Die Testzentren sind unter der Woche mäßig besucht – wie hier am Borgiasplatz.
+
Die Testzentren sind unter der Woche mäßig besucht – wie hier am Borgiasplatz.

Testzahlen steigen stark an

Viele Corona-Tests zum Wochenende: Das sind laut Fuldaer Apothekern die Gründe

  • Leon Weiser
    VonLeon Weiser
    schließen

Die Corona-Regeln im Landkreis Fulda sind aufgrund der gestiegenen Inzidenz verschärft worden. Daher benötigt man unter anderem für den Besuch der Außengastronomie einen 3G-Nachweis. Für Ungeimpfte heißt das: Testen. Vor allem am Wochenende steigt die Nachfrage nach Tests.

Fulda - Wer die Außengastronomie besuchen oder auf den Sportplatz gehen will, benötigt einen Nachweis, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Unter anderem benötigen Ungeimpfte negative Corona-Tests, um an Kultur- und Sportveranstaltungen teilnehmen zu dürfen. Bei Tests lässt sich ein Anstieg am Wochenende erkennen. Das bestätigt Christoph Schwab, Geschäftsführer des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Fulda, auf Nachfrage: „Wir erleben zu gewissen Zeiten einen Ansturm. Besonders in den Abendstunden am Freitag, Samstag und Sonntag lassen sich viele testen.“

Die Zahl der Tests hat sich laut Schwab punktuell erhöht. „Es geht am Wochenende rauf und in der Woche runter“, erklärt er. Häufig werden die Drive-In-Zentren an der Ochsenwiese, in Fulda-Galerie auf dem Messegelände und in Flieden aufgesucht. „Das war schon immer so. Es ist bequemer.“ (Lesen Sie hier: So funktioniert ein Corona-Test im Drive-In)

Corona in Fulda: Testzahlen steigen stark an - Apotheker nennen Gründe

Dennoch hofft Schwab auf eine höhere Impfquote. „Solange wir gefragt werden, stehen wir als Daseinsfürsorge zur Verfügung. Wenn es nicht mehr erforderlich ist, haben wir unseren Job getan“, sagt er. Der DRK-Kreisverband betreibt mehr als 20 Teststationen im Kreis Fulda. Insgesamt gibt es 50 Testzentren im Kreis.

In diesen sei die Zahl der Coronatests zum Schulanfang von durchschnittlich 2000 auf 4000 pro Tag gestiegen, erklärt Leoni Rehnert, Pressesprecherin des Landkreises. Die größte Nachfrage habe es aber in den Monaten Mai bis Juli gegeben. „Die Zahl der Tests bewegte zwischen durchschnittlich 4000 und 6000 pro Tag. Danach sank die Zahl“, sagt Rehnert. (Lesen Sie auch: Alle neusten Entwicklungen zur Pandemie gibt es im Corona-Newsticker für Hessen)

Dass zum Schulstart mehr getestet wird, hat auch Klaus Ohlendorf, Inhaber der Marien-Apotheke in Hünfeld, wahrgenommen. „Wir haben in dem Zeitraum Sonderschichten eingelegt“, erklärt er. Auch der DRK-Kreisverband Hünfeld kann einen solchen Anstieg belegen: Waren es am 22. August 44 Tests im Zentrum am DRK-Generationentreff, stieg die Zahl eine Woche später zum Schulstart auf 94 Tests. Inzwischen habe man sich bei 60 Tests pro Tag eingependelt, heißt es weiter. Am Wochenende werde am meisten getestet.

Video: Immer mehr Corona-Testzentren schließen

Das erlebt auch Ohlendorf, der in der Apotheke montags bis samstags Tests anbietet. Zwar können sich die Menschen samstags nur bis 12 Uhr testen, der Anstieg sei jedoch enorm. „Es sieht nach Testungen für Freizeitaktivitäten aus. Am Samstag sind wir fast immer ausgebucht“, erläutert der Inhaber der Marien-Apotheke. Dennoch sei die Zahl der Tests pro Tag vor einigen Monaten höher gewesen. Den Grund sieht Ohlendorf in der damals noch geringen Impfquote.

Einen neuerlichen Anstieg an Testzahlen konnte auch Dr. Ansgar Wieschollek, Inhaber der Engel-Apotheken in Fulda, Petersberg, Horas und am Frauenberg erkennen. „Wir hatten zwischenzeitlich eine Delle. Seit dem Schulanfang haben sich die Tests um 50 Prozent erhöht.“ Die meisten Personen kommen vor allem am Wochenende nach Petersberg zum Standort im Justus-Liebig-Center. „Die Tests im Frühjahr waren eine Überprüfung, ob man positiv ist oder nicht. Inzwischen wollen die Menschen Restaurants und Feiern besuchen“, sagt der Inhaber. (Lesen Sie auch: Erste Corona-Testzentren schließen - Zu geringe Nachfrage?)

Für ihn stellen die Teststationen „eine Chance“ für jene dar, die nicht geimpft werden können. „Vor allem für diese Menschen ist es wichtig, um ihr Leben zu gestalten“, sagt Wieschollek. Ähnlich äußert sich Michael Aschenbrücker von den Maltesern in Fulda: „Es konnte sich noch nicht jeder impfen lassen. Bis der Großteil geimpft ist, bieten die Test zusätzliche Sicherheiten zu Abstand, Masken und Lüften.“ In den drei Testzentren der Malteser gebe es am Wochenende eine höhere Nachfrage nach Coronatests.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema