, dann werde man „pädagogisch einfühlsam“ dafür Sorge tragen, dass der betroffene Schüler schnell einen PCR-Test erhält.

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An dem Fuldaer Gymnasium waren für die Testungen in Kooperation mit den Maltestern zwei Lehrkräfte als Abstrichhelfer ausgebildet worden. Eine weitere erfahrene Kollegin habe bereits in einem Testcenter gearbeitet. „Die Eltern können ihre Kinder unbesorgt in die Schule geben“, versichert Brüdigam, gibt aber zu bedenken: „Ich hoffe, dass die Wiedersehensfreude nicht so groß ist, dass die Schüler alle Vernunft fahren lassen.“ Er appelliert an das Verantwortungsbewusstsein aller: „Wir wollen bald unter eine Inzidenz von 100 oder sogar 50 kommen, damit wir wieder normalen Unterricht durchführen können.“

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