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Nach Omikron-Infektion: Welche Long-Covid-Folgen könnten auftreten?

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Von: Daniela Petersen

Wie wahrscheinlich sind Organschäden nach einer Infektion mit der Omikron-Mutante des Coronavirus? Dieser Frage geht Dr. Bernd Kronenberger, Chefarzt des Herz-Jesu-Krankenhauses nach.
Wie wahrscheinlich sind Organschäden nach einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus? Dieser Frage geht Dr. Bernd Kronenberger, Chefarzt des Herz-Jesu-Krankenhauses nach. © Uwe Ansbach/dpa, Dr. Bernd Kronenberger/Herz-Jesu-Krankenhaus; Collage: Ann-Katrin Hahner

Schon 12,1 Millionen Corona-Fälle in Deutschland – Omikron ist die vorherrschende Variante. Doch wie wahrscheinlich sind Langzeitfolgen nach einer Infektion? Dr. Bernd Kronenberger, Chefarzt im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, hält Organschäden eher für unwahrscheinlich.

Fulda - Eine Antwort vorweg: Weil Omikron hierzulande noch nicht lange die dominierende Variante ist, gibt es zu Omikron und Long-Covid bislang keine belastbaren Studien. (Lesen Sie auch: Neuer Treiber für die Pandemie? Virologe Hendrik Streeck zu Omikron-Subtyp)

Im Herz-Jesu-Krankenhaus (HJK) in Fulda würden derzeit nur Long-Covid-Patienten aus vorausgegangenen Wellen Hilfe suchen, erklärt Chefarzt Professor Dr. Bernd Kronenberger. Aus der Erfahrung mit diesen früheren Varianten seien einige Long-Covid-Symptome aber auch bei Omikron wahrscheinlich. Wie die Pandemie-Situation derzeit in Fulda ist, lesen Sie in unserem News-Ticker.

Weniger Organschäden durch Omikron? Arzt aus Fulda zu Long-Covid

„Long-Covid ist ein Sammelbegriff für Beschwerden, die über die eigentliche Infektion hinausgehen. Dies kann schlicht eine Schwächung nach einem hochsymptomatischen akuten Verlauf sein, ohne dass Organschäden dahinterstehen. Von dieser Long-Covid-Form dürften die meisten Omikron-Patienten mit symptomatischem Verlauf betroffen sein“, sagt Kronenberger.

Er rechnet auch damit, dass durch eine Infektion mit Omikron eine Verschlechterung von chronischen Grunderkrankungen „insbesondere von Herz- und Lungenerkrankungen“ auftreten könne. „Dagegen ist mit der schwersten Long-Covid-Form, die durch Covid-19 bedingte Organschäden verursacht ist, eher weniger wahrscheinlich zu rechnen.“

Patienten mit akuter Omikron-Infektion würden zwar auch schwere Symptome haben und seien in ihrer Leistung gemindert, aber die schweren Organschäden wie bei den vorausgegangenen Wellen blieben in der Regel aus. „Das kann an Omikron liegen, aber auch an der erfreulich hohen Impfrate.“

Video: Das sind die häufigsten Long-Covid-Symptome!

Die Symptome von Long-Covid sind ganz verschieden: „Viele Patienten klagen über starke Kopfschmerzen, anhaltende Luftnot mit einem befremdenden Brennen in den Atemwegen, Husten, Muskelschwäche und anfallsartiger Kurzatmigkeit. Auch verminderte Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit sowie Geschmacksstörungen werden berichtet“, sagt Kronenberger. (Lesen Sie auch: Krankenhäuser haben Omikron bislang im Griff - Doch keine Entwarnung von osthessischen Kliniken)

Eine weitere Langzeitfolge einer Corona-Infektion ist der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn. Laut Robert Koch-Institut tritt dieses Phänomen mit der Omikron-Variante nicht mehr so häufig auf.

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