Schulleiter im Kreis Fulda berichten, dass einige ihrer Schüler freiwillig Corona-Masken am Platz tragen. (Symbolfoto)
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Schulleiter im Kreis Fulda berichten, dass einige ihrer Schüler freiwillig Corona-Masken am Platz tragen. (Symbolfoto)

Vierte Welle

Steigende Corona-Zahlen an Schulen bereiten Sorge: Einige Schüler im Kreis Fulda tragen freiwillig Maske

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Die vierte Corona-Welle rollt bundesweit auf Schulen zu. Immer mehr Infektionen werden bei Schülerinnen und Schülern festgestellt. Auch an den Schulen im Landkreis Fulda ziehen die Zahlen an. 

Fulda - „In Stadt und Landkreis Fulda gibt es rund 2130 Schulklassen“, sagt Kreissprecherin Lisa Laibach und fügt hinzu: „In 66 Klassen wurde seit Ende der Herbstferien jeweils ein positives Testergebnis aus der Schülerschaft bekannt.“ Diese hätten jedoch bislang kein weiteres positives Ergebnis in der Klasse nach sich gezogen.

Zwei oder mehrere positive Corona-Fälle innerhalb einer Klasse habe es zudem nach den Herbstferien in sieben Klassen gegeben. Damit seien nach den Herbstferien insgesamt 79 positive Testergebnisse aus der Schülerschaft bekannt geworden.

Corona in Fulda: Zahlen an Schulen steigen - Schüler tragen freiwillig Maske

Zum Vergleich: „Nach den Sommerferien war die Krankheitslast in der Altersgruppe der Schülerschaft deutlich höher als aktuell nach den Herbstferien.“ „Aber in dieser Woche ist ein leichter Anstieg mit 24 positiven Testergebnissen am Montag zu verzeichnen.“ Ob sich dieser Trend fortsetze, könne aktuell aber noch nicht abgeschätzt werden. (Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden.)

„Bislang sind wir an unseren Schulen gut durch den Herbst gekommen“, sagt Schulamtsleiterin Marion Vancuylenburg. Die entsprechenden Maßnahmen in den Präventionswochen, wie die dreimalige Testung in der Woche sowie die Maskenpflicht am Platz, seien routiniert und ritualisiert durchgeführt worden.

Aufgrund des geänderten Testrhythmus in Hessen ab kommender Woche – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und das sonstige Personal müssen, wenn sie weder vollständig geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, sich auch künftig dreimal pro Woche testen – sei sie zuversichtlich, den Unterricht in diesem Herbst gut gewährleisten zu können.

„Weiterhin vertraue ich darauf, dass bei steigenden Corona-Zahlen durch das zuständige Hessische Ministerium für Soziales und Integration entsprechende Maßnahmen abgestimmt und umgesetzt werden“, sagt sie. (Lesen Sie auch: Druck auf Ungeimpfte erhöhen? Das sagen Osthessens Politiker)

Es ist eine „konstante Sorge“, die Markus Bente, Leiter der Wigbertschule Hünfeld und kommissarischer Leiter des Domgymnasiums Fulda, derzeit umtreibt. Denn die Corona-Fallzahlen in seinen Schulen steigen „erkennbar“, wie er sagt. Die Infektionen – so berichtet er – würden dabei insbesondere im privaten Umfeld erkannt, nicht durch Testungen an den Schulen.

Vierte Corona-Welle rollt auf Schulen zu - Schulleiter im Kreis Fulda besorgt

Panik ist ob dieser Entwicklung jedoch weder an der Wigbert- noch an der Rabanus-Maurus-Schule ausgebrochen. Vielmehr zeigten sich die Schüler vorsichtig. „Man ist besorgt, aber bleibt dennoch ruhig in dieser Situation“, sagt der Schulleiter. Das merke er insbesondere daran, dass einige der Schüler – unabhängig des Alters – trotz der mittlerweile gekippten Maskenpflicht am Sitzplatz noch immer an der Schutzmaßnahme festhielten und auch während des Unterrichts die Mund-Nase-Bedeckung trügen.

Das Gefühl, mit dem der Schulleiter in den nahenden Winter geht, beschreibt er als „nicht so schön“. Obwohl beide Schulen für einen etwaigen Wechselunterricht gewappnet seien – „die Konzepte stehen, das Equipment ist vorhanden“ – hoffe er, dass der Unterricht weiterhin in gewohnter Präsenzform möglich bleibt.

Schulkulturellen Veranstaltungen – etwa Konzerte, Ausflüge oder Klassenfahrten – blicke man aufgrund der steigenden Fallzahlen indes vorsichtig entgegen. „Wir wissen, wie schnell sich alles ändern kann.“ Trotz der Sorge gebe es jedoch auch Erfreuliches zu berichten: „Wir merken, dass es eine höhere Bereitschaft der Eltern gibt, ihre Kinder impfen zu lassen“, sagt Markus Bente.

Video: „Erschreckende Inzidenzen“ - Corona-Lage an den Schulen angespannt

Steigende Infektionszahlen stellt auch Schulleiter Thorsten Retzlaff an der Heinrich-von-Bibra-Schule in Fulda fest. „Die Schüler reagieren sehr schnell auf sich verändernde Situationen. Natürlich bestehen bei einzelnen Ängste“, sagt er. Auch an seiner Schule trügen nun deshalb manche der Schüler durchgängig eine Maske. Um den Ängsten der Kinder entgegenzuwirken, gibt es in den Klassen fünf und sechs wöchentliche Gespräche im Rahmen der Schulsozialarbeit. In den anderen Jahrgangsstufen werde das Angebot auch im Einzelfall gemacht.

Thomas Neumann, Rektor der Grundschule Lehnerz, berichtet, dass es „hier und da“ mal einen Corona-Fall unter Schülern oder im Kollegium gebe, einen „signifikanten Einbruch“ möchte er das jedoch nicht nennen. Die Stimmung in der Grundschule litt ebenso nicht unter der hiesigen Corona-Situation. „Natürlich hat der Wechselunterricht und der Lockdown die Kinder geprägt, dennoch habe ich das Gefühl, dass die Kinder die Situation geduldig mittragen.“

Insgesamt versuche man, keine Panik zu verbreiten, sagt der Rektor. „Wir befinden uns hier in einem sozialen Bereich, da hilft es nichts, Ängste zu schüren.“ Stattdessen weise man auf die Vorsichtsmaßnahmen hin, „das muss genügen“.

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