Das Angebot der Corona-Schnelltestzentren in Fulda nehmen Bürgerinnen und Bürger rege wahr.
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Das Angebot der Corona-Schnelltestzentren in Fulda nehmen Bürgerinnen und Bürger rege wahr.

„Dunkelfeld aufhellen“

Corona-Schnelltestzentren in Fulda: Bislang mehr als 12.000 Tests durchgeführt - 120 waren positiv

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Die Zahl der Zentren, in denen man sich im Schnellverfahren auf das Coronavirus testen lassen kann, steigt von Tag zu Tag. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nehmen das Angebot wahr. Beliebt sind jedoch auch die Selbsttests.

Kreis Fulda - Anfang März eröffnete das erste Schnelltestzentrum in Fulda – nun besteht an mehr als 30 Stellen im Kreis Fulda die Möglichkeit, einen Corona-Schnelltest machen zu lassen. Und getestet wurde seither jede Menge, wie Lisa Laibach von der Pressestelle des Landkreises Fulda betont. „Seit dem 9. März wurden insgesamt 12.324 Tests durchgeführt“, sagt sie. 120 davon seien positiv ausgefallen. Das entspreche weniger als einem Prozent positiver Fälle. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für Fulda auf dem Laufenden.)

Das Interesse am Angebot der Zentren ist stark. Allein in den vergangenen sieben Tagen, seien 8404 Corona-Tests durchgeführt worden, wovon 71 Tests positiv gewesen seien – ebenfalls weniger als ein Prozent.

Corona-Testzentren in Fulda: Über 12.000 Tests durchgeführt - 120 positiv

Das Deutsche Rote Kreuz Fulda (DRK) betreibt im Landkreis insgesamt sechs Corona-Testzentren. „Das Angebot wird gut angenommen. Wir merken eine Steigerung“, sagt Philipp Adamietz vom DRK. Seit dem 10. März sind laut Adamietz 1802 Test durchgeführt worden. 15 von diesen seien positiv ausgefallen. Christian Wetterich, Inhaber der Rosenapotheke in Fulda, nimmt ebenso eine rege Nutzung des Angebots wahr. Er und sein Team testen zweimal in der Woche für jeweils drei Stunden – zusammen kommen da etwa 30 bis 40 pro Tag. Ein positives Ergebnis habe es bisher – seit Beginn der Testungen vor zwei Wochen – in seiner Apotheke nicht gegeben.

Klaus Ohlendorf, Inhaber der Marienapotheke in Hünfeld, betreibt mit einer weiteren Apotheke das Corona-Testzentrum an der Tennishalle in Hünfeld. In seinem Zentrum seien die Zahlen der täglichen Testungen stets im Hunderterbereich. Jeweils drei Personen testen dort täglich zweimal drei Stunden lang. „Das bedeute, dass alle zwei Minuten eine Person getestet wird“, sagt Ohlendorf. Für den gestrigen Tag prognostizierte der Apotheker am Nachmittag sogar, dass die Zahl auf über 200 steigen werde.

Tests und Inzidenz

In Zeiten von zu wenig Impfstoff gelten Schnelltests als eine Maßnahme, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Corona-Infizierte sollen früher erkannt und schneller isoliert werden. Manche behaupten nun, die Inzidenz steige wegen der Tests.

„Dass die Inzidenz dadurch grundsätzlich steigen kann, ist richtig“, sagt der Bremer Professor Hajo Zeeb. Dann etwa, wenn Menschen nach einem Schnell- oder Selbsttest einen PCR-Test machen. Nur ein solcher geht in die offizielle Statistik ein und damit auch in die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz).

Leoni Rehnert vom Landkreis Fulda macht außerdem auf folgenden Aspekt aufmerksam: „Sicher hellt man das Dunkelfeld mit mehr Testungen auf. Und auch das soll ja damit erreicht werden. Asymptomatische Personen, die dadurch entdeckt werden, stecken in der Folge niemand anderen mehr an.“

Positiv auf das Coronavirus getestet werden in diesem Zentrum etwa ein bis zwei Prozent pro Tag. Das klinge zwar wenig, dennoch macht der Apotheker auf einen Aspekt aufmerksam: „Die Menschen, die zu uns kommen, sind durch die Bank weg symptomlos. Es kommt keiner, dem man wirklich ansieht, dass er krank ist.“

Apotheker: Es kommt keiner, dem man wirklich ansieht, dass er krank ist

Bei Rhea Coester, Inhaberin der Coesterischen Apotheke in Neuhof, variiere die Zahl der Corona-Testungen, die sie und ihr Team täglich durchführten. „Manchmal sind es 5, manchmal sind es 20 Tests am Tag“, sagt sie. Der Rekord an durchgeführten Tests habe in ihrer Apotheke bei 35 Testungen pro Tag gelegen. Ein positives Ergebnis sei bislang jedoch lediglich bei zwei Testkandidaten festgestellt worden.

Die Zentren sind zwar eine Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, jedoch nicht die einzige. Auch Corona-Selbsttests gewinnen an Beliebtheit. Coester etwa berichtet, dass viele zum Selbsttest griffen, da sie in ihrer Apotheke nicht so viele Termine anbiete. Auch bei Ohlendorf sind die Tests für zuhause gefragt. Er verkaufe etwa zehn Stück pro Tag – genauso viel wie Wetterich.

Video: How to Corona-Selbsttest - Wie benutze ich den Schnelltest für Zuhause?

Mittlerweile sind die Corona-Tests nicht nur in Apotheken erhältlich, sondern auch im Einzelhandel. Von einer regen Nachfrage berichtet etwa dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer. „Aufgrund der hohen Nachfrage kann es sein, dass die Selbsttests vorübergehend ausverkauft sind“, sagt er. Für die kommenden Wochen rechne er jedoch mit weiteren Lieferungen. Das Geschäft im Emaillierwerk in Fulda ist zudem eine der insgesamt zwölf dm-Filialen in Deutschland, in denen geschultes Testpersonal sogar gleich vor Ort kostenlos Abstriche vornimmt.

Auch Tegut bietet Corona-Selbsttests an. Pressesprecher Matthias Pusch berichtet: „Die Nachfrage ist aktuell in allen Filialen stark, so dass es in einigen Filialen bereits Engpässe gibt.“ Anfang kommender Woche würden jedoch auch die Tegut-Filialen mit Nachschub versorgt.

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