Hannelore Dauzenroth, katholische Krankenhausseelsorgerin am Herz-Jesu-Krankenhaus, bei der Gedenkfeier für die Corona-Toten in der Krankenhauskapelle.
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Hannelore Dauzenroth, katholische Krankenhausseelsorgerin am Herz-Jesu-Krankenhaus, bei der Gedenkfeier für die Corona-Toten in der Krankenhauskapelle.

Fast 80.000 Tote

Corona-Gedenkfeier im Herz-Jesu in Fulda: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch“

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Fast 80.000 Tote – so viele Opfer beklagt Deutschland schon in der Corona-Pandemie. Ihrer wurde am Sonntag in einer nationalen Veranstaltung gedacht – auch in der Krankenhauskapelle des Herz-Jesu-Krankenhauses in Fulda.

Fulda - „Mit der Aktion Lichtfenster wurde ein Zeichen der Anteilnahme und Solidarität gesetzt. Ein Zeichen stillen Gedenkens und Verbundenheit für unsere Mitmenschen“, sagte Hannelore Dauzenroth, katholische Krankenhausseelsorgerin am Herz-Jesu-Krankenhaus, bei der Gedenkfeier in der Krankenhauskapelle. Gleichzeitig stehe das Zeichen aber auch für Hoffnung in einer dunklen Zeit.

Auch im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda habe man im vergangenen Jahr in der Corona-Pandemie Schicksale miterleben, sagt Dauzenroth. „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit seinem eigenen Namen, mit seiner persönlichen Geschichte.“ An diese Menschen wolle man denken und ihre Namen wolle man im Licht von Ostern nennen.

Corona-Gedenkfeier in Fulda im Herz-Jesu-Krankenhaus: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch“

Pfarrerin Anke Haendler-Kläsener macht darauf aufmerksam, dass zu Ostern eine wunderbar erfreuliche Botschaft gekommen sei. „Wir, die nichts mitnehmen können am Ende, bekommen gesagt, dass wir mit Jesus Christus, dem Auferstandenen, zu einem neuen und Wunderbaren Leben auferstehen werden. Dass unser Leben nicht durch den Tod vernichtet wird, sondern verwandelt und vollendet.“ Keine schönere Botschaft könne uns mitgeteilt werden, sagt sie. In solcher Botschaft münde der Sinn des ganzen Lebens. „Ostern ist der Ausweg aus aller Dunkelheit und allem Schmerz.“ Im Zuge des Gottesdienstes wurden schließlich Kerzen mit der Aufschrift „Gemeinsam gegen Corona“ angezündet. (Lesen Sie hier: Gottesdienst an Ostersonntag in der Versöhnungskirche in Fulda unter Corona-Bedigungen)

„Als Zeichen der Anteilnahme und der Solidarität wollen wir heute gemeinsam ein Licht entzünden und an die vielen Menschen denken, die an Corona gestorben sind“, teilte auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit. Die Kerzen in den Fenstern solle denjenigen Hoffnung spenden, die geliebte Menschen im Kampf gegen das Coronavirus verloren haben, oder die vielleicht selbst erkrankt sind und noch an Folgen den Erkrankung leiden. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Video: Mehr als eine Million Corona-Tote in Europa

Der nationale Gedenkakt für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie kam nach Auffassung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zum richtigen Zeitpunkt. Ein solches öffentliches Gedenken sei „sehr wichtig“, hatte der bayerische Landesbischof gesagt. „Die Sterbezahlen sind so dramatisch, dass wir genau das jetzt brauchen. Hier trauert eine ganze Gesellschaft um viel zu viele Tote, das verdient öffentliche Anteilnahme.“

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